Le Mans Serien - Stefan Mücke Zweiter bei Pescarolo-Sieg

Problemloses Rennen für Bruno Senna

Boullion/Tinseau gewinnen Nachtrennen in Portimao, Bruno Senna steht zum zweitenmal in der LMS auf dem Podest, Kolles-Audis erleben Pleite.
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Motorsport-Magazin.com - Seit drei Jahren, seit Barcelona 2006, hatte Pescarolo in der LMS nicht mehr gewonnen - bei der Premiere des Nachtrennens in Portimao klappte es endlich wieder. Ex-Sauber-F1-Pilot Jean-Christoph Boullion und Christophe Tinseau sicherten sich am Ende souveränn den Sieg - obwohl sie vier Runden vor Schluss, für viele eher unerwartet, doch noch einen kurzen zusätzlichen Tankstopp einlegen mussten. "Der siebte Platz im Qualifying hat nicht unser wahres Leistungsvermögen gezeigt, und wir haben dann auch noch einiges am Auto gefunden, schon im Warm-up lief es sehr gut." So konnte sich Boullion mit seinem achten LMS-Sieg zum bisher erfolgreichsten Fahrer in dieser Kategorie krönen: "Wusste ich gar nicht, aber ist natürlich schön."

In einer bestimmten Konstellation, unter gewissen Umständen, blockiert schon beim Antippen der Bremse gleich die Hinterachse
Stefan Mücke

Gar nicht so viel hatte sich im Vorfeld Aston Martin ausgerechnet, insofern war der zweite Platz für Stefan Mücke, Jan Charouz und Tomas Enge schon ein großer Erfolg. "Für uns ging es hier auf dieser Strecke, die uns eigentlich nicht so besonders gut liegt, vor allem darum, wichtige Meisterschaftspunkte zu sammeln", meinte der Berliner. "Wir mussten auch mit viel mehr Risiko fahren als etwa der Pescarolo, aber wohl auch Oreca, um das Tempo mitgehen zu können."

Damit hatte ein Abflug in den Kies beim Überrunden noch im ersten Stint allerdings nichts zu tun. "Auch nicht mit der Überrundung. Das war wieder ein Problem, dass an dem Auto schon öfters aufgetaucht ist. In einer bestimmten Konstellation, unter gewissen Umständen, blockiert schon beim Antippen der Bremse gleich die Hinterachse..."

Mücke hatte Glück, aus dem Kies relativ schnell wieder heraus zu kommen und nicht mehr als etwa 20 Sekunden zu verlieren: "Ganz langsam und vorsichtig im ersten Gang - das ging schon." Vorsichtig waren er und sein Teamkollege Tomas Enge, dem es an dieser Strecke vor allem der Swimmingpool im Fahrelager "direkt hinter unserer Box" angetan hatte, dann auch in der Schlussphase: "Da hatten wir dann auch ein paar Probleme beim Runterschalten und haben eigentlich nur noch versucht, den zweiten Platz nach Hause zu bringen."

Bruno Senna und Thiago Monteiro belegten im Oreca Rang drei - für Senna der zweite Podiumsplatz nach seinem Debüt in Barcelona. "Und nach den beiden Aus- und Unfällen in Spa und Le Mans war es für mich sehr schön und wichtig, endlich einmal wieder ein problemloses Rennen zu haben." Ein kleiner Ausrutscher ohne größere Folgen in der Startphase, "weil ich so dicht an dem Aston dranwar und ein bisschen Abtrieb verloren habe", zählte da nicht als Problem.

"Wir haben uns auch vom Speed her eindeutig verbessert, im Verkehr vor allem ist uns aber der Pescarolo auf jeden Fall noch überlegen, da verhält sich unser Auto noch sehr kritisch." Vor allem aber habe eine im Nachhinein etwas zu konservative Strategie einen möglichen zweiten Platz gekostet. "Ich hätte mit dem ersten Reifensatz locker noch einen dritten Stint fahren können, dann hätten wir uns insgesamt eine Minute an der Box gespart. Aber die aggressive Strategie hatte halt unser anderes Auto." Nur dass dort Nicolas Lapierre schon in der ersten Stunde wegen eines Benzinlecks vorzeitig an die Box kommen musste, über zwei Runden verlor, so dass ihm und Olivier Panis am Ende nur der vierte Rang blieb.

Super-GAU für Kolles-Audis

Für die beiden Kolles-Audi kam der Super-GAU bereits nach einer halben Stunde, als sich Andy Meyrick drehte und dabei seinen Teamkollegen Christian Bakkerud gleich mit von der Strecke riss. Die fälligen Reparaturen warfen beide so weit zurück, dass sie es nicht einmal mehr bis in die Wertung schafften. Zu den Ausfällen gehörte auch die anfangs in der Spitze mitmischende Ginetta-Zytec vom Strakka-Team: Danny Watts und Nick Leventis mussten wegen nicht behebbarer Motoraussetzer durch Elektronikprobleme aufgeben.

In der LMP2 sezte sich am Ende das in Portugal beheimatete Quifel ASM Team mit Oliver Pla und Miguel Amaral durch. In der LMGT1-Kategorie waren überhaupt nur zwei Autos am Start gewesen, am Ende war der klare Sieger die vom Team von Ex-Skistar Luc Alphand eingesetzte Corvette mit Yann Clairay, Julien Jousse und Patrice Goueslard.

Erfolgreiches Nachtrennen für Oreca-Team. - Foto: LMS

Wesentlich dramatischer ging es dagegen in der LMGT2 zu. Dort wäre der Felbermayr-Porsche nach der Trainingsbestzeit wohl auch im Rennen der klare Favorit gewesen, hätte es nicht gleich in der ersten Kurve gekracht - und zwar ausgerechnet zwischen den Felbermayr-Teamkollegen. Der junge Portugiese Francisco Cruz Martins im Elfer der deutschen Equipe leistete sich gleich einen m kapitalen Verbremser und knallte auf das rechte Hinterrad des Lietz/Lieb-Autos. Für Cruz Martins, Christian Ried (Schönebürg) und Horst Felbermayr Jr. (Österreich) bedeute dies das frühe Aus durch einen Aufhängungsbruch. Richard Lietz konnte nach dem Reifenwechsel weiterfahren, doch nach einer Stunde brach als Folge des Unfalls einer der Querträger der Hinterachse, außerdem war einer der drei Stehbolzen gebrochen, an denen der Querträger befestigt ist.

Die einstündige Reparatur bedeutete einen Rückstand von 30 Runden, doch mit wahren Fabelzeiten kämpften sich die beiden noch auf den achten Klassenrang "Zwei Punkte für Trainingsbestzeit und Platz acht aus einem Rennen mitzunehmen, das wir hätten gewinnen können, ist bitter", war 'Marc Lieb doch sehr enttäuschter Marc Lieb. "Wir lagen vor dem Rennen sieben Punkte vorn, jetzt fehlen uns zwei Zähler auf die Führenden. Das schmerzt ganz besonders deshalb, weil unser Auto einfach gigantisch war. Wir haben den 911 GT3 RSR über Winter weiterentwickelt und waren jetzt zum dritten Rennen perfekt aussortiert. Bis zum Crash. Dass das Team unser schwer beschädigtes Auto überhaupt wieder hingekriegt hat, zeigt, wie professionell und engagiert die Jungs sind. Das war toll."

Ganz oben auf demGT2-Podest standen am Ende zwei Ferrari-Piloten - Robert Bell und Gianmaria Bruni.


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