Moto2 - West triumphiert in Chaosrennen

Hagel, Stürze und Verschiebungen

In einem der verrücktesten Moto2-Rennen der Geschichte hatte Anthony West das beste Ende für sich.
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Motorsport-Magazin.com - Das Wetter in Assen hat seinem Ruf wieder einmal alle Ehre gemacht. Bei Regen, Hagel und später Sonnenschein fuhr Anthony West seinen zweiten Karriereerfolg ein, nachdem zahlreiche Piloten wie Simone Corsi, Sam Lowes und Luis Salom im Spitzenfeld gestürzt waren. Maverick Vinales und Mika Kallio belegten die Ränge.

Rabat landete bereits auf dem Weg zur Startaufstellung im Kies - Foto: Marc VDS Racing

Bereits vor dem Start des Moto2-Rennens gab es ordentlich Action. Alle Piloten machten sich bei trockener Strecke auf Slicks auf den Weg in die Startaufstellung. Von einem Moment auf den anderen begann es allerdings heftig zu regnen. Esteve Rabat wurde davon überrascht, flog heftig ab und beschädigte seine Kalex stark. Er musste zurück an die Box und hätte so eigentlich auch von dort starten müssen, da die Boxengasse bereits geschlossen war. Doch dann begann es auch noch zu hageln und der Start wurde um 20 Minuten auf 12:40 Uhr verschoben, weshalb auch Rabat wieder in die Startaufstellung durfte. Zur zweiten Sichtungsrunde schien bereits wieder die Sonne, auf der völlig nassen Strecke stürzten dennoch Tetsuta Nagashima und Franco Morbidelli. So ging es also mit bereits drei Stürzen vor dem Start in das Moto2-Rennen von Assen.

Einige Fahrer wie Jonas Folger gingen auf der auftrocknenden Strecke mit Slicks in das Rennen, Dominique Aegerter setzte auf einen Slick am Hinterrad. Der Großteil des Feldes wählte aber Regenreifen. Das war auch die richtige Entscheidung, denn pünktlich zur ersten Runde begann es wieder heftig zu regnen. Aegerter war chancenlos und fiel sofort bis auf Platz 24 zurück. Das gesamte Feld wurde aber heftig durcheinander gewürfelt.

Corsi dominiert Anfangsphase

Nach zwei Umläufen hatten sich die Fahrer einigermaßen sortiert und Simone Corsi führte das Rennen vor Sam Lowes, Mattia Pasini, Julian Simon und Anthony West an. Pasini verabschiedete sich aber schnell aus diesem Kampf, nachdem er in Runde drei gestürzt war. Im selben Umlauf kam Folger zum Reifenwechsel an die Box, sein Versuch mit Slicks war aussichtlos.

Nach einigen Minuten hatte der Regen wieder nachgelassen und Tom Lüthi kämpfte sich nun auf der teilweise bereits wieder trocknenden Strecke nach vorne, in Runde sechs war er bereits Vierter und an Julian Simon vorbei. Dahinter lagen Maverick Vinales, Mika Kallio und Esteve Rabat. Der WM-Leader musste aber bald Alex de Angelis vorbei lassen und war nur noch Neunter.

Simone Corsi stürzte in Führung liegend - Foto: Milagro

In Runde acht stürzte Lowes auf Rang zwei liegend. Er konnte zwar sein Rennen fortsetzen, mit dem Sieg hatte er aber fortan nichts mehr zu tun. Kurz darauf hatte der Brite auch noch einen Highsider und beendete den Grand Prix endgültig.

Nach elf Umläufen flog auch Simone Corsi in Führung liegend ab. Mit zehn Sekunden Vorsprung rutschte er in Runde zehn in das Kiesbett. Er konnte das Rennen zwar fortsetzen, lag aber nur noch auf Platz zwölf. Anthony West führte nun den Grand Prix der Niederlande vor Julian Simon und Maverick Vinales an.

West übernimmt die Führung

Auf der ständig trockeneren Strecke stellte sich allmählich wieder das übliche Kräfteverhältnis ein - mit Ausnahme von Anthony West. Dieser führte neun Runden vor Ende nach wie vor, doch dahinter platzierten sich mit Vinales, Salom und Kallio die üblichen Verdächtigen. Dahinter folgten erst Alex de Angelis, Julian Simon und Tom Lüthi. Esteve Rabat konnte die Pace nicht mitgehen und belegte nur Position zehn.

Hinter West kam es zwischen den beiden Pons-Teamkollegen Salom und Vinales zu einem hitzigen Zweikampf, in dem sie sich sogar berührten. Fünf Runden vor Ende stürzte Salom aber ebenfalls aus dem Rennen, nachdem er in Kurve zehn über das Vorderrad weggerutscht war. Der Kampf um den Sieg wurde somit zu einem Dreikampf zwischen West, Vinales und Kallio.

Elf Jahre musste West auf einen GP-Erfolg warten - Foto: Milagro

Maverick Vinales holte in der letzten Runde noch einmal alles aus seiner Kalex heraus, doch Anthony West wehrte alle Angriffe ab. Elf Jahre nach seinem ersten Grand-Prix-Erfolg in Assen, damals noch in der 250ccm-Klasse, gewann der Australier sein zweites Rennen. Maverick Vinales belegte Rang zwei, Mika Kallio komplettierte das Podium. Dahinter landeten Johann Zarco, Alex de Angelis, Tom Lüthi und Julian Simon. Esteve Rabat musste sich mit Rang acht vor Lorenzo Baldassarri und Hafizh Syahrin begnügen. Gino Rea wurde Elfter vor Marcel Schrötter, der so vier Punkte sammelte. Simone Corsi kam trotz seines Sturzes noch auf Rang 13. Takaaki Nakagami wurde 14. und auch der gestürzte Luis Salom holte noch einen Zähler.

Keine Punkte gab es für Dominique Aegerter, der nur 21. wurde. Jonas Folger belegte Platz 23, Robin Mulhauser Position 27. Sandro Cortese und Randy Krummenacher sahen nach Stürzen die Zielflagge nicht.


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