IndyCar - Powers Oval-Bedenken halten sich

Zu viele Punkte in der Steilwand liegen lassen

Will Power kennt das Geheimnis seiner fast schon tragischen Titelschwäche - die Konkurrenz zu seinem Leid auch: Sie heißt Ovalform und will sich nicht bessern.
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Motorsport-Magazin.com - 15. September, Fontana, Runde 54: Will Power schlägt auf dem kalifornischen Ovalkurs in die Mauer ein und kann, wie schon in den beiden Vorjahren, seinen Titeltraum so gut wie begraben. Knapp 200 Umläufe später ist es für den Australier traurige Gewissheit: Trotz verzweifelter Reparaturversuche seiner Mechaniker, einer kurzzeitigen Rückkehr auf die Strecke und beeindruckendem Kampfeswillen, hat es erneut knapp nicht gereicht... drei Punkte fehlen dem Penske-Fahrer am Ende - neuer Meister ist Ryan Hunter-Reay. Ein paar Monate sind seitdem vergangen, doch irgendwie, so hat man das Gefühl, hängt dem 31-Jährigen das Finaltrauma immer noch nach.

Wenn man zurückblickt, muss man feststellen, dass wir bei diesen Rennen einfach viel zu viele Punkte haben liegen lassen.
Will Power

Lösungen haben sie in den vergangenen zweieinhalb Monaten im Team gesucht - gestoßen sind sie dabei nur auf das Offensichtliche, was sowieso schon jeder vorab wusste. Die Meisterschaft gekostet hat Power letztendlich einzig und allein seine schwache Performance auf Ovalkursen - lediglich einen seiner 15 Karrieresiege konnte er abseits von Straßenkursen einfahren - das war auch schon in den vorangegangenen Saisons so und wird wohl auch so bleiben, denn glaubt man dem Mann aus Toowoomba, tat man sich bei der Detailanalyse im Abschluss an die Saison unglaublich schwer, zielführende Ansätze zur Maximierung des Potenzials in der Steilwand zu finden. "Ich wünschte, ich könnte das Geheimnis verraten, das uns auf Ovalen schneller und konstanter macht", lautete dementsprechend Powers größter und einziger Weihnachtswunsch.

Immer vor verfrühter Freude gewarnt

"Wenn man zurückblickt, muss man feststellen, dass wir bei diesen Rennen einfach viel zu viele Punkte haben liegen lassen", zeigte sich auch der mehrfache Vizechamp einsichtig. Die Problematik bestehe aber nach wie vor im positiven Umsetzen der schmerzhaft gewonnenen Erkenntnis. "Ich weiß nicht, was wir in der Winterpause machen können, um unseren Fokus da besser draufzulegen", so Power, dessen Titeltriumph 2012 nach drei Siegen bei den ersten vier Saisonrennen in der Szene eigentlich schon als sicher galt. "Es stimmt schon, dass wir einen tollen Start hatten - einen, von dem man als Fahrer nur träumen kann. Aber im Nachhinein entwickelte sich das fast schon zu einem Fluch." Die Erwartungshaltung sei dementsprechend in den Himmel geschnellt.

Es ist wichtig, dass man die Ereignisse im letzten Rennen jetzt nicht all das verdunkeln lässt, was davor passiert ist.
Will Power

"Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich immer betont habe, dass man nicht vergessen darf, dass es eine lange Saison ist, es viele starke Fahrer gibt und alles passieren kann." Powers pessimistische Prophezeiung traf ein. Daran zerbrechen wollte der Australier nun aber mitnichten. "Es ist wichtig, dass man die Ereignisse im letzten Rennen jetzt nicht all das verdunkeln lässt, was davor passiert ist - es war für unser Team und die Serie eine tolle Saison." Sein Konkurrent Ryan Hunter-Reay sei ein völlig verdienter Meister, zeigte sich der Penske-Star als fairer Verlierer, wies jedoch auch darauf hin: "Man darf sich sicher sein, dass wir in den kommenden Monaten hart arbeiten werden, um 2013 für einen neuen Angriff auf den Titel bereit zu sein."


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