IDM - Superbike - Vorschau Schleiz

Die heiße Phase beginnt

Am Wochenende stiegt der sechste von insgesamt acht IDM-Läufen. Dieses Mal gastiert die Serie auf der Naturrennstrecke thüringischen Schleiz.
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Motorsport-Magazin.com - Es ist die sechste von acht Saisonstationen, die am Wochenende den IDM-Zirkus in Schleiz beherbergen wird. Das bedeutet, dass die Hälfte der Saison längst passe ist und dass es in die heiße Phase geht. In Schleiz könnte es, rein theoretisch, bereits die ersten Meisterkrönungen geben.

IDM Superbike: BMW im Aufwind

Nach dem Doppelsieg des BMW-Piloten Werner Daemen, dem ersten Sieg der neuen BMW S1000RR in einer internationalen Rennserie, befinden sich die weiß-blauen in einem Aufwind. Daemen ist derzeit Meisterschaftszweiter und verliert auf den Tabellenführer Jörg Teuchert noch 68 Punkte. Und wie Teuchert selbst immer wieder betont: Im Rennsport kann viel passieren. Der Belgier Daemen ist unterdes etwas ausgeruht, war mit seinen drei Kindern nach dem Rennen von Salzburg in einem Freizeitpark. "Ich habe mit meinen Kindern alles mitgemacht", schilderte er. "Ich bin wie sie alles gefahren und habe überlebt!" Das war gleich nach dem Rennen auf dem Salzburgring Anfang Juli. In der Zwischenzeit hat die alpha Technik van Zon BMW Motorrad-Mannschaft mit dem Stammfahrern Daemen und Julian Mazuecos auf dem Hockenheimring getestet. Dort wird auch vom 11. bis 13. September das Finale der diesjährigen IDM-Saison statt finden, wofür die Truppe schon jetzt ein Setup ausgearbeitet hat. Schließlich ergeht es der IDM-Mannschaft von BMW ähnlich wie der in der Superbike Weltmeisterschaft: Das Motorrad ist neu und an allen Ecken und Enden fehlen verwertbare Daten.

Werner Daemen holte zuletzt in Salzburg einen Doppelsieg für BMW. - Foto: IDM/Schneider

Für Schleiz selbst gibt sich Werner Daemen optimistisch, obwohl er schon seine Bedenken hat. "Ich bin kein Fan von Straßenkursen, mir sind permanente Rennstrecken lieber", erklärte der Belgier. "Doch in diesem Jahr fahre ich antizyklisch. Den Nürburgring mag ich sehr und da lief es in diesem Jahr nicht so gut für mich. Oschersleben und Lausitzring sind nicht meine favorisierten Strecken, aber dort bin ich auf das Podest gefahren. Schleiz ist eine körperlich sehr anstrengende Strecke, doch in der Vergangenheit war ich da immer vorne dabei."

Größere Verletzungen als erwartet bei Martin Bauer

Die Butter vom Brot nehmen, was den Titel 2009 angeht, wird sich der ehemalige Supersport-Weltmeister Jörg Teuchert wohl nicht mehr lassen. Wie Eingangs schon erwähnt, führt der Yamaha-Pilot mit 68 Punkten Vorsprung die Gesamtwertung an. Im letzten Jahr holte Teuchert in Thüringen zwei zweite Plätze - jeweils hinter dem späteren Meister Martin Bauer.

Es trifft mich richtig hart, dass ich in Schleiz nicht fahren kann.
Martin Bauer

Der ist seit seinem Sturz von Oschersleben beim zweiten Saisonlauf außer Gefecht gesetzt und wird auch in Schleiz nicht am Start sein. Die meisten Verletzungen seien in den letzten zwei Monaten zwar sehr gut verheilt, aber das rechte Handgelenk ist wohl immer noch nicht wieder voll belastbar. Die erste Diagnose des Kahnbeinbruchs wurde inzwischen erweitert, denn auch sämtliche Handwurzelknochen der Gashand wurden beim Horror-Crash in Oschersleben zerstört. "Voll motiviert habe ich am Montag versucht, auf dem Pannoniaring ein paar Runden mit dem Trainingsmotorrad zu drehen", erklärte der Österreicher. "Das hat von der Belastbarkeit des Handgelenks her auch schon ganz gut funktioniert. Aber die Ruhigstellung der letzten Wochen hat ihre Wirkung gezeigt. Mir fehlt zur Zeit einfach noch die Kraft, um über mehrere Runden wirklich schnell fahren zu können."

Daher entschied sich der amtierende Meister auf die Rennen auf dem Schleizer Dreieck auch noch zu verzichten. "Es trifft mich richtig hart, dass ich in Schleiz nicht fahren kann", erklärte der Holzhauer Racing Promotion-Pilot weiter. "Diese Strecke ist Jahr für Jahr ein Highlight für mich und gerade hier wäre ich sehr sehr gerne dabei gewesen. Aber ich muss akzeptieren, dass mein Körper noch nicht bereit für die Belastungen eines IDM-Wochenendes ist."

Stefan Nebel gewann vor sieben Jahren das letzte Mal in Schleiz. - Foto: Toni Börner

Kampf um Meisterschaftsplatz zwei

BMW-Pilot Daemen könnte in Schleiz ganz leicht seinen zweiten Tabellenplatz verlieren. Schließlich sind es von Rang zwei bis vier gerade einmal fünf Punkte. Stefan Nebel wird auf seiner KTM versuchen, den ersten Sieg für die Orangenen einfahren zu können und mindestens einen Punkt mehr als Daemen zu holen. Dann läge der ehemalige deutsche Meister nämlich vor dem Belgier. Honda-Fahrer Arne Tode wird dies aber vereiteln wollen. Schließlich hat er ebenfalls die größten Ambitionen auf ein Top-Resultat, während sich die Gerüchte um seinen Einstieg in die Moto2-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr verdichten.

Stefan Nebel muss man eines zu Gute halten: Er ist, neben Jörg Teuchert, der Einzige Pilot dem es in diesem Jahr bisher gelang, in jedem Rennen Punkte zu holen. Wie schon häufig bei ihm beobachtet, ist sein Schlüssel zum Erfolg die Konstanz. In Schleiz war Nebel seit 2002 konstant in den Top Ten zu finden. Allerdings liegt sein letzter Sieg auf dieser Strecke auch schon einige Jahre zurück. Den holte er sich vor sieben Jahren, also 2002. Seither stand er in Thüringen 2004 als Dritter und 2005 als Zweiter nur zwei Mal auf dem Podest. Kann der KTM-Pilot dieses Jahr wieder an alte Erfolge auf dem Schleizer Dreieck anknüpfen?

Der Wetterbericht für Sonntag sagt derzeit noch etwas Regen voraus. Daher stehen noch andere Piloten auf dem Plan. Der Ungar Gabor Rizmayer hat sich bei den letzten Rennen als Spezialist für widrige Bedingungen bewiesen, bei seinem Schweizer Suzuki-Markenkollegen Roman Stamm ist dies schon länger bekannt. Aber auch Martin Bauers Ersatz Chris Burns dürfte in Schleiz für eine Überraschung gut sein, selbst wenn der Brite diese Piste nicht kennt. Im nassen Training in Salzburg zeigte er, dass er mit seinem "typischen Heimatwetter" bestens zurecht kommt. Und Straßenkurse oder vergleichbare Pisten, ist er ja aus der britischen Meisterschaft gewöhnt.


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