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GP3 - Interview - Carlos Sainz Junior

Vorbild Vettel

Carlos Sainz Junior fiebert seiner ersten GP3-Saison entgegen. Motorsport-Magazin.com hat sich mit dem spanischen Youngster unterhalten.
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Motorsport-Magazin.com - Der Saisonauftakt in Barcelona rückt immer näher, bist du schon aufgeregt?
Carlos Sainz Junior: Ja, natürlich. Unser letztes Rennen in Macau im vergangenen Jahr ist lange her - fünf Monate sind für einen Rennfahrer eine ziemlich lange Zeit. Ich freue mich wirklich, bin aufgeregt und kann es kaum erwarten.

Ich freue mich wirklich, bin aufgeregt und kann es kaum erwarten
Carlos Sainz Junior

Deine Performance bei den Wintertestfahrten hat vielversprechend ausgesehen. Mit welchen Erwartungen gehst du in die Saison?
Carlos Sainz Junior: Wir haben einen guten Job gemacht, aber das Auto ist neu und wir wissen noch nicht genau, wie es zu handlen ist. Das Team hat tolle Arbeit geleistet und wir freuen uns auf Barcelona.

Was kannst du über das neue GP3-Auto sagen?
Carlos Sainz Junior: Es ist wirklich schwierig zu fahren und fordert den Fahrer immens. Die Pirelli-Reifen sind ziemlich tückisch - man hat 400 PS und nicht viel Downforce, was es nicht einfach macht. Aber jedes Mal, wenn man auf die Strecke geht, genießt man es, weil man wirklich gefordert wird. Es ist jedes Mal eine große Herausforderung.

Du hast die Pirelli-Reifen erwähnt. Sind sie ähnlich schwierig wie in der Formel 1 zu fahren?
Carlos Sainz Junior: Ja, es ist das Gleiche, Pirelli hat sie speziell gemacht. Sie sind wirklich schwierig zu managen und zu kontrollieren.

Wie läuft die Arbeit mit den Ingenieuren bei deinem neuen Team Arden?
Carlos Sainz Junior: Ich bin wirklich glücklich. Sie sind ein gutes Team und arbeiten gemeinsam in dieselbe Richtung. Zwanzig Leute arbeiten an dem Ziel, dass wir die Schnellsten werden. Ich habe in den letzten drei Monaten eine sehr gute Beziehung zum gesamten Team aufgebaut.

Carlos Sainz Senior zählt zu den Stammgästen der Dakar - Foto: Dakar Press

Wie groß ist der Schritt von der Formel 3 in die GP3?
Carlos Sainz Junior: Die beiden Serien sind das komplette Gegenteil. Die Formel 3 hat viel Downforce, aber keine Power, während die GP3 eine Menge Power, aber keinen Downforce hat. Daher ändert sich der Fahrstil und wie man die Kurven anlenkt völlig.

Dein Vater ist ein bekannter Rallyefahrer. Hast du auch bereits an einer Rallye teilgenommen?
Carlos Sainz Junior: Nein, noch nicht. Ich würde wirklich gerne einmal an einer teilnehmen, aber momentan ist mein einziger Traum die Formel 1 und ich arbeite mit Red Bull hart, um ihn zu verwirklichen. Aber in der Zukunft hoffe ich, bei einer Amateurrallye mitzufahren.

Wie ist die Beziehung zu deinem Vater? Begleitet er dich zu den Rennen?
Carlos Sainz Junior: Er ist viel mit mir gereist und ein guter Lehrer. Aber ich muss lernen, auf meinen eigenen Beinen zu stehen. Er zieht sich Schritt für Schritt zurück, weil er denkt, dass das gut für mich ist. Meine Beziehung zu ihm ist wirklich toll, wir treiben jeden Tag zusammen Sport. Er ist mehr ein Freund als ein Vater.

Er ist mehr ein Freund als ein Vater
Carlos Sainz Junior

Seit wann weißt du, dass du Motorsport machen willst?
Carlos Sainz Junior: Schon immer. Ich war drei Jahre alt, als ich mein erstes Rennen im Fernsehen gesehen habe und einen Tag später bin ich zum Kartfahren gegangen. Ich wusste, dass das der Traum meines Lebens ist.

Hast du ein Vorbild?
Carlos Sainz Junior: Sebastian Vettel ist mein Vorbild. Er war im Red Bull Junior Team und hat die perfekte Laufbahn bis in die Formel 1 genommen. Er hatte zuerst mit Toro Rosso Erfolg und ist dann zu Red Bull gegangen. Das ist meine Traumkarriere.

Siehst du die GP2 oder die World Series by Renault als den nächsten Schritt in deiner Karriere?
Carlos Sainz Junior: Zuerst muss ich einmal mit der GP3 beginnen und sehen, wie es läuft. Danach wird Red Bull entscheiden, wie es weitergeht. Der logische Schritt wäre die World Series, weil Red Bull die GP2 nicht mag und die Fahrer dort nicht einsetzt. Ich weiß nicht warum, aber normalerweise geht es in der World Series weiter. Das ist die Geschichte von Red Bull - frag mich nicht warum, ich weiß es nicht.

Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Es ist nicht immer einfach, aber man muss damit zurechtkommen
Sainz Junior über Druck

Wie zuversichtlich bist du, dass wir dich eines Tages in der Formel 1 sehen werden?
Carlos Sainz Junior: Es geht nicht um Zuversicht, sondern es ist mein Traum. Ich habe momentan noch nichts mit der Formel 1 zu tun, sie ist weit weg. Sie ist einfach nur mein Traum und ich tue alles, um sie zu erreichen. Ich gehe Schritt für Schritt und habe keine Eile. Wenn ich in der Formel 1 ankomme, habe ich Erfahrung und die Unterstützung von Red Bull.

Red Bull bietet dir viele Möglichkeiten, aber stehst du dadurch auch mehr unter Druck?
Carlos Sainz Junior: Genau so ist es. Jeder Fahrer im Grid wäre gerne bei Red Bull, daher ist es eine Ehre für mich. Red Bull bietet die beste Plattform, wenn man in die Formel 1 will, weil sie dort zwei Teams haben, eines davon für Rookies. Es ist unglaublich, wie viel sie in uns investieren und ich muss wirklich dankbar sein. Druck muss es geben, weil sie deine Karriere seit dem Alter von 15 Jahren fördern. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Es ist nicht immer einfach, aber man muss damit zurechtkommen.

Wie ist Red Bull mit dir in Kontakt getreten?
Carlos Sainz Junior: Sie haben zwei oder drei der besten Kartfahrer ausgesucht und ich war einer davon. Dann haben sie mit uns in Italien einen Test mit einem Formel-BMW-Wagen gemacht, der darüber entschieden hat, ob man aufgenommen wird oder nicht. Ich habe eine gute Performance abgeliefert und den Vertrag mit Red Bull bekommen und seither fördern sie meine Karriere.


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