Pastor Maldonado hat das Meisterstück aus dem Vorjahr wiederholt und sicherte sich abermals die Pole Position im Fürstentum von Monaco. Leicht hatte es der Venezolaner jedoch nicht, denn Bruno Senna und Mike Conway kamen ihm doch recht nahe - doch am Ende reichten 1:21.057 für die Bestzeit - mit knapp zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf Senna. Am absoluten Limit war der Piquet-Pilot jedoch schon - die ein oder andere Leitplankenberührung, die allerdings ohne Folgen blieb, sprach Bände... Die Bemühungen von Senna und Co., die Bestzeit von Maldonado doch noch zu schlagen, waren zum Scheitern verurteilt, als die Schlussphase der Qualifyingsession nach einem heftigen Abflug von Adrian Valles, der den BCN gerade auf den vierten Platz gestellt hatte, von einer rote Flagge unterbrochen wurde und danach gerade noch drei Minuten auch ziemlich verschmutzter Strecke zu fahren waren...
Maldonados Teamkollege Andreas Zuber hatte im Fürstentum das Glück nicht auf seiner Seite. Am Anfang lief es für den Österreicher noch recht gut. Das freie Training beendete Zuber auf dem zweiten Rang hinter seinem Teamkollegen Pastor Maldonado. Im Qualifying konnte er lediglich den neunten Rang einfahren - doch da war der Schaden eh schon angerichtet. Im freien Training hatte Zuber eine Kollision verursacht, deren Opfer Adam Carroll hieß - und dafür eine Rückversetzung um 15 Plätze kassiert, über die allerdings nach einem Einspruch des Piquet-Teams am späten Abend noch einmal verhandelt wurde.
Daneben musste sich Zuber auch noch wie so viele andere über den Verkehr ärgern: "Ich weiß nur, dass ich in meiner schnellsten Runde keine einzige persönliche Sektorenbestzeit fahren konnte. In meinen Augen ist das einfach lächerlich und nicht nachvollziehbar, warum man das Qualifying nicht in zwei Gruppen aufteilen kann", so Zuber. "Mein Teamkollege hat die Boxen immer als erstes verlassen und das war auch sein Geheimnis. Mein Team hat da einfach geschlafen, so einfach ist das", sagte er. Die Strafe ist für ihn sowieso völlig unverständlich und ungerecht - selbst wenn es nach dem Einspruch noch ein Milderung geben sollte: "Vor allem, weil wir über die Daten belegen können, dass ich sogar noch versucht habe auszuweichen bei meinem Crash, ich aber auf dem Bump einfach nichts machen konnte."
Einer der wenigen, die sich am Ende nicht über den Verkehr beklagen mussten, war Sébastien Buemi. Der Schweizer gab sich mit dem Resultat seiner Arbeit sichtlich zufrieden. "Ich hatte vier freie Runden, mein bisher bestes Qualifying in diesem Jahr. Ich glaube auch, dass das Auto etwas besser ist als zuletzt", sagte Buemi. "Der achte Startplatz ist eine gute Ausgangsposition, um wieder Punkte zu holen."
Auch das andere typische Monaco-Problem, Mauern und Leitplanken, wurde wieder einigen Fahrern zum Verhängnis. Neben Adrian Valles erwischte es auch den Chinesen Ho-Pin Tung, Marcello Puglisi musste am Casino unliebsame Bekanntschaft mit den Streckenbegrenzungen machen. Am kürzesten war das Qualifying aber für Andy Soucek - für ihn war nach zwei Runden Endstation: "Das war absolut mein Fehler. Ich habe mit den neuen Reifen zu spät gebremst", sagte der Austro-Spanier, der sich am Ende mit dem letzten Rang zufrieden geben musste. "Die Reifen waren natürlich noch kalt. Das war absolut blöd und absurd, denn ich hatte eine halbe Stunde Zeit um meine Rundenzeit zu fahren. Monaco ist ja sehr rutschig, also hätte das nicht passieren dürfen. Ich kann es noch immer nicht verstehen", so Soucek. Zu spät habe er aber nicht wirklich gebremst. Das Problem sei gewesen, dass er mit kalten Reifen an der selben Stelle gebremst hatte, wo er es auch mit warmen Reifen tat. "Ich dachte, dass die Reifen wären nach der ersten Runde bereits auf Temperatur gewesen."

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