MotoGP - Auslaufrunde - Der etwas andere Rückblick

Vale, Vale, Vale - Dove sei?

Schnöde Rückblicke ade. Motorsport-Magazin.com schaut noch einmal etwas kritischer auf das turbulente Wochenende in Mugello zurück.
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Motorsport-Magazin.com - "Vale, Vale, Vale, Vale, Vale" - Das Schreien half den über 75.000 Fans in Mugello nicht viel: Vale war schon in Runde eins raus. Trotzdem begab sich der Italiener zur Freude seiner zahlreichen Anhänger nach dem enttäuschenden Rennen noch einmal zum Podest und gab ein Interview. Es gibt eben solche und solche Tage und für Valentino Rossi war der Sonntag beim Gran Premio d'Italia eben nicht so einer. Was soll's. Nach großem Ärger war auch er schon am frühen Abend über den Schock hinweg, machte Alvaro Bautista nicht mehr zur Schnecke und blickte lieber nach vorn. Eine faire Geste.

Marc Marquez flog allein an diesem Wochenende vier Mal ab und steht damit bei zehn Stürzen in dieser Saison. Starke Statistik - Foto: Milagro

Wie Bautista selbst wollen auch wir keine Schuldzuweisungen machen, aber ein klein wenig unbeholfen war seine Aktion schon. Wer ein bisschen in den grauen Zellen sucht, erinnert sich auch ganz schnell an eine ähnliche Situation zurück: Assen 2012. Dort war Jorge Lorenzo der Leidtragende. Zugegeben, das Manöver war etwas anders, doch Zeit und Timing ähneln sich sehr. Dafür durfte der Weltmeister dieses Mal strahlen. Endlich ist er zurück und zwar ganz weit vorne.

Ein verdienter Sieg und besonders nach dem Debakel von Le Mans eine anständige Aufholjagd in Sachen Gesamtwertung. Lorenzo hatte aber auch beste Unterstützung: Schließlich stand Max Biaggi daumendrückend in seiner Box und nein, wir wollen uns nicht anmaßen zu behaupten, dass er dem Boxennachbarn das ganze Gegenteil wünschte. Aber unmöglich ist ja bekanntlich nichts. Unmöglich ist auch nicht, dass es zwischen Lorenzo und Marc Marquez gewisse Parallelen gibt.

Auch Lorenzo war in seinem MotoGP-Rookie-Jahr von Anfang an extrem stark und mit dem ersten Sturz kamen die ersten Nullrunden, die ersten Verletzungen und die ersten Zweifel. Marquez ist zwar noch einen Tick krasser drauf, aber auch er erlebte an diesem Wochenende einen ersten Rückschlag. Erst der heftige Sturz am Samstag, dann der Ausrutscher im Rennen. Der Rookie wollte einfach etwas zu viel und wird langsam aber sicher lernen, auch einmal zurückstecken zu müssen - hoffentlich vor den nächsten schmerzhaften Abflügen.

Vor einem weiteren Abflug konnte sich diesmal aber Stefan Bradl retten. Nach hartem Kampf schaffte er es erneut auf Platz vier und bescherte dem LCR Team damit endlich das Ergebnis, was sie verdient hatten. Die feierten es natürlich auch gebührend wie einen Sieg. Es geht also bergauf. Stark war außerdem die Leistung von Aleix Espargaro. Er hängte wieder einige Prototypen ab und sicherte sich Platz acht. Nicht schlecht für eine CRT, äh ART Maschine. Bekanntlich besteht dort ein großer Unterschied.

Ciaoooo!

Die Italiener hatten wahrlich wenig Grund zum Feiern, denn auch die Ducati-Piloten zeigten keine überragenden Leistungen und wie Nicky Hayden vorhergesagt hatte: Es passieren keine Wunder. Zumindest gab es mit Platz fünf und sechs aber auch keinen Grund zur Trauer, also alles im grünen Bereich.

Ich bin zwar Brite und kein Italiener, aber immerhin mussten sich die Fans so nicht mit einem komplett spanischen Podium abfinden
Cal Crutchlow

Michele Pirro beeindruckte zudem das ganze Wochenende lang mit guten Leistungen und das Pech von Ben Spies wird zu seinem Glück: Obwohl er anstatt CRT zu fahren als Testpilot zu Ducati wechselte, steht ihm solange Spies ausfällt komplettes Werksmaterial zur Verfügung. Wie clever! Obwohl sich Spies auch als Kommentator prima eignet, hoffen wir trotzdem, dass er schon bald wieder bei bester Gesundheit ist.

Schließlich bot sich Cal Crutchlow als Abwechslung auf dem Podest an: "Ich bin zwar Brite und kein Italiener, aber immerhin mussten sich die Fans so nicht mit einem komplett spanischen Podium abfinden." Welch Glück für alle Spanier, dass das nächste Rennen in ihrem Heimatland stattfindet. Dort dürfen sie dann wieder zuschlagen. Also arrivederci Mugello und hola Barcelona!


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