Moto3 - Bastianini schlägt Binder auf den letzten Metern

Öttl fährt in Japan in die Top-5

Fast sah es so aus, als würde Brad Binder auch in Japan siegen. Auf den letzten Metern machte ihm Enea Bastianini aber einen Strich durch die Rechnung.
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Motorsport-Magazin.com - Brad Binder überrascht auch weiterhin. Zwar ist der Südafrikaner bereits Weltmeister der Moto3-Klasse, das hält ihn aber nicht davon ab, weiter Rennen zu gewinnen. Mal war der Abstand auf Enea Bastianini größer, mal war er kleiner, aber kein Konkurrent konnte Binder am Sieg in Japan hindern.

Die Platzierungen: Trotz Wheelie startet Polesetter Andrea Migno gut, muss sich aber gegen Weltmeister Brad Binder geschlagen geben, der das Rennen anführt. Einige Kurven später geht Migno weit und fällt damit sogar auf Rang vier zurück. Gleichzeitig schob sich Enea Bastianini von Rang drei direkt hinter Binder. Der Weltmeister konnte allerdings zwei Runden später schon eine kleine Lücke auf Bastianini auffahren. Der Italiener hat allerdings Francesco Bagnaia, Migno und Hiroki Ono im Rücken. Mit 15 Runden auf der Uhr schließt Bastianini wieder auf Binder auf und bringt die Meute hinter ihm gleich mit.

Hinter Binder, dessen Vorsprung immer größer wird, entbrennt zwischen Bastianini und Migno ein Kampf um Platz zwei. Die beiden Italiener wechseln die Plätze mehrere Male. 11 Runden vor Schluss wagt Bastianini einen kurzen Angriff auf Binder, der seine Führung trotz einem Verbremser halten kann. Philipp Öttl kämpft sich währenddessen auf den siebten Platz vor, nachdem er zu Beginn des Rennens auf Rang 15 zurückgerutscht war. Nach Bastianinis Manöver auf Binder geht sein Kampf mit Migno unverändert weiter, während Binder seinen Abstand wieder vergrößert. Mit acht Runden auf der Uhr zieht Ono an Migno vorbei auf den dritten Rang. An der Spitze fährt Binder eine Bestzeit nach der anderen. Somit öffnet er eine Lücke von über einer halben Sekunde auf Bastianini, die er drei Runden vor Ende jedoch auf ein Minimum schrumpfen lassen muss. Durch einen Fehler in der vorletzten Runde kommt der Italiener sogar noch näher an Binder heran.

Dennoch braucht Bastianini bis zur letzten Runde, um an Binder vorbeizuziehen. Auf der Zielgeraden versucht es Binder nochmal, muss aber auf den allerletzten Millimeter aufgeben. Damit gewinnt Bastianini den Moto3-GP von Motegi vor Binder und Lokalmatador Ono. Öttl wird Fünfter.

Die Zwischenfälle: Bevor das Feld die erste Rennrunde beenden konnte, crashte Jorge Navarro, der auf einer Liege aus dem Kiesbett getragen werden musste. In den Unfall waren auch Gabriel Rodrigo und John McPhee verwickelt. Navarro zog sich bei diesem Crash eine Verletzung an der Schulter zu. Bo Bendsneyder und Maria Herrera kassierten beide eine Durchfahrstrafe, da sie vorzeitig gestartet waren. Stefano Valtulini crashte mit 16 Runden auf der Uhr, in derselben Runde gehen auch Darryn Binder, Andrea Locatelli und Aron Canet zu Boden. Jorge Martin verbremste sich in Runde elf aufgrund seiner Schmerzen im Bein und gab das Rennen danach auf. Juanfran Guevara ging in Kurve zehn unverletzt zu Boden, vier Runden vor Schluss. In der letzten Runde stürzt Migno aus dem Rennen.

Das Wetter: Das Wetter in Motegi zeigte sich zum ersten Rennen am Sonntag von seiner besten Seite. Wie schon das ganze Wochenende über war keine Wolke am Himmel zu sehen, die Temperaturen lagen bei ungefähr 23 Grad. Beste Bedingungen also für die Moto3-Piloten.

Die Analyse: Auch mit seinem WM-Titel ist Binders Wille zu Siegen ungebrochen. Noch in Runde eins ging der KTM-Pilot in Führung und konnte sie fast bis zum Ende des Rennens halten. Bastianini war in Kurve elf aber einfach stärker und holt sich in beeindruckender Manier den Sieg. Dennoch war auch Binders Vorstellung eines Weltmeisters würdig.

UPDATE: Ono nachträglich disqualifiziert

Die Freude über das Podium beim Heimspiel war für Hiroki Ono nur von kurzer Dauer. Knapp eineinhalb Stunden nach Ende des Moto3-Rennens wurde bekannt gegeben, dass der Japaner aus der Wertung genommen wird. Der Grund: Seine Honda hatte das nötige Mindestgewicht unterschritten. Bitter für Ono, der noch auf dem Podium mit den zahlreichen japanischen Fans feierte. Philipp Öttl rückt damit noch um einen Platz nach vorne auf Rang vier, Nicolo Bulega erbt Platz drei.


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