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MotoGP - Geschichte: Die USA und die MotoGP

Bisher 24 Rennen in den Vereinigten Staaten

US-Fahrer sind aus der Geschichte der Motorrad-WM nicht wegzudenken. Im Rennkalender sind die USA aber erst seit kurzem so richtig fest verankert.
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Motorsport-Magazin.com - Die Motorrad-WM gastiert an diesem Wochenende zum ersten Mal in diesem Jahr in den USA. Gab es im Vorjahr noch drei Rennen in den Vereinigten Staaten, so blieben durch den für viele Fans schmerzlichen Verlust von Laguna Seca 2014 nur Austin und Indianapolis im Kalender. Der texanische Grand Prix am Sonntag stellt den erst 25. auf dem Staatsgebiet der USA dar.

Obwohl sieben verschiedene Fahrer aus den USA insgesamt 15 WM-Titel holten, war Nordamerika auf der Landkarte der Motorrad-WM lange Zeit ein weißer Fleck. Die letzte Saison ohne US-Rennen liegt noch gar nicht so lange zurück: 2004 - im Jahr bevor mit Laguna Seca der erste Lauf seinen Weg zurück in die MotoGP fand. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick in die Geschichtsbücher:

1964-65: Daytona

Mike Hailwood gewann zweimal in Daytona - Foto: Honda

1964 wagte die Motorrad-WM den Erstversuch in den USA. Im Rahmen des Daytona 200, einem 1937 erstmals ausgetragenen Langstrecken-Motorradrennen, das auch heute noch gefahren wird, durften damals fünf Klassen antreten, darunter auch die damalige Königsklasse der 500cc-Maschinen. Mike Hailwood setzte sich am Ende durch und wiederholte seinen Sieg in Florida im Jahr darauf. Der Brite sicherte sich auch in beiden Jahren die Weltmeisterschaft, sah die Motorrad-WM bis zu seinem Tod im Jahr 1980 aber nicht mehr nach Nordamerika zurückkehren.

1988-91, 93-94 und 2005-13: Laguna Seca

Es war wohl die Dominanz der US-Fahrer, die das Organisationsteam dazu zwang, in den späten Achtzigerjahren in die USA zurückzukehren. Seit 1978 hatten Kenny Roberts, Freddie Spencer und Eddie Lawson in zehn Jahren nicht weniger als acht WM-Titel in der Königsklasse erobert. Nach 23 Jahren Absenz fand in Laguna Seca 1988 der erst dritte US Grand Prix der Geschichte statt. Stilecht sicherte sich mit Lawson ein Lokalmatador und der spätere Weltmeister den Sieg. Schon damals starteten mit den 250ern und den 500ern nur die beiden größten der damaligen vier Klassen beim kostspieligen Übersee-Trip.

In den darauffolgenden drei Jahren legte Wayne Rainey einen lupenreinen Hattrick hin, später wurde Turn 9 (Kurve nach dem Corkscrew) zu seinen Ehren sogar in Rainey Curve umbenannt. Einer Reduzierung von 15 auf 13 Rennen fiel 1992 unter anderem Laguna Seca zum Opfer, doch schon 1993 stand man wieder im Kalender (erstmals mit allen - damals nur noch drei - Klassen) und konnte mit John Kocinski erneut einem Lokalmatadoren den Siegerpokal überreichen. 1994 gewann der Italiener Luca Cadalora den vorerst letzten US Grand Prix, da das Rennen erneut aus dem Kalender fiel.

Nicky Hayden feierte zwei seiner drei Siege in Laguna Seca - Foto: Sutton

Erst zehn Jahre später sollte Laguna Seca sein Comeback geben, doch wieder durfte - bis heute - nur die Königsklasse MotoGP nach Kalifornien. Die Tradition an Heimsiegen ging zunächst aber weiter: Nicky Hayden triumphierte sowohl 2005 als auch 2006, es sollten aber die letzten US-Erfolge gewesen sein. Seither triumphierten Casey Stoner (2007, '11 und '12), Valentino Rossi (2008), Dani Pedrosa (2009), Jorge Lorenzo (2010) und Marc Marquez (2013).

seit 2008: Indianapolis

Da sich die Formel 1 mit den Streckenbetreibern überworfen hatte, suchte man in Indy für 2008 eine hochkarätige Rennserie, die das eigens für die F1 gebaute Infield des Speedways benutzen würde und fand diese in Form der Motorrad-WM. Zum erst dritten Mal in der Geschichte traten damals alle Klassen auf US-amerikanischem Boden an, auch wenn starker Wind (Hurrikan Ike) dafür sorgte, dass das 250cc-Rennen abgesagt werden musste. Indianapolis blieb trotzdem im Kalender und sah in der MotoGP mit Valentino Rossi (2008), Jorge Lorenzo (2009), Dani Pedrosa (2010 und '12), Casey Stoner (2011) und Marc Marquez (2013) bisher fünf verschiedene Sieger in sechs Rennen. Um die Zukunft könnte es aber nicht allzu rosig bestellt sein, immer wieder keimen Gerüchte über eine mögliche Streichung des Indianapolis Grand Prix auf.

seit 2013: Austin

Mit dem texanischen Austin hat es 2013 ein weiterer Ort in den USA auf die MotoGP-Landkarte geschafft. Der Vertrag mit der Dorna gilt vorerst für zehn Jahre, womit den Vereinigten Staaten eine längere Zukunft in der Königsklasse des Motorradsports gesichert ist. Im Vorjahr krönte sich Marc Marquez nicht nur zum ersten Sieger auf der neuen Strecke, sondern schrieb sogar Geschichte, da er als jüngster Pilot der WM-Geschichte ein Rennen der Königsklasse gewann. Es war Marquez' erster von drei Siegen in den USA. Der amtierende Weltmeister ist auf amerikanischem Boden in der MotoGP daher noch ungeschlagen.

Alle 500cc/MotoGP-Sieger auf US-Boden

SiegeFahrer (Strecke)
4Casey Stoner (3x Laguna Seca, 1x Indianapolis)
3Wayne Rainey (3x Laguna Seca), Dani Pedrosa (2x Indy, 1x Laguna Seca), Marc Marquez (1 x Austin, 1 x Indy, 1 x Laguna Seca)
2Mike Hailwood, Nicky Hayden, Valentino Rossi, Jorge Lorenzo
1Eddie Lawson, John Kocinski, Luca Cadalora

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