Mehr Sportwagen - Daytona: Starkes GT-Feld anwesend

Hält die Porsche-Serie?

Im diesjährigen GT-Feld gibt es zahlreiche Sieganwärter von fünf verschieden Marken. Wer kann die Porsche-Übermacht stoppen?
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Motorsport-Magazin.com - Außer Mazda konnte kaum jemand Porsche in den letzten Jahren in der GT-Klasse in Daytona gefährlich werden - aber ausgerechnet der japanische Hersteller ist fast vollständig in die GX-Kategorie abgewandert. Doch Angesichts der Markenvielfalt und hohen Dichte an Werkfahrern und Profis kommen einige der 33 GT-Fahrzeuge für den Sieg beim Langstreckenklassiker in Frage.

Wie bei den Prototypen so ist auch bei den Grand Tourern in der Grand-Am das technische Reglement bewusst etwas altbacken. Einerseits, um die Kosten niedrig zu halten und andererseits, um einen amerikanischen Sonderweg zu bestreiten, der vor technologischer Innovation von jenseits des Atlantiks schützen soll. Die Grand-Am-GTs entsprechen von ihren Leistungen in etwa dem Niveau der GT3, müssen aber bei ca. 390 bis 450 PS ohne Traktionskontrolle auskommen. Der Serienveranstalter gleicht die Leistung der Fahrzeuge mit eine Balance of Performance über Veränderungen von etwa Gewicht oder Drehzahlgrenze aneinander an.

Porsche: Klasse und Masse

Porsche hat nicht nur die Testfahrten des "Roar Before the Rolex 24" dominiert, sondern ist auch mit einer überwältigenden Zahl an 997 GT3 Cup in Daytona vertreten. Aus deutscher Sicht sind die Teilnahmen von Mühlner Motorsport und Konrad Motorsport (zusammen mit Team Orbit) bemerkenswert.

Burtin Racing, der Spitzenwagen von The Racer´s Group (TRG) und der Titelverteidiger Magnus Racing stellen die gleichmäßigsten Fahrerteams. Die Porsche-Werksfahrer hingegen sind auch dieses Jahr auf viele Teams verteilt - nur Wolf Henzler ist nicht dabei. Weitere deutschsprachige Porsche-Asse werden ebenfalls ins Lenkrad greifen: Christian Engelhart (Orbit), Dominik Farnbacher (TRG), Mario Fanbacher (Burtin), Martin Ragginger (Burtin) und Robert Renauer (Burtin).

Aus Brasilien kommt Dener Motorsport mit dem ehemaligen Formel-1-Rekorsstarter Rubens Barrichello und dem IndyCar-Sympathieträger Tony Kanaan. Auch hier wird wie bei vielen anderen Porsche-Teams der Sieg weniger über die Leistung der Spitzenpiloten gewonnen als über die Fehlerquote der übrigen Fahrer verloren werden.

Ferrari: Sieben auf einen Streich

Ganze sieben Ferrari 458 sollen in Daytona antreten. Das springende Pferd aus Maranello hat mit dem Markentitel in der vergangenen Saison gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist.

Aus der ALMS bekannt ist Extreme Speed Motorsport von Vodka-Produzent Ed Brown mit IndyCar-Sieger Scott Sharp und Johannes van Overbeek. AIM Motorsport hat auf seinem Top-Auto gleich drei bewiesene Könner an Bord: Neben Max Papis sind Toni Vilander und Giancarlo Fisichella aus dem Ferrari-Kader dabei. AF Corse bringt zusammen mit Michael Waltrip zwei Fahrzeuge und hat mit dem Portugiesen Rui Aguas und dem NASCAR-Chaser Clint Bowyer Erfahrung und Speed im Team.

Chevrolet: Mit Corvette und Camaro

Chevrolet konzentriert sich auf den Gesamtsieg bei den Prototypen. Der amerikanische Autobauer ist daher nur mit zwei Fahrzeugen in der GT-Klasse vertreten - trägt aber mit zwei verschiedenen Fahrzeugtypen zur Vielfalt des Feldes bei.

Stevenson Motorsports kommt mit einem Camaro und dem vierten Platz von 2012 im Rücken. Dass die Ambitionen drüber hinausgehen, zeigt die Verpflichtung der Corvette-Piloten Tom Milner und Jan Magnussen. Marsh Racing fährt seit 2010 mit einer Corvette in der Grand-Am, startete aber noch nie in Daytona. Nicht nur an Erfahrung, sondern auch an Geschwindigkeit dürfte es fehlen, auch wenn Haudegen Boris Said dabei ist.

BMW: Klein, aber fein

Wie Chevrolet ist auch BMW bei den Prototypen erheblich stärker vertreten als bei den Grand Tourern: Nur zwei BMW M3 stehen auf der Meldeliste. Eingesetzt werden sie jedoch von Turner Motorsport, die langjähriger Erfahrung mit den Münchener Boliden mit nach Florida bringen.

Auf der Fahrerseite sorgen Tourenwagen-Champ Andy Priaulx, der frisch gebackene Werksfahrer Maxime Martin, BMW-Veteran Bill Auberlen und abermals Boris Said für Highlights. Letztes Jahr fielen jedoch beide Wagen mit Problemen weit zurück.

Audi: Vorsprung durch Einsatz?

Audi unterstützt offiziell nur Kundenteams, aber allein die Präsenz hochkarätiger Fahrer zeigt, dass die Ingolstädter das letzte große 24-Stunden-Rennen gewinnen wollen, dass ihnen noch fehlt. Vier der neuen Audi R8 LMS Grand-Am sind mit bis zu drei Vollprofis besetzt.

Bei Rum Bum Racing sind unter anderem GT1-Weltmeister Markus Winkelhock, DTM-Altmeister Frank Biela und GT3-Experte Christopher Haase dabei. Für Audi Performance and Racing (APR) werden GT1-Weltmeister Marc Basseng sowie die deutschen GT-Größen René Rast und Frank Stippler zusammen mit Ian Bass, dem 24-Stunden-GT-Sieger von 2006, antreten. Bei Alex Job Racing (AJR) ist die DTM-Fraktion am Steuer: Filipe Albuquerque, Edoardo Mortara und Oliver Jarvis teilen sich den Wagen mit dem südafrikanischen Grand-Am-Youngster Dion von Moltke.

Mazda und Dodge: Kuriose Außenseiter

Racers Edge Motorsport erweiterte seinen Fuhrpark von Ford Mustangs auf einen Mazda RX-8 und stellt den einzig verbliebenen Wankelmotorwagen. Ebenfalls zu den Exoten gehört die Viper von Vehicle Technologies mit dem ehemaligen Champ-Car-Piloten Jan Heylen.


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