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Moto2 - Interview - Sandro Cortese: Der harte Weg zurück

Wollte trainieren, aber der Schmerz war zu groß

Sandro Cortese blickt auf ein emotionales erstes Saisonviertel zurück. So hart war der Kampf um sein Comeback und so profitieren die Deutschen voneinander:
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Motorsport-Magazin.com - Sandro, du hattest in den ersten fünf Saisonrennen schon einige Höhen und Tiefen? Wie hast du das erste Saisonviertel erlebt?
Sandro Cortese: Es war sehr emotional. Die Wintertests waren sehr gut, doch dann kam der Fersenbeinbruch, der mich extrem weit zurückgeworfen hat. In Jerez und Le Mans gab es bereits Anzeichen, dass es wieder besser läuft, davor war die Fitness einfach nicht da. Durch den Bruch musste ich drei Wochen eine Schiene tragen, das hat mich viel Muskulatur gekostet. Aber ich habe mich zurückgekämpft und fühle mich wieder sehr wohl. Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir diese schwierige Situation gemeistert haben.

Ich konnte lange nicht einmal Fahrradfahren und Joggen geht zum Beispiel jetzt noch immer nicht.
Sandro Cortese

Wie sehr und wie lange musstest du dein Training einschränken?
Sandro Cortese: Es ging einfach nichts. Ich wollte zwar trainieren, aber der Schmerz war zu groß. Ich konnte lange nicht einmal Fahrradfahren und Joggen geht zum Beispiel jetzt noch immer nicht. Aber es wird mit jeder Woche und jedem Tag besser.

Wie lange wird es dauern, bis du wieder bei voller Fitness bist?
Sandro Cortese: Ich bin schon wieder sehr fit und habe vor allem seit Le Mans sehr viel trainiert. Pausen sind in so einem Regenrationsprozess zwar wichtig, aber sie sollten nicht zu lang sein und danach sollte man noch härter trainieren. Diese Taktik hat bislang gefruchtet.

Sandro Cortese brach sich beim Aufakt die Ferse - Foto: Intact GP

Die Bilder von dir nach dem Zieleinlauf in Katar mit gebrochenem Fuß und Tränen in den Augen waren sehr emotional. Hast du danach auch Zuspruch von deinen Fans erhalten?
Sandro Cortese: Auf jeden Fall, das war sehr berührend. Ich habe das Ganze für mich aber abgehakt und möchte lieber wieder nach vorne schauen.

Du bist schon zweimal in der ersten Startreihe gestanden. Woher rührt deine diesjährige Stärke auf eine schnelle Runde?
Sandro Cortese: Ich war einfach noch nicht fit genug um eine ganze Renndistanz durchzuhalten. Zwei Runden gingen gut, auch fünf, aber 26 eben nicht mehr. Dazu war mein Körper noch nicht bereit.

Wirkt es nur von außen so, oder ist der Gangart im Moto2-Feld dieses Jahr noch härter?
Sandro Cortese: Es wird eigentlich jedes Jahr um eine Spur härter, weil die Leistungsdichte auch immer weiter zunimmt. Da geht es schon sehr aggressiv zu Werke.

Wirkt sich das auf die allgemeine Stimmung im Paddock aus? Wieviel Kontakt hast du zu deinen Moto2-Kollegen?
Sandro Cortese: Der Einzige, zu dem ich guten Kontakt pflege, ist Fahmi (Khairuddin), der in der Moto3 ja mein Teamkollege war. Er war nach Le Mans auch zwei Wochen bei mir daheim und wir haben viel gemeinsam trainiert.

Es ist für uns beide gut, dass es zwei schnelle Leute aus Deutschland gibt.
Sandro Cortese

Mit Jonas Folger gibt es einen zweiten schnellen Deutschen neben dir in der Moto2. Spornen dich seine Leistungen zusätzlich an oder lässt dich das kalt?
Sandro Cortese: Es ist für uns beide gut, dass es zwei schnelle Leute aus Deutschland gibt. Mich freut es aber für Jonas, dass er sich so schnell an die Moto2 gewöhnen konnte. Wenn wir beide gute Ergebnisse einfahren, profitiert der gesamte deutsche Motorradsport davon.

Verglichen mit dem letzten Jahr - in welchen Bereichen hast du die größten Fortschritte erzielt?
Sandro Cortese: In allen Bereichen, das kann man gar nicht mehr mit letztem Jahr vergleichen.

Wie sehr siehst du euer Motorrad technisch schon ausgereizt?
Sandro Cortese: Wir haben eine gute Basis und mit Kalex kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Auf der technischen Seite müssen wir uns überhaupt keine Gedanken machen.

Hat sich im Vergleich zum Vorjahr an der kritischen Reifensituation in der Moto2 geändert?
Sandro Cortese: Nein, da sieht es immer noch gleich aus. Wir sind noch immer am Kämpfen, damit noch etwas von Dunlop kommt. Sie machen zwar einen guten Job, aber ein paar Reifen mehr würden uns gut tun. Als Fahrer können wir da aber nicht viel tun.


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