Moto2 - Valencia GP: Die deutschen Fahrer im Check

Blasser Abschluss von Folger, Schrötter und Cortese

Marcel Schrötter kann eine Top-Leistung nicht krönen, Jonas Folger mit Ach und Krach in den Top-10. Unser Check der Deutschen zum Valencia-GP:
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Sonntag: Schrötter kann Top-Platzierung nicht halten

Jonas Folger (8.): Keinen Eindruck im Rennen konnte Jonas Folger schinden - ein blasser Abschied aus der Moto2-Klasse! Von Startplatz elf aus ging es nur mühselig nach vorne für Folger. Drei Plätze konnte er unterm Strich gut machen, den Kampf gegen Mattia Pasini um Rang sieben verlor Folger allerdings.

"Es war ein spannender Kampf auf alle Fälle. Ich war nervös vorm letzten Rennen weil ich wollte uns alle ja nicht enttäuschen. Trotzdem muss ich sagen, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Der Reifen hat zum Schluss sehr stark abgebaut, er ist wieder kaputt gegangen. In den letzten fünf Runden hat er sich aufgelöst und zum Schluss hat sogar die Karkasse rausgeschaut. Es war also richtig schwierig."

Marcel Schrötter (10.): Am besten von den deutschen Piloten unterwegs war Marcel Schrötter. Von Startposition zwölf aus arbeitete er sich in der Anfangsphase bis auf Platz sieben nach vorne und konnte diesen lange Zeit gegen Pasini und Folger behaupten. Doch hinten raus ging Schrötter die Luft aus. Nach einem Fast-Highsider musste er auch noch Danny Kent vorbeilassen. Am Ende rettete er als Zehnter sechs Punkte.

"Ein weiteres Top-10-Finish ist sicher nicht schlecht. Aber ich muss dazu sagen, dass ich froh sein muss, das Rennen angesichts unserer Probleme überhaupt zu Ende fahren konnte. Ich hatte einen super Start und eine starke Anfangsphase. Ich konnte andere Fahrer locker überholen und eigentlich einfach bis auf P7 nach vorn fahren. Doch ab diesem Zeitpunkt fehlte ein bisschen, um zur Spitzengruppe aufzuschliessen. In etwa zur Halbzeit hat mich Pasini nicht auf die feine Art überholt. "

"Das hat Zeit gekostet und im nächsten Augenblick waren die nachfolgenden Fahrer an mir dran, sowie es zwei, drei Runden brauchte, um den Rhythmus wieder zu finden. Ab diesem Zeitpunkt machte auch mein linker Oberarm Probleme. Ich hatte starke Schmerzen und kaum noch Kraft, um das Bike in den Linkskurven stark abzubremsen und ordentlich einzulenken. Fünf Runden vor Schluss hatte ich auch noch fast einen Highsider, den ich gerade noch meistern konnte."

Sandro Cortese (DNF): Ein gebrauchtes Jahr geht für Sandro Cortese mit einem gebrauchten Rennen zu Ende. Zwar ging es für den Deutschen in der Startphase ausnahmsweise mal nach vorn, denn er kämpfte sich vom 14. Startplatz auf Position elf nach vorne. Das Rennen war jedoch nach einem Sturz in Runde fünf vorzeitig beendet. Damit geht Cortese mit einem Nuller in die Winterpause.

"Es war ein sehr komischer Sturz. Ich bin exakt genau so wie in der Runde davor in die Kurve gefahren. Vielleicht war ich minimal stärker am Gas, und dadurch bin ich am Ausgang gestürzt. Das war sehr ärgerlich, denn zu diesem Zeitpunkt habe ich mich top gefühlt. Was unerklärlich ist: Dass so ein Sturz am Anfang vom Rennen passiert, normalerweise kommt das erst am Ende vor, wenn der Reifen eingeht. Das war der Abschluss der bisher schwierigsten Saison meiner GP-Karriere."

Samstag: Folger nur in den Top-11

Jonas Folger (11.): Die beste deutsche Leistung im samstäglichen Qualifying zeigte Jonas Folger. Kämpfte er am Freitagmorgen noch mit Tom Lüthi und Simone Corsi an der Spitze der Zeitnahme mit, blieb es am Samstag nur bei einem elften Platz. Damit startet Folger nur aus der vierten Reihe.

"Ehrlich gesagt bin ich mit diesem Qualifying nicht zufrieden. Wir konnten uns gegenüber gestern und heute Vormittag nur um zwei Zehntelsekunden verbessern. Das reicht eben nicht, wie anhand der Steigerungen der Konkurrenz zu sehen ist. Es war schwierig das Problem zu lokalisieren, bzw. schneller zu werden. Diesbezüglich müssen wir noch die Daten auswerten und versuchen die Ursache herauszufinden. Über die Dauer des Zeittrainings bin ich eigentlich die meiste Zeit alleine gefahren, was sicher nicht hilfreich war, um unsere Schwachstellen zu erkennen. Aber im Prinzip verlieren wir in jeden Abschnitt eine Zehntelsekunde. Von dem her denke ich, dass der Speed noch nicht ganz passt. Ich bleibe aber für den Renntag dennoch zuversichtlich, da unsere Pace gut und konstant ist."

Marcel Schrötter (12.): Marcel Schrötter blieb nur 0.092 Sekunden hinter seinem Landsmann Folger zurück. Damit sicherte er sich den zwölften Rang im Qualifying und startet damit aus Reihe vier.

