MotoGP - Rückblick: Gresini Racing

Zwei Seelen in der Brust

Das Gresini Team musste sich 2012 um einen Prototypen und eine CRT-Maschine kümmern. Auf beiden Seiten gab es Höhen und Tiefen.
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Motorsport-Magazin.com - Gresini Racing war 2012 ein gespaltenes Team und wird es auch 2013 bleiben. Das liegt aber nicht an irgendwelchen Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft, sondern einfach nur daran, dass die Truppe von Fausto Gresini einen Honda-Prototypen und eine FTR-Honda CRT-Maschine parallel einsetzte. Trotz dieser zwei Seelen, die in der Brust des Teams schlugen, gab es durchaus auf beiden Seiten der Garage Höhepunkte - allerdings auch Negatives.

Alvaro Bautista war in Assen nicht Jorge Lorenzos bester Freund - Foto: Milagro

Zunächst zum Positiven. Alvaro Bautista konnte 2012 aus dem Prototypen durchaus brauchbare Ergebnisse quetschen. In Misano und Japan sicherte er sich Podestplätze, in Großbritannien konnte er sich die Pole Position sichern. Insgesamt leistete sich der Spanier nur relativ wenige Fehler, wobei sein größter Rennfehler gleich ein richtiger Riesenbock war. Beim Start zum Rennen in Assen verpasste er jeglichen Bremspunkt, konnte seine Maschine auf dem Weg in Kurve 1 nicht halten und räumte Jorge Lorenzo mit ab, was zu dem Zeitpunkt der Saison erhebliche Auswirkungen auf den WM-Kampf hatte.

In Bradls Schatten

Bautista musste sich in der ersten Saisonhälfte einiges an Fragen gefallen lassen. So waren seine Ergebnisse zwar gut, aber nicht überragend. Rookie Stefan Bradl schien ihm auf der Satelliten-Honda des LCR Teams die Show ein wenig zu stehlen. Bald kamen Gerüchte auf, Bautista könnte seinen Platz verlieren. Mit einer wirklich guten zweiten Saisonhälfte konnte der Spanier aber alle Gerüchte zunichtemachen und sicherte sich für nächstes Jahr den Verbleib bei Gresini.

Michele Pirro leistete solide Arbeit - Foto: Milagro

Anders lag der Fall beim Gresini CRT-Piloten Michele Pirro. Er ging nach der Saison freiwillig weg und wurde lieber Testfahrer bei Ducati, als weiter mit der FTR Honda zu arbeiten. Dabei musste sich Pirro für seine Saison nicht schämen. Zu Beginn hatte er starke Nachteile, weil seine Maschine erst sehr spät vom Stapel rollte und es deswegen mit einigem Testrückstand in die ersten Rennen ging. Zunächst wollte es deswegen auch nicht so richtig für den Italiener laufen, aber nach und nach legte die Maschine ebenso zu wie er selbst.

Highlight zum Abschluss

In Assen - ja, genau dort, wo Bautista Lorenzo abschoss - konnte Pirro mit Rang neun ein erstes Highlight setzen. Sein größtes Problem war aber oft die Technik, da er ein ums andere Mal mit Defekten stehen blieb. Als er die größte Chance des Jahres bekam, hielt die Maschine aber durch. Bei den schwierigen Bedingungen in Valencia machte Pirro fast alles richtig und konnte mit Platz fünf das beste Ergebnis eines CRT-Fahrers in der ganzen Saison einfahren. Trotzdem wollte er in Zukunft lieber auf reinen Prototypen sitzen. Mit seinem Testjob bei Ducati 2013 sind ein paar Wildcard-Auftritte verbunden, 2014 könnte er dann Stammfahrer sein. Statt Pirro wird nächstes Jahr Bryan Staring die CRT-Maschine von Gresini fahren.


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