Motorsport-Magazin.com - Hari Proczyk hat die Führung während des gesamten Rennens der Mini Challenge am Nürburgring zwar nie abgegeben, gab aber dennoch nach seinem Sieg zu Bedenken: "Ich wusste, dass der Jeroen [Bleekemolen] hinter mir pusht bis zum Ende. Es war hart, über die Distanz so schnelle Runden zu fahren." Die schnellste Rennrunde war mit 2:04.134 Minuten nur etwas mehr als eine Sekunde langsamer als die Qualifikationszeit der Pole-Position.
Als Dritter fuhr der Schwede Daniel Haglöf (GIGAMOT) aufs Treppchen, der am Ende des Rennens das Tempo von Proczyk und Bleekemolen nicht mehr mitgehen konnte: "Ich habe jede Runde eine andere Linie versucht, aber die beiden waren einfach schneller." Den vierten Platz sicherte sich Jürgen Schmarl, der über das gesamte Rennen recht frei fahren konnte.
Hinter diesen Vieren ging es sehr turbulent zu. Steffi Halm zum Beispiel wurde gleich in der ersten Kurve weit nach hinten durchgereicht, konnte sich aber schnell wieder auf den fünften Platz vorarbeiten. Sie hatte Steve Kirsch danach direkt hinter sich. Es folgte ein Zweikampf wie aus dem Bilderbuch. Steve Kirsch konnte kurzzeitig an Steffi Halm vorbeigehen, sie konterte jedoch auf dem Fuße und konnte sich in der Folge einige Meter absetzen. Roger Büeler lief auf das Duo auf, in der achten Runde kam er auf einer völlig anderen Linie als Steve Kirsch in die erste Kurvenkombination und schob diesen dann kurz an. Die Folge war ein Dreher, der Kirsch bis auf Rang 8 zurückwarf.
Das weitere Mittelfeld war ebenfalls in heftiger Bewegung. Christian Feineis kam zum Beispiel am Start sehr gut los und lenkte als Zehnter in die erste Kurve ein, dann gab es allerdings einen Treffer, der ihn drehte und einige Plätze zurückwarf. In der Folge arbeitete er sich wieder bis in die Top 10 vor. Kurz vor Schluss musste er allerdings die Box ansteuern, sein Keilriemen war abgerutscht und die Batterie wurde deshalb nicht mehr geladen. Feineis konnte das Rennen daher nicht beenden.
Zwei Runden vor der karierten Flagge kam es zur Berührung von Franjo Kovac und Friedrich von Bohlen, der dabei gedreht wurde. Peter Posavac war so dicht dahinter, dass er trotz eines Ausweichmanövers Bohlens Rennwagen traf und stark beschädigte. Auch das Fahrzeug von Posavac hatte einen heftigen Frontschaden zu verbuchen.
Beinahe alle MINI Renner hatten durch Steinschlag zerstörte Frontscheiben, zudem war eigentlich kein Auto dabei, das komplett ohne Feindberührung geblieben war. Somit hatten die Mechaniker eine nette Abendbeschäftigung, durch die späte Startzeit des 10. Rennens um 17:25 Uhr und den frühen Start am Sonntag (11:20 Uhr) ist der Zeitplan knackig gehalten.