Das Wetter in Jerez war nicht unbedingt das Beste, um einen Test in einem Formel-Rennwagen zu absolvieren. Doch die GP2-Piloten kennen keinen Schmerz und wagten sich auch bei recht nassen Bedingungen auf den Kurs, um ihre Tauglichkeit in den Rennern unter Beweis zu stellen. Da erst gegen Ende der Nachmittagssession die Strecke wirklich trocken wurde, wurden noch einmal 15 Minuten hintan gehängt. Die beste, weil freieste, Runde erwischte dabei Jose Maria-Lopez, der damit auch die Tagesbestzeit einfuhr. Hinter dem Argentinier kamen Lucas di Grassi, Luiz Razia und Bruno Senna auf die Tagesplätze zwei, drei und vier. Wie immer bei abtrocknenden Bedingungen war alles eine Frage des Timings. Wer den richtigen Zeitpunkt erwischte, konnte eine gute Runde fahren - allerdings musste er sie auch erst nach Hause bringen.

Der Vormittag war ganz in den Händen - oder Füßen - von Bruno Senna. Auf regennasser Strecke zeigte der Brasilianer, dass er vom reinen Speed her bereits zu den Schnellsten im ganzen GP2-Testzirkel gehört. Um vier Zehntelsekunden distanzierte er den Rest des Feldes, der von Giorgio Pantano angeführt wurde. Dank des schlechten Wetters gab es am Vormittag auch einige Unterbrechungen durch rote Flaggen, da einige Fahrer das Limit nicht ganz so gut einschätzen konnten und neben der Strecke landeten.

Für Senna selbst war sein gutes Auftreten im Regen jedenfalls nichts Ungewöhnliches: "Ich war nicht überascht, dass ich im Nassen so schnell war, ich weiß auch nicht warum das so ist, aber es war ja in der englischen Formel 3 schon so. Ich habe unheimlich viel Vertrauen ins Auto, wenn es nass ist - und das spiegelt sich dann in den Zeiten wieder." Gegen Ende der Nachmittagssession konnte er dann etwas Neues ausprobieren. "Am Nachmittag waren die letzten Minuten wie ein echtes Qualifying. Ich bin als erster auf Trockenreifen gegangen, aber dann gab es erst mal eine ganze Menge roter Flaggen. Ich konnte aber zum Glück noch mal reinkommen und mir einen neuen Satz holen, aber dann stand mir noch mal ein ganz Langsamer auf meiner schnellen Runde im Weg rum. Trotzdem, ich bin aus dem Lotteriespiel noch halbwegs rausgekommen und es war auch mal gut, zu sehen, wie so ein Qualifying laufen würde. Schließlich hatten alle die gleichen Chancen", meinte der Brasilianer. Nach den absolvierten Tests konnte Senna auch schon ein kleines Resümee ziehen: "Von allen vier Teams, mit denen ich jetzt getestet habe, war iSport das, das mir am besten gefallen hat. Ich war sehr beeindruckt von der Art, wie sie sich auf mich eingestellt haben - und sie schienen auch von mir recht angetan zu sein..."

Timo Glock, der am Dienstag erstmals in dieser Woche im Einsatz war, beendete den Tag auf Rang sieben. Glock hatte aber heute Nachrichten dabei, die ihm auch den letzten Platz versüßt hätten. Der Deutsche wird nämlich Ende November endlich zu seinem Test im BMW Sauber kommen, auf den er wegen seiner Handverletzung von Monza warten hat müssen. Er sieht das als gute Chance und hat für das kommende Jahr einige Möglichkeiten - unter anderem Testjobs bei BMW, Honda und Williams. GP2 würde er trotzdem weiter fahren wollen, da das aufgrund der neuen Regeln in der Formel 1 auch möglich wäre.

Die Zeiten des Nachmittags

1 Jose Maria LOPEZ BCN Competicion 1:32.894 40Runden
2 Lucas DI GRASSI ART Grand Prix 1:32.948 33
3 Luiz RAZIA Racing Engineering 1:33.231 33
4 Bruno SENNA iSport International 1:33.431 30
5 Christian BAKKERUD Super Nova International 1:33.872 32
6 Andy SOUCEK ART Grand Prix 1:33.989 28
7 Timo GLOCK Trident Racing 1:34.092 37
8 Javier VILLA Racing Engineering 1:34.616 32
9 Adrian ZAUGG Arden International 1:35.349 32
10 Vitaly PETROV BCN Competicion 1:35.500 32
11 Luca FILIPPI Arden International 1:35.695 35
12 Antonio PIZZONIA Petrol Ofisi FMS International 1:35.804 11
13 Mike CONWAY iSport International 1:35.841 16
14 Nicolas LAPIERRE Dams 1:36.033 13
15 Alexandre NEGRAO Piquet Sports 1:36.553 31
16 Kohei HIRATE Trident Racing 1:37.034 30
17 Stephen JELLEY DPR 1:38.110 27
18 Ricardo RISATTI Campos Racing 1:38.210 32
19 Gavin CRONJE DPR 1:38.461 15
20 Bruce JOUANNY Super Nova International 1:40.244 25
21 Kazuki NAKAJIMA Dams 1:42.884 32
22 Roldan RODRIGUEZ Piquet Sports 1:42.887 31
23 Hiroki YOSHIMOTO Durango 1:44.592 28
24 Jason TAHINCI Petrol Ofisi FMS International 1:44.768 24
25 Giorgio PANTANO Petrol Ofisi FMS International 1:44.863 11
26 Alberto VALERIO Durango 1:45.409 16
27 Dani CLOS Petrol Ofisi FMS International 1:46.489 8

Die Zeiten des Vormittags

1 Bruno SENNA iSport International 1:45.050 19 Runden
2 Giorgio PANTANO Campos Racing 1:45.449 13
3 Antonio PIZZONIA Petrol Ofisi FMS International 1:45.743 13
4 Andy SOUCEK ART Grand Prix 1:45.826 21
5 Lucas DI GRASSI ART Grand Prix 1:45.952 23
6 Mike CONWAY iSport International 1:46.408 10
7 Kazuki NAKAJIMA Dams 1:46.521 21
8 Gavin CRONJE DPR 1:46.696 11
9 Nicolas LAPIERRE Dams 1:46.755 25
10 Stephen JELLEY DPR 1:46.938 20
11 Hiroki YOSHIMOTO Durango 1:47.020 18
12 Timo GLOCK Trident Racing 1:47.053 22
13 Alexandre NEGRAO Piquet Sports 1:47.108 25
14 Vitaly PETROV BCN Competicion 1:47.201 16
15 Luiz RAZIA Racing Engineering 1:47.606 21
16 Kohei HIRATE Trident Racing 1:47.693 16
17 Javier VILLA Racing Engineering 1:47.809 22
18 Christian BAKKERUD Super Nova International 1:47.934 21
19 Alberto VALERIO Durango 1:48.430 17
20 Jason TAHINCI Petrol Ofisi FMS International 1:48.586 17
21 Ricardo RