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MotoGP - Interview - Michele Pirro

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Michele Pirro verriet Motorsport-Magazin.com, warum es so schwer ist, eine CRT Maschine zu fahren und welche Optionen er für 2013 hat.
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Motorsport-Magazin.com - Was ist für dich der größte Unterschied zwischen dem CRT Bike und den Prototypen?
Michele Pirro: Ich habe die Ducati schon einmal getestet und die ist ganz anders und das in jeder Hinsicht. Aber sie fahren eben alle in einer Kategorie. Der Unterschied ist so groß, man kann nicht einfach nur vergleichen und einen Teil nennen. Die Bikes sind einfach komplett verschieden.

Sechs nicht beendete Rennen in einer Saison sind für Fahrer und Team nicht angenehm
Michele Pirro

In wieweit hat sich dein Bike im Laufe der Saison verbessert?
Michele Pirro: Der Saisonbeginn war schwierig, weil mein Bike erst im März ankam, die anderen hatten ihre schon im Januar oder Februar. Nach den ersten beiden Rennen habe ich mich gemeinsam mit den Jungs aus dem Team enorm verbessert. Zur Mitte der Saison war die Lücke zu den ART Maschinen nur noch extrem klein. Auf dem Sachsenring, in Mugello, Laguna Seca und in Indianapolis hatte ich Probleme mit dem Bike. In Brünn und Misano haben wir uns sehr verbessert und das Rennen beenden können. Das ist wichtig, weil sechs nicht beendete Rennen in einer Saison sind für Fahrer und Team nicht angenehm. Ich hoffe jetzt, dass ich die letzten fünf Rennen alle zu Ende fahren kann und günstigstenfalls noch als bester CRT-Pilot.

Dein Hauptgegener sind demnach Aleix Espargaro und Randy de Puniet im Aspar Team?
Michele Pirro: Ja, die Aspar-Jungs, denn sie haben das absolute Top-Bike unter den CRTs, das eine Werksmaschine eigentlich ähnlicher ist. Die Aprilia ist ein Werksteam, ein Werksbike. Eigentlich haben wir in der MotoGP drei verschiedene Kategorien: CRT, Werks-CRT und MotoGP.

Was erwartest du an diesem Wochenende in Aragon?
Michele Pirro: Ich hoffe, dass das Wetter gut wird. Momentan ist es nicht leicht, aber ich mag diese Strecke und wenn die Bedingungen ok sind, hoffe ich mit dem besten CRT Fahrern kämpfen zu können. Unter den nassen Bedingungen haben wir Probleme mit dem Bike.

Was ist denn das Problem im Nassen?
Michele Pirro: Das Bike ist dann weicher eingestellt als im Trockenen und die Elektronik funktioniert nicht gut. Es ist bei nassen Bedingungen also wirklich nicht leicht.

Also wirst du dich definitiv über eine Einheitselektronik freuen?
Michele Pirro: Ja, das ist besser, denn die Unterschiede im Niveau der Bikes sind einfach zu groß. Die Standard-Elektronik ist einfach besser, um das Niveau der Bikes anzugleichen.

Michele Pirro kämpfte sich bis in die MotoGP durch - Foto: Honda

Aber es hängt nicht alles von der Elektronik ab…
Michele Pirro: Nein, die Elektronik ist das erste, danach kommen Motor und Chassis. Jetzt beginnen wir eben erst einmal mit der Elektronik.

Wie gefällt dir die Strecke hier?
Michele Pirro: Die Strecke ist nicht leicht, aber ich mag sie, weil es gibt viele schnelle Kurven, eine lange Gerade. Das gefällt mir.

Hattest du als Kind Vorbilder?
Michele Pirro: Mein Vater ist keine Rennen gefahren. Ich begann meine Karriere erst mit 15 Jahren, was im Vergleich zu vielen anderen extrem alt ist. Alle anderen begannen mit fünf oder sechs Jahren auf dem Mini-Bike. Als ich begann war Valentino [Rossi] der absolute Topfahrer. Da haben wir im TV noch die Kämpfe zwischen Valentino und Biaggi angesehen.

Wie fühlt es sich an, heute gemeinsam mit Valentino Rossi auf der Strecke zu fahren?
Michele Pirro: Das war schon mein Ziel, als ich angefangen habe und ich habe es geschafft. Ich habe alles gegeben, um auf diesem Niveau anzukommen. Vor 20 Jahren war alles noch viel einfacher, heute haben wir die Wirtschaftskrise und alle haben Geldprobleme. Ich habe extrem gepusht und bin jetzt da, wo ich hin wollte, allerdings nicht mit dem Bike, das ich wollte. Auf der CRT-Maschine ist es nicht leicht, aber das ist einfach die Situation. Es gibt nur zwölf Prototypen und davon einen abzubekommen ist schwer.

Bleibst du für 2013 bei Gresini?
Michele Pirro: Ich weiß es nicht. Aus persönlichen Gründen, wegen den Leuten im Team will ich gern bleiben. Denn letztes Jahr konnte ich in Valencia gewinnen, nach all dem, was dem Team in Malaysia passiert ist. Das war sehr emotional und wichtig. Momentan ist es aber nicht leicht. Die Zukunft scheint für mich nur eine CRT-Maschine zu sein und das ist keine gute Sache. Vielleicht kann ich wechseln. Ich habe die MotoGP-Ducati getestet, aber bei ihnen ist alles voll. Ich habe allerdings ein gutes Angebot als Testfahrer bei Ducati. Das wäre auch ein möglicher Weg für die Zukunft, um dort vielleicht reinzukommen. Wenn es für mich möglich ist, im Gresini Team zu bleiben, ist das natürlich besser, aber momentan weiß ich nicht, ob es klappt.


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