Endlich war es soweit, endlich ging es in Bahrain wieder ans Rennfahren. Es war schön, wieder die Spannung zu spüren und die Formel 1-Autos im Hintergrund zu hören. Das ist schon etwas anderes als beim Testen, denn da wird es einem mit der Zeit ein bisschen langweilig. Es sind viel mehr Zuschauer da, man weiß, die großen Bosse schauen zu und man muss Leistung bringen.

Das Gefühl, wenn man dann endlich am Start steht und alle auf einen schauen - die ganzen Formel 1-Teams, die Zuschauer -, das ist einfach nur geil. Und in Bahrain dann noch die erste Kurve, wo man mit dem ersten Gang reinfährt, da schießt das Adrenalin gleich noch ein wenig in die Höhe.

Gleich im ersten Rennen ging es auf das Podest, Foto: Sutton
Gleich im ersten Rennen ging es auf das Podest, Foto: Sutton

Im Vergleich zu den Tests ist das Erlebnis an einem Rennwochenende vollkommen anders. Beim Testen fährt man seine Runden und wenn einmal ein Fehler passiert, dann ist das relativ egal. Im Qualifying fährt man hingegen mit neuen Reifen hinaus und weiß, es muss alles passen. Ein Fehler und man steht hinten. Es ist einfach viel intensiver, weil der Druck irrsinnig hoch ist. Vor allem bei mir war das so, weil ich bei den Tests immer vorne dabei war. Da hat es dann natürlich geheißen, ich soll das im Qualifying auch hinbekommen.

Das habe ich dann auch gut geschafft. Im Qualifying konnte ich meinen Teamkollegen Timo Glock hinter mir halten und das war für viele schon eine große Überraschung; ich war Dritter und er Siebter. Im Rennen hat er mich dann zwar wieder überholt, aber vom Speed her konnte ich ganz gut mitgehen. Ich hatte lediglich ein kleines Problem beim Runterschalten. Mir ist das Gas beim Bremsen etwas stecken geblieben, was auf einen Elektronikfehler zurückzuführen war. Deswegen habe ich pro Runde ein paar Zehntel eingebüßt, aber prinzipiell komme ich mit Timo und auch mit der Spitze mit.

Ein Podiumsplatz war natürlich das Beste, was mir beim ersten Rennen passieren konnte. Die Top Fünf waren mein Ziel, die Top Drei habe ich im Qualifying und im ersten Rennen geschafft. Das war perfekt, nur das zweite Rennen war dann weniger gut.

Nach einem sehr guten Start war ich vor Senna und Zaugg, aber der Bruno wollte innen vorbei und ich habe zu sehr auf ihn geachtet, weswegen ich Lucas di Grassi vor mir übersehen habe. Bruno hat mich zwar leicht berührt, bevor ich in Lucas rein bin, aber das war nicht so tragisch. Es war eher mein Fehler, weil ich mich einfach zu viel auf Bruno konzentriert habe.

Bis zum nächsten Rennen in Barcelona ist jetzt noch viel zu tun. Ich werde zwei Wochen nach Dubai fliegen und hart trainieren, um mich vorzubereiten. Dann fliege ich noch zum Team, um mit ihnen zu arbeiten. Eingespannt ist man eigentlich immer.

Auf Barcelona freue ich mich schon. Bei den Tests war ich Schnellster, ich weiß, das Auto ist gut, das Team macht einen guten Job, ich habe die ersten Punkte in der Tasche und das Team führt in der Meisterschaft. Timo ist nach der guten Leistung, die er am Wochenende abgeliefert hat, Zweiter, ich bin Vierter, also sind wir in einer guten Position. Barcelona ist eine tolle Rennstrecke und deswegen freue ich mich schon darauf.