Moto2 - Katalonien GP: Die Schweizer Piloten im Check

Lüthi rettet Schweizer Ehre mit Podium

Thomas Lüthi holt sich in Barcelona den nächsten Pokal ab. Enttäuschend verlief das Rennen für Aegerter. Die Schweizer-Piloten im Check nach dem Qualifying:
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Sonntag

Thomas Lüthi (3.): Thomas Lüthi war am Start aggressiv unterwegs und musste in Kurve eins weit gehen. Danach reihte sich der Schweizer an dritter Stelle wieder ein. Dort konnte sich Lüthi das ganze Rennen über halten. Doch seine Pace reichte nicht aus, um Alex Marquez und Mattia Pasini vor sich zu gefährden. Lüthi fuhr daher klug und brachte Platz drei sicher ins Ziel.

"Es war ein sehr hartes Rennen. Die Hitze war unglaublich. Mein Start war eigentlich hervorragend, aber in der ersten Runde haben mich dann zu viele Fahrer überholt. Alex war zwar heute was die Pace betrifft in einer eigenen Liga, aber mit Mattia hätte ich wohl mithalten können. So musste ich aber Boden gutmachen und bin dadurch in ziemliche Schwierigkeiten mit dem Hinterreifen geraten. Zum Glück habe ich es aber bis ins Ziel geschafft."

Dominique Aegerter (17.): Die gewohnt gute Startphase legte Dominique Aegerter auch in Barcelona wieder hin. Von P19 in der Startaufstellung ging es in der Anfangsphase bis in die Punkte auf Platz 14 nach vorne. Im weiteren Rennverlauf ging es für Aegerter allerdings wieder etwas nach hinten, er rutschte wieder aus den Punkterängen heraus.

"Barcelona war ein schwierigeres Wochenende als uns lieb war. Die einzige Session, über die es wert ist zu reden, war das dritte Training am Samstagvormittag. Wenig später im Qualifying waren die Probleme allerdings wieder allgegenwärtig. Mein Start in das Rennen und die ersten paar Runden waren ziemlich okay. Doch die Hitze hat uns heute eigentlich von Beginn an zu schaffen gemacht. Von dem her war es ein anstrengendes und sehr langes Rennen. In den letzten Runden blieb mir nichts Anderes übrig, als mich auf den Geraden aufzurichten, um Frischluft zu bekommen. Das Rennen auf diese Art und Weise zu Ende zu fahren ist sicher enttäuschend, weil im Nachhinein betrachtet sogar die Top-Ten möglich gewesen wären."

Jesko Raffin (24.): Wieder einmal unbemerkt von den Kameras drehte Jesko Raffin seine Runden im Rennen. Der Schweizer war unauffällig, aber fehlerlos unterwegs. Verbesserung gab es im Grand Prix von Katalonien trotzdem keine. Von Platz 24 aus ging Raffin ins Rennen - und auf eben jenem 24. Platz fuhr er auch ins Ziel.

"Wegen der enormen Hitze war es ein schwieriger Renntag hier in Barcelona. Normal bin ich ein guter Starter, doch heute bin ich seit langem extrem schlecht von der Linie weggekommen. Bis zur ersten Kurve war ich fast Letzter. Danach war es natürlich sehr schwierig hinter den Nachzüglern in Schwung zu kommen und bis ich vorbei war, war der Zug nach vorne längst abgefahren. Damit waren alle Hoffnung auf einen schönen Abschluss des Wochenendes von vornherein hinüber."

Samstag

Startplatz 24 wurde es für Jesko Raffin - Foto: Jesko Raffin

Tom Lüthi (5.): Ordentliche Ausgangsposition für Tom Lüthi im Grand Prix von Katalonien: Er startet von Rang fünf aus der zweiten Reihe, einen Platz vor WM-Leader Franco Morbidelli. Für Lüthi hätte es im Qualifying sogar noch weiter nach vorne bis in Reihe gehen können, auf seiner letzten schnellen Runde wurde er aber auf der Ideallinie von langsameren Fahrern blockiert.

"Wir haben im Vergleich zum Training am Vormittag einen klaren Fortschritt gemacht, wie in Mugello hatte ich am Nachmittag einen guten Rhythmus. Dennoch war es für mich unmöglich, an die Zeit von Marquez heran zu kommen. Auf meiner letzten guten Runde hatte ich zwei starke erste Sektoren, leider wurde ich dann von Baldassarri und Pons behindert, die auf der Ideallinie sehr langsam unterwegs waren. Mein Ziel war es, aus den ersten zwei Reihen zu starten - das haben wir geschafft."

Dominique Aegerter (19.): Nach einem schwierigen Freitag sah es so aus, als hätte Dominique Aegerter am Samstagmorgen in FP3 seine Probleme gelöst. Er fuhr mit seiner Suter auf den starken vierten Rang. Im Qualifying ging es für Aegerter dann aber in der Zeitenliste wieder weit zurück. Er wird den Katalonien-GP am Sonntag von P19 in Angriff nehmen.

