IDM - Grünwald Sechster und Siebter in Zolder

Hoffentlich in Oschersleben wärmer

Der Waldkraiburger Luca Grünwald fuhr im belgischen Zolder einen siebten und einen sechsten Rang in den Rennen zur IDM in der Klasse Supersport 600 nach Hause.

Motorsport-Magazin.com - Zweite Station der neuen SUPERBIKE*IDM (Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft) war an diesem Wochenende der legendäre Zolder Circuit in Belgien, auf dem in den 1980er Jahren unter anderem auch die Motorrad-Weltmeisterschaft mehrmals zu Gast war. Der technisch anspruchsvolle 4.011 Meter lange Rundkurs in Heusden-Zolder war für die meisten Teilnehmer der SUPERBIKE*IDM jedoch absolutes Neuland

Während einige Konkurrenten Luca Grünwalds am Donnerstag, den 2. Mai einen Test-Tag auf dem neuen Schauplatz im IDM-Kalender wahrnehmen konnten, musste der Yamaha-Pilot vom Team Motorrad Bayer-Bikerbox Racing aus Kostengründen zuhause bleiben. Im Verlauf der freien Trainings am Freitag machte sich der Trainingsrückstand bemerkbar, da der selektive Streckenverlauf nicht einfach zu meistern ist. Abgesehen davon erschwerten auch am zweiten Rennwochenende zum diesjährigen nationalen Championat regnerisch nasskalte Bedingungen die Sache ungemein. Mit einem bösen Sturz im ersten Zeittraining musste der Draufgänger Lehrgeld bezahlen, blieb dabei zum Glück aber unverletzt und seine Yamaha YZF-R6 konnte bis zum Beginn von Q2 am Nachmittag wieder rennbereit aufgebaut werden. Auf regennasser Fahrbahn konnte Grünwald jedoch seine neuntschnellste Rundenzeit vom Vormittag nicht mehr verbessern.

Der Test in der Vorwoche wäre mit Sicherheit sehr wertvoll gewesen
Luca Grünwald

"Der Test in der Vorwoche wäre mit Sicherheit sehr wertvoll gewesen. Aber Zolder ist von Waldkraiburg 800 km entfernt und so eine Extra-Ausfahrt erlaubt unser Budget leider nicht. Schon wegen der Streckenkenntnisse wäre es ein Vorteil gewesen. So gesehen diente das erste freie Training vorrangig zum Kennenlernen dieses schwierigen Circuit. In jeden Fall macht es hier Spaß zu fahren. Erst allmählich konnten wir mit der Fahrwerksabstimmung beginnen. Da es hier viele harte Bremspunkte gibt, arbeiteten wir in erster Linie an einem stabilen Verhalten für diese Abschnitte, sowie auch an mehr Grip am Hinterreifen. Für das erste Qualifying am Samstagvormittag waren wir mit unserer Abstimmung gut aufgestellt. Bei trockenen Bedingungen konnte ich mit wesentlich mehr Grip voll angreifen, bis ich in der zweiten Kurve etwas zu übermotiviert agierte. Bei diesem Crash habe ich ziemlich viel Schrott fabriziert. Es tut mir Leid, weil wir dadurch einen besseren Startplatz verspielt haben. Gleichzeitig auch ein riesengroßes Dankeschön an meine Crew, denn bis zum zweiten Zeittraining war meine Yamaha wieder repariert. Diese Session war aber durchgängig verregnet, daher war es unmöglich die Zeiten vom Vormittag zu verbessern. Wohl oder übel mussten wir Startplatz neun zur Kenntnis nehmen", sagte er.

Bis zum Start des ersten Rennens am Samstagnachmittag besserten sich die Bedingungen und die Piloten der Klasse Supersport 600 fanden eine trockene Piste vor. Grünwald fabrizierte als Neunter der Startaufstellung einen mustergültigen Start, doch ein Rempler in Kurve eins ging auf Kosten der Konzentration und der Waldkraiburger verlor dabei eine Position. Es dauerte einige Runden, bis er sich auf Rang acht nach vorne arbeiteten konnte. Erst in der allerletzten Runde gelang es dem Vollblut-Racer seinen Vordermann Jed Metcher zu überholen und als Siebter über ins Ziel zu fahren. Sieger wurde Pole-Setter Leon Bovee.

