MotoGP - Bridgestone bezieht Stellung zu MotoGP-Chaos

Unerwartete Reifentemperaturen als Grund

Bridgestone musste sich nach dem Australien-Grand-Prix zahlreiche Vorwürfe gefallen lassen. Nun meldet sich der Reifenlieferant zu Wort.
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Motorsport-Magazin.com - Ein derart kurioses Rennen wie den Grand Prix von Australien 2013 hat man in der MotoGP noch nicht gesehen. Die von Bridgestone gelierten Reifen hielten dem erneuerten Streckenbelag auf Phillip Island, der deutlich mehr Grip bot, nicht stand und es war undenkbar eine volle Renndistanz auf einem Satz zu absolvieren. Deshalb entschied man sich dazu, das Rennen unter Flag-to-Flag-Status zu starten, die Distanz auf 26 Runden zu verkürzen und einen Motorradwechsel zwischen Runde zwölf und 14 vorzuschreiben. Am Sonntag wurde die Distanz dann erneut auf 19 Umläufe reduziert.

"Ursprünglich dachten wir, dass 14 Runden auf einem Reifen möglich sind. Jedoch hatten die Fahrer ihr Setup am Sonntagvormittag im Warm Up noch einmal verbessert, was für zusätzliche Belastung der Reifen sorgte. Die Analyse ergab dann, dass zehn Runden eine sichere Distanz waren, deshalb haben wir uns für eine Distanz von 19 Runden entschieden", erklärte Bridgestone-Manager Shinji Aoki.

Der ständige Kontakt zur Fahrbahn erzeugte extreme Hitze in den Reifen.
Shinji Aoki

Grund für den extrem hohen Reifenverschleiß sei aber nicht nur das höhere Gripniveau gewesen: "Das Problem waren die extrem hohen Reifentemperaturen. Uns war klar, dass das Gripniveau deutlich höher sein würde als in den letzten Jahren. Was aber noch hinzu kam, war die viel ebenere Streckenoberfläche. Die Rundenzeiten sind im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Sekunden schneller geworden, das sagt eigentlich alles. Der ständige Kontakt zur Fahrbahn erzeugte extreme Hitze in den Reifen."

Schlussendlich ging das Wochenende in Phillip Island ohne gefährliche Zwischenfälle über die Bühne. Aoki zeigt sich daher beruhigt. "In Anbetracht der Umstände bin ich mit dem Ablauf am Sonntag zufrieden. Die Fans haben ein sicheres, aufregendes Rennen zu sehen bekommen und Teams sowie Fahrer haben große Professionalität und Flexibilität gezeigt. Dazu muss man ihnen gratulieren. Wir müssen aber vor dem nächstjährigen Grand Prix hier mit ein paar Fahrern testen. So können wir Daten sammeln um Reifen zu entwickeln, die der neuen Streckenoberfläche standhalten", stellte der Japaner klar.


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