"Ein enttäuschendes Qualifying. Doch der härteste Teil kommt erst am Sonntag, wenn wir wieder von so weit hinten starten müssen. Im krassen Gegensatz zum Nachmittag lief es in FP3 ganz gut. Offenbar hatten wir für diese Bedingungen den richtigen Klick gefunden, mein Gefühl mit dem Bike war super. Mit dem weichen Reifen funktionierte es zwar überhaupt nicht, doch mit der härteren Mischung waren wir ziemlich flott und konstant unterwegs. Jedenfalls konnte ich am Nachmittag meine Rundenzeiten von FP3 nicht einmal annähernd erreichen, obwohl wir nahezu das gleiche Setting verwendeten. Wir haben natürlich versucht das Setup anzupassen und den richtigen Weg zu finden, aber alle Bemühungen waren umsonst."

Jesko Raffin (24.): Der dritte Schweizer im Feld, Jesko Raffin, konnte seine Pace vom Freitag am Samstag in etwa halten. Für ihn ging es zwei Plätze in der Zeitenliste nach hinten. Er steht für das Rennen auf Startplatz 24.

"Ich habe im Vergleich zum Vormittag einen schönen Schritt nach vorne gemacht, der es mir ermöglicht hat, im dritten Freien Training in die Top-20 zu fahren. Am Nachmittag war es wärmer und ich hatte Mühe, meine Zeiten zu bestätigen. Ich dachte, es wäre möglich, eine 1:50.9er-Zeit zu fahren, sodass ich aus den ersten 20 ins Rennen hätte starten können. Leider fehlten mir dazu aber zwei Zehntel. Ich bin also nicht ganz zufrieden mit der Leistung, aber wenn man die Zahlen betrachtet war es eines meiner besten Weekends seit langem. Das Rennen wird nicht einfach. Ich muss mindestens neun Plätze gutmachen, um in die Punkte zu kommen."

Dominique Aegerter hat noch mit Leistungsschwankungen zu kämpfen - Foto: Tobias Linke

Freitag

Tom Lüthi (10.): Kein Auftakt nach Maß in Barcelona für Tom Lüthi, der vergangenes Wochenende in Mugello noch um den Sieg gekämpft hatte. Nach Rang vier im ersten Freien Training ging es für ihn am Nachmittag bis auf Platz zehn zurück. Fast eine Sekunde fehlt dem Kalex-Piloten auf den Tagesschnellsten und WM-Leader Franco Morbidelli.

"Eine Sekunde Rückstand, das ist definitiv zu viel. Ich hatte bereits viele Fragezeichen im Kopf, als die Strecke am Donnerstag zu Fuss erkundet habe. Dies hat sich leider heute auch mit dem Motorrad nicht geändert. Dazu kam, dass der Grip, nachdem es am frühen Morgen überraschenderweise geregnet hatte, für die ersten beiden Trainings nicht sehr gut war. Ich konnte mich am Nachmittag nicht verbessern, was mir gar nicht gefällt. Wir müssen nun daran arbeiten, ein stabileres Motorrad hinzubekommen. Wir haben heute viele Sachen ausprobiert und ich glaube, wir haben für morgen einen guten Plan."

Jesko Raffin (22.): Durchschnittlich verlief der Barcelona-Freitag für Jesko Raffin. Auf Rang 26 in FP1 folgte Rang 22 am Nachmittag. Diese Position belegt Raffin auch in der kombinierten Zeitenliste. Knapp zwei Sekunden liegt er hinter der Spitze.

"Heute Vormittag hat wirklich nichts funktioniert. Wir haben mit dem gesamten Team viel gearbeitet und uns schliesslich am Nachmittag sichtlich verbessert. Nun müssen wir das, was wir herausgefunden haben, morgen in den Trainings optimieren. Das neue Streckenlayout? Damit hat die Strecke von Barcelona ihren flüssigen Charakter total verloren. Es ist klar, dass eine Änderung gemacht werden musste, aber was man hier gemacht hat, scheint wirklicht nicht gut überlegt zu sein."

Dominique Aegerter (27.): Einen richtigen Fehlstart legte in Barcelona Dominique Aegerter hin. Rang 25 am Vormittag und P26 am Nachmittag ergeben für den Suter-Piloten den enttäuschenden 27. Platz in der kombinierten Zeitenliste des Freitags. Nur sechs Fahrer waren langsamer als Aegerter, der über 2,2 Sekunden auf die Bestzeit verlor.

"Wir haben mit dem Setting begonnen, mit dem wir am vergangenen Sonntag das Rennen in Mugello gefahren sind. Doch auf dieser Piste und mit diesen Reifenoptionen funktioniert es nicht. Zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze ist trotzdem ein Schlag ins Gesicht. Wir müssen nun die Daten sehr genau analysieren, um wieder auf die richtige Spur zu finden. Morgen muss auf jeden Fall eine deutliche Steigerung erfolgen."


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