Ich bin sehr zuversichtlich in das erste Rennen am Samstagnachmittag gegangen. Schon wegen der trockenen Bedingungen
Luca Grünwald

Der 18-Jährige resümierte: "Ich bin sehr zuversichtlich in das erste Rennen am Samstagnachmittag gegangen. Schon wegen der trockenen Bedingungen, für die wir eine gute Abstimmung erarbeitet hatten, rechnete ich mir einiges aus. Mein Start war ok, aber in der ersten Kurve habe ich einen Schlag abbekommen, der mich aus dem Rhythmus brachte. Es dauerte einige Runden, bis ich die verlorenen Positionen wieder aufholen konnte. Die meiste Zeit bin ich dann hinter Metcher nachgefahren und erst in der letzten Schikane vor der Ziellinie konnte ich ihn noch austricksen. Über dieses gelungene Manöver freue ich mich riesig. So wie am Vormittag bei ähnlichen Verhältnissen dauerte es lange, bis ich meine Reifen auf Temperatur brachte. Erst in der Schlussphase konnte ich in etwa die gleichen Rundenzeiten wie Lausletho fahren, der als Vierter bestplatzierter Dunlop-Fahrer war."

Das wechselhafte Wetter war ständiger Begleiter des Rennwochenendes in Zolder. Von dem her sollte es eigentlich keine Überraschung gewesen sein, dass die Supersportler für das zweite Rennen am Sonntag geänderte Voraussetzungen vorfinden. Doch nach einem kurz vorhergegangenen heftigen Regenschauer ließ sich noch vor dem Start die Sonne blicken und die Fahrbahn trocknete daraufhin rasch ab. Das Rennen wurde trotzdem als Regenrennen gestartet. Bis auf einen Teilnehmer nahm das gesamte Starterfeld Heat zwei mit Regenreifen in Angriff. Ebenso auch Luca Grünwald, der dank reifenschonender Fahrweise als guter sechster ins Ziel kam. Das Rennen gewann der Lokalmatador Wim van den Broeck.

"Das Wetter spielte an diesem Wochenende wieder einmal verrückt. Nach einem Regenschauer kam schließlich die Sonne durch und es war eigentlich vorauszusehen, dass die Fahrbahn schnell abtrocknen würde. Andererseits hätte es auch wieder zu regnen beginnen könnten. Jedenfalls war es ein Reifenpoker. Für einen Reifenwechsel in der Startaufstellung war es allerdings schon zu spät. Man hätte, so wie es Manou Antweiler gemacht hat, nach der Warm Up Lap in die Box fahren müssen. Oder zumindest von vornherein auf Intermediates setzen sollen. In der Anfangsphase bei den vorherrschenden Mischbedingungen war ich aber froh mit Regenreifen unterwegs zu sein, da es noch viele nasse Stellen gab und ich auch ein paar haarige Situationen zu meistern hatte. Danach versuchte ich die Reifen bestmöglich zu schonen und auf P5 liegend fuhr ich in etwa gleich schnell wie die Spitze. Kurz vor der Ziellinie konnte mich Antweiler noch abfangen. Ich war aber vollkommen chancenlos. Mit Slick konnte er jede Runde fünf bis sechs Sekunden schneller fahren als wir mit Regenreifen. Im Endeffekt bin ich nach diesem schwierigen Wochenende in erster Linie mit den vielen gesammelten Punkten zufrieden. Hoffentlich wird es beim nächsten Rennen in Oschersleben wärmer sein, da bei diesen kühlen Temperaturen die Konkurrenz mit Pirelli-Reifen offenbar einen Vorteil haben."

Nach der zweiten von insgesamt acht Stationen zur SUPERBIKE*IDM 2013 liegt Grünwald mit 45 Punkten auf dem fünften Gesamtrang in der Supersport 600-Meisterschaft. Führender ist der Schweizer Roman Stamm. Der nächste Event findet in fünf Wochen in der Motorsportarena Oschersleben statt.


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