MotoGP - Rückblick: Das erste Jahr der CRTs

Eine klare Spitze und viel Kuddelmuddel

Die CRTs traten 2012 mehr als Lückenbüßer denn als Anwärter auf Spitzenplätze an. Dennoch taten sie etwas mehr, als nur das Feld aufzufüllen.
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Motorsport-Magazin.com - Mit einiger Skepsis wurde die erste Saison der neuen Claiming Rule Teams in der MotoGP erwartet. Immerhin sollten technisch deutlich unterlegene Motorräder zusammen mit den hochgezüchteten Prototypen von Honda, Yamaha und Ducati Rennen bestreiten. Aufgemotzte Serienmotoren und neu entwickelte Prototypen-Chassis von Suter, FTR, Aprilia und anderen versprachen nicht unbedingt neue Gegner für die Werke zu werden. Und so kam es dann auch, die MotoGP war 2012 eine Zweiklassen-Gesellschaft, bei der die Oberschicht nur selten von der Unterschicht gestört wurde.

Zweck erfüllt

Ihren Zweck erfüllten die CRTs dennoch, sie füllten das Starterfeld auf. Statt nur zwölf Werksprototypen waren regelmäßig 21 Piloten am Start und der Kampf um die Krone bei der Meisterschaft in der Meisterschaft war durchaus spannend. Es ging zwischen den beiden Aspar-Teamkollegen Aleix Espargaro und Randy de Puniet hin und her, am Ende setzte sich der Spanier durch. Sein größter Vorteil: er hatte nur zwei Ausfälle, De Puniet sah das Ziel fünf Mal nicht.

Das Paket aus Aspar-Team und CRT-Aprilia war unter den Halb-Prototypen das stärkste. Bei den anderen Teams ging es sehr stark auf und ab. So hatte Michele Pirro auf der FTR Honda von Gresini zu Saisonbeginn unter Entwicklungsrückstand zu kämpfen, kam aber noch auf CRT-Rang drei. James Ellison stand fast die gesamte Saison unter dem Druck, dass sein Platz wegen angeblich zu schlechter Leistung in Gefahr ist, dennoch wurde er Vierter in der Endabrechnung der Claiming Rule Teams. So zog es sich durch das ganze Feld, bei den einen war die Elektronik nicht gut genug, bei den anderen wurden zwischendurch einfach die Fahrer getauscht.

2014 könnte alles anders werden

Aber im kommenden Jahr soll alles besser werden. Die Maschinen gehen in ihre zweite Saison, dadurch können die Teams auf allen Strecken auf vorhandene Daten zurückgreifen. Außerdem stellt die Dorna allen CRTs ein Elektroniksystem von Magneti Marelli zur Verfügung, mit dem zumindest dort der Rückstand auf die Werke reduziert werden soll. 2013 könnte aber auch schon das letzte Jahr der CRTs werden. Honda will ab 2014 eine abgespeckte Version seiner Honda RC213V verkaufen, Yamaha möchte Motoren und Elektronik leasen. Sollten die jetzigen CRTs diese Angebote annehmen, wären wieder überall reine Prototypen-Teile verbaut und damit eine neue Hybrid-Klasse geschaffen.


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