"Das Qualifying selbst verlief gar nicht so schlecht. Ich war einer der Ersten auf der Strecke, weil ich freie Bahn haben wollte, um die neuen Reifen bestmöglich nutzen zu können. Ich konnte auch gleich eine gute Zeit fahren, doch als ich zum ersten Mal die Position sah, war mir sofort klar, dass diese Zeit nicht für weiter vorne reichen würde. In den weiteren Runs war es enorm schwierig die Rundenzeiten zu verbessern. Sobald der Grip nach etwa zwei Runden nachliess, tat ich mich schwer diese Zeit zu wiederholen. Wie auch immer, P12 in der Startaufstellung entspricht nicht unseren Vorstellungen. Das Ziel ist nach wie vor aus den ersten drei Reihen zu starten. Abgesehen davon bin ich aber überzeugt, dass wir auch von Startplatz zwölf ein gutes Rennen fahren können."

Sandro Cortese (14.): Für den Platz hinter Schrötter reichte es für Sandro Cortese nicht. Nach Ablauf der 45 Minuten Qualifying landete Cortese nur auf Platz 14. Damit ist ihm nur ein Start aus Reihe fünf.

"Der Average-Speed fürs Rennen ist gut, aber mir hat heute eine schnelle Runde gefehlt, um in die ersten drei Startreihen zu kommen. Mit meiner Ideal-Zeit wäre ich Neunter gewesen, jetzt starte ich von 14. Es sind morgen lange 27 Runden. Ich muss jetzt ruhig bleiben und dann denke ich, können wir morgen ein Top-10-Ergebnis einfahren. Klar, sieht die Position heute erschreckend aus und die vorderen drei Piloten sind sehr schnell, aber alles was dahinter folgt ist machbar meiner Meinung nach. Der Rückstand zum Vierten ist eine halbe Sekunde. Wenn ich da einen guten Rhythmus aufbauen kann, bin ich gut dabei."

Freitag: Folger hält sich in den Top-10

Jonas Folger (5.): Bester Deutscher nach zwei Trainingssessions ist wieder einmal Jonas Folger. Der Dynavolt-Intact-GP-Pilot landete im ersten Training am Vormittag gar in den Top-3, konnte dies aber am Nachmittag nicht ganz bestätigen. Im FP2 reichte es zu Platz neun, seine Zeit vom Vormittag erreichte Folger dabei nicht. In der kombinierten Zeiten-Liste schließt er den Tag damit als Fünfter ab.

"Die etwas kühleren Temperaturen heute Morgen stellten das geringste Problem dar. Wir haben mit dem harten Reifen angefangen und konnten ziemlich schnell eine gute Balance für das Motorrad finden. Zum Schluss haben wir den weicheren Reifen probiert, welcher sich besser anfühlte, aber nicht so sehr, wie wir es uns erwartet hatten. Aber ich habe zügig ein gutes Gefühl aufbauen können und wusste schnell, in welche Richtung wir gehen müssen. Das Motorrad war hinten noch ein bisschen zu hart. Das wirkte sich schlecht auf das Turning aus. Am Nachmittag haben wir noch eine größere Änderung ausprobiert, die wir schon längere Zeit vorhatten. Allerdings funktionierte diese eher schlechter."

Sandro Cortese (12.): Auch Folgers Teamkollege konnte sich am Nachmittag nicht weiter verbessern. Im FP2 langte es für Cortese insgesamt zu Platz elf, doch seine beste Zeit fuhr der Deutsche bereits im ersten Freien Training. Dort landete Cortese immerhin auf der siebten Position. Kombiniert nach zwei Trainings ergibt das Platz zwölf für Cortese.

"Die Nachmittagssession war etwas schwierig. Wir haben etwas ausprobiert. Ich hatte mir auch eigentlich mehr erhofft vom weichen Reifen. Ich war schneller mit dem harten Reifen, was eigentlich untypisch ist. Aber es war der erste Tag, an welchem wir ein paar Sachen ausprobieren mussten. Wir sind trotzdem nicht weit weg, rund eine halbe Sekunde fehlt uns zum Schnellsten. Das ist in Valencia nicht allzu viel. Wenn man hier schnell einen guten Rhythmus findet, ist man dabei. Ich genieße auf jeden Fall das letzte Rennwochenende des Jahres, bevor es schon wieder in die neue Saison geht."

Marcel Schrötter (14.): Ähnlich wie seinen beiden Landsleuten erging es am Freitag Marcel Schrötter. Der AGR-Pilot fuhr seine Tagesbestzeit nämlich ebenfalls schon im ersten Freien Training. Am Vormittag reichte es damit noch zu Platz zehn für Schrötter. Im FP2 landete er am Ende auf Rang 15. Kombiniert über beide Trainings gesehen reiht sich Schrötter damit auf Position 14 ein.

"Nach dem starken Test im vergangenen November bin ich mit einem guten Gefühl nach Valencia gekommen. Doch schon heute Vormittag habe ich mich mit dem Bike nicht wohl gefühlt, obwohl das erste Training von der Platzierung her gar nicht so schlecht endete. Auch einige Änderungen haben nichts bewirkt. Das Bike fühlt sich komplett anders an, als ich mich an den Test erinnern kann. Ich habe mich jedenfalls schwergetan, meinen Fahrstil umzusetzen, den ich für diese Piste gewohnt bin. Das Gefühl mit dem Motorrad ist wirklich nicht schlecht. Ich habe auch nie das Gefühl, dass die Front einklappt oder ohne Warnung wegrutscht. Doch es plagen uns erhebliche Vibrationen und Grip-Probleme am Hinterrad. Deshalb ist es fast unmöglich einen sauberen Strich zu fahren und die Linie zu halten. Wir müssen mehr Stabilität in das Bike bringen und die Ursachen dafür finden, um uns morgen zu verbessern. "


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