MotoGP - Halbzeit-Fazit bei Ducati

Wollen bis Saisonende gute Leistungen zeigen

Ducati-MotoGP-Projektleiter Paolo Ciabatti blickt auf die bisherige Saison zurück und wagt einen Ausblick auf den Rest des Jahres.
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Motorsport-Magazin.com - Ducati ist momentan von Honda und Yamaha weit entfernt. Daher wartet auf die Italiener in der dreiwöchigen Sommerpause eine Menge Arbeit, wie Paolo Ciabatti, MotoGP-Projektleiter bei Ducati, bestätigt. "Wir testen in der nächsten Woche wieder in Misano. Dort werden wir einige unterschiedliche Chassis-Varianten ausprobieren und auch am Motor und der Elektronik unseres Motorrads arbeiten. Hoffentlich können wir einige dieser Komponenten dann auch in den Rennen nutzen, aber das wird wohl erst im September der Fall sein und nicht in Indianapolis oder Brünn", dämpft er die Hoffnung auf schnelle Updates an der Desmosedici.

Es ist eine sehr schwierige Saison für uns.
Paolo Ciabatti

Für Ducati sei 2013 ein besonders herausforderndes Jahr, erklärte Ciabatti: "Es ist eine sehr schwierige Saison für uns. Wir hatten in den Qualifyings einige recht gute Resultate, aber die Rennergebnisse waren oft enttäuschend. Es ist einfach schwierig, gleichzeitig Rennen zu fahren und das Bike zu entwickeln. Unsere Gegner haben sehr schnelle Piloten und ausgezeichnete Motorräder, da müssen wir versuchen Schritt zu halten. Es ist nicht einfach, aber wir arbeiten hart und sind zuversichtlich, bis zum Saisonende gute Leistungen zu zeigen."

Eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Motorrads nimmt Testfahrer und Ersatzpilot Michele Pirro ein, der bei seinen Renneinsätzen meist eine andere Version der Desmosedici verwendete, als die Stammpiloten. "In diesem Jahr haben wir aufgrund der vorhin beschriebenen Situation ein sehr umfangreiches Testprogramm. Die Tatsache, dass Michele Pirro Ben Spies ersetzt hat gab uns die Möglichkeit, das Lab-Bike im Renneinsatz zu erproben. Während einem Rennwochenende kann man ein Motorrad viel mehr am Limit bewegen als bei Testfahrten, deshalb haben wir hier sehr wertvolle Informationen gewonnen", lobte Ciabatti die Arbeit des 27-jährigen Italieners.

Nicky Hayden muss 2014 seinen Platz bei Ducati räumen - Foto: Milagro

Keine Zukunft als Einsatzfahrer im Ducati-Werksteam hat Nicky Hayden. Der US-Amerikaner muss sich für nächstes Jahr einen neuen Job suchen. Dennoch garantiert ihm Ciabatti vollsten Support seitens des Teams: "Wir unterstützen unsere Piloten immer bis zum Ende der Saison. Nicky war in den vergangenen fünf Jahren ein wichtiger Teil von Ducati und wir stehen nachwievor absolut hinter ihm. In der nächsten Saison werden wir aber eine andere Fahrerwahl treffen. Trotzdem versuchen wir, Nicky in einer anderen Rolle bei uns zu halten. Vielleicht wird das weiterhin in der MotoGP sein, vielleicht in der Superbike-Weltmeisterschaft. Wir arbeiten daran, dass er auch nächstes Jahr ein Teil der Ducati-Familie ist."

Obwohl der Vertrag mit dem Weltmeister von 2006 nicht verlängert wurde, stellte Ciabatti klar, dass man mit der Leistung der beiden Werkspiloten grundsätzlich zufrieden sei: "Wir sind mit Dovi und Nicky wirklich glücklich und sie geben immer 100 Prozent." Weniger nach Wunsch lief es hingegen beim Kundenteam von Pramac Racing. "Bei Pramac hatten wir leider einige Probleme. Bens Verletzungspause dauerte länger als wir das erwartet hatten, aber er kommt in Indianapolis zurück und wird dann hoffentlich die restliche Saison voll einsatzfähig sein. Andrea Iannone hatte ebenfalls einige Stürze, der letzte am Sachsenring war ziemlich heftig. Er befindet sich aber gerade in Therapie und wird auch in Indy zurückkehren. Wir hoffen, dass wir dann eine verletzungsfreie zweite Saisonhälfte haben werden", gibt er die Hoffnung nicht auf.


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