MotoGP - CR-Teams: Eigentlich Herstellersache

Kommission verfeinert CRT-Reglement

Die Grand Prix Kommission hat die Regeln für die Claiming Rule Teams weiter ausgearbeitet und anscheinend einen hilfreichen Kniff gefunden.
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Motorsport-Magazin.com - 24 statt 21 Liter Benzin im Rennen, zwölf statt sechs Motoren pro Saison, das waren vorerst einmal die Rahmenbedingungen für CR-Teams im kommenden Jahr, die bekannt waren. Ebenfalls bekannt war, wie sichergestellt werden sollte, dass die Kostenschraube niedrig bleibt: andere Teams sollten jederzeit in der Lage sein, die Motoren der CRTs für billiges Geld zu kaufen, womit es absolut unsinnig wäre, wenn irgendwelche Hersteller viel Forschung und Entwicklung in CRT-Motoren gesteckt hätten, da diese ja für billiges Geld weiterverhökert werden müssten, sollte jemand sie haben wollen.

Hersteller fordern Motoren

Wie genau das alles funktionieren soll, war aber noch nicht klar, immerhin gab es ein paar potentielle Stolperfallen bei der ganzen Sache. In der Nacht auf Sonntag hat die Grand Prix Kommission bestehend aus Vertretern des Motorrad-Weltverbandes FIM, der Herstellervereinigung MSMA, der Teamvereinigung IRTA und des Rechteinhabers Dorna nun eine Verfeinerung des Reglements präsentiert, die diese Stolperfallen umgehen könnte. So werden es nicht die Claiming Rule Teams selbst sein, die Motoren von anderen Teams einfordern (also claimen) können, sondern es werden die Hersteller sein, die in der MSMA versammelt sind, die das tun.

Der Sinn dahinter ist relativ einfach zu erkennen. Ursprünglich war die Claiming Rule ohnehin schon dafür gedacht, zu verhindern, dass viel Geld in die Entwicklung von Motoren fließt, die an die CR-Teams geliefert werden, die mit mehr Benzin auch noch bevorteilt sind. Nun wird zudem noch verhindert, dass Hersteller mit Sub-Teams operieren, die als CRTs gemeldet sind, da dort immer das Risiko besteht, dass ihre Motoren-Technologie von der Konkurrenz aufgekauft wird. Die Claiming Rule Teams können sich ihrerseits auch nur schwer mit Herstellern verbünden, da die eben ihre teuren Motoren für die Werksteams nicht einfach so in die Schusslinie anderer Werke stellen wollen.

Tests

Ein paar Zusätze gibt es an dem Reglement noch. So wurde der Preis für die Claiming Rule Motoren auf 20.000 Euro mit und 15.000 Euro ohne Getriebe festgesetzt, für jeden Hersteller also ein Klacks. Wird ein Motor eines CR-Teams eingefordert und gekauft, dann erhält es für sein Kontingent von zwölf Motoren pro Saison einen Motor dazu. Claiming Rule Teams müssen lediglich vier Mal ihre Motoren an einen Hersteller verkaufen, ein Hersteller darf beim selben CRT nur ein Mal pro Jahr einen Motor einfordern.

Zur weiteren Klarstellung der Claiming Rule gab es auch ein paar weitere Änderungen am Reglement. So können die Reifen-Heizdecken vor dem Start nun ein wenig länger auf den Reifen bleiben und auch bei den Tests gab es Neues. So ist der Test nach dem Wochenende in Mugello nun ebenso fixiert wie der traditionelle Testtag nach Brünn. Zudem dürfen die Teams während der Saison 2011 an acht Tagen mit ihren Einsatzfahrern die 2012er-Maschinen testen. Diese Regel gilt auch rückwirkend, womit der Jerez-Test von Ducati mit Valentino Rossi und Nicky Hayden absolut erlaubt war.


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