Exklusiv

Moto3 - Kolumne - Luca Grünwald

Nicht so cool wie die Anderen

Der Newcomer in der WM ist auch Newcomer auf Motorsport-Magazin.com: Luca Grünwald grüßt aus Termas de Rio Hondo.
von

Motorsport-Magazin.com - Servus,
Ich habe ja schon etwas länger nichts mehr von mir hören lassen, aber der Saisonstart war auch echt aufregend. Vor dem zweiten Rennen in Austin sind wir am Dienstag über Frankfurt nach Dallas geflogen und von da weiter mit dem Auto zur Strecke. Das war eigentlich ganz lustig, denn wir konnten von dem ganzen Spaß da in Texas wenigstens etwas sehen. Leider haben wir an der Strecke keinen Roller gefunden, also bin ich zwei Mal rundrum gelaufen und habe mir den Kurs ein bisschen angeschaut.

Ansonsten lief es in Texas ab wie üblich: Am Donnerstag haben wir alles hergerichtet und am Freitag ging's los. Ich konnte mich ziemlich schnell an die Strecke gewöhnen und bin von Anfang an gute Zeiten gefahren. Im zweiten Training bin ich ein bisschen hängengeblieben - das war wie in Katar: Im ersten Training lief es gut an, sobald die anderen dann aber nachlegten, konnte ich nicht ganz mithalten. In der Qualifikation am Samstag konnte ich meine Zeit zwar stark verbessern, die Position aber nicht wirklich. Ich habe aber gleich gemerkt, dass für den Sonntag noch mehr drin ist.

Ich hatte also einen Frühstart und wusste gar nicht genau, was los war
Luca Grünwald

Im Warm-Up lief es echt gut und wir haben an der Gasannahme noch etwas gefunden, das mir beim Rausfahren aus den langsamen Kurven geholfen hat. Das Rennen war natürlich voll daneben. Nach dem Warm-Up haben wir uns das Bike - wie immer - noch einmal angeschaut und schon gemerkt, dass die Kupplung Probleme macht. Also haben wir es vor dem Rennen noch einmal komplett zerlegt, was zeitlich schon ziemlich knapp war. Beim Start lege ich immer den ersten Gang ein, ziehe die Kupplung komplett und drehe das Gas auf. Problem war aber, dass die Kupplung irgendwie nicht richtig getrennt hat, also ist das Bike schon losgefahren, obwohl ich sie noch angezogen hatte als die Startampel an war.

Ich hatte also einen Frühstart und wusste gar nicht genau, was los war. Das Bike ist einfach vorwärts gerollt, was sehr ungünstig war. Die erste Runde lief nicht schlecht, aber ich wusste schon, dass ich eine Durchfahrtsstrafe bekomme. Also bin ich dann eine Runde durch die Boxengasse getuckert und wieder rausgefahren. Ich hatte danach zwar ein gutes Gefühl, habe aber niemanden mehr vor mir gesehen. Am Rennende bekam ich noch Probleme mit meinem Rücken. Wie ich jetzt weiß, ist an meinem Becken etwas verdreht, was schon im letzten Jahr nach einigen Stürzen immer schlimmer wurde und Nerven und Muskeln einklemmt.

Training statt Urlaub

Am Montag bin ich gleich wieder nach Hause geflogen. Ja, ich war nicht so cool wie alle Anderen und habe irgendwo Urlaub gemacht. Stattdessen war ich bei einem Physiotherapeuten in meiner Nähe, der schon Olympioniken behandelt hat. Mein Vater hat mich auf ihn aufmerksam gemacht, also bin ich da mal hin. Er hat mich vier Mal in der Zeit behandelt und versucht, diese Drehung in den Griff zu bekommen, die ganzen Muskeln zu lockern und mich gerade zu drehen. Das hat schon eine starke Verbesserung gebracht.

Argentinien kennt noch die echten Pferdestärken - Foto: Luca Grünwald

Dazu hat er mir einen neuen Trainingsplan gemacht, bei dem ich jetzt auf diese speziellen Muskeln eingehe. Bisher habe ich erst eineinhalb Wochen so trainiert. Das ist jetzt nicht allzu viel, aber zumindest ein Anfang. Ostern habe ich also hauptsächlich im Fitnessstudio oder beim Physiotherapeuten verbracht. Der Osterhase hat trotzdem was vorbei gebracht: Ich habe eine Schachtel Kinderriegel von Mutti bekommen und mich tierisch darüber gefreut! Ich finde, Ostern wird oft zu sehr übertrieben. Weihnachten ist das Fest mit den großen Geschenken, das reicht vollkommen aus.

Am Montagabend sind wir dann über Nacht schon nach Buenos Aires losgefahren, beziehungsweise geflogen. Dort gab's eine kleine Stadtrundfahrt zum anderen Flughafen: zwei Mal links und dann immer geradeaus, eine Stunde lang. Hier fühlt man sich aber um 80 Jahre zurückversetzt. Uns kamen schon viele Pferdekutschen entgegen und die Leute stehen am Straßenrand rum. Es ist schon ziemlich krass. Mein Hotel ist dafür super: Wir haben einen Pool mit richtig heißem Termen-Wasser - das ist perfekt. Seit Dienstagabend bin ich an der Strecke, bin schon herumgelaufen, habe Sport gemacht und mir alles angesehen. Insgesamt sieht es richtig cool aus. Die Strecke ist relativ schnell, hat aber auch langsame Ecken. Es wird auf jeden Fall interessant!

Euer Luca

Unterschrift von Luca Grünwald


Weitere Inhalte:

nach 13 von 18 Rennen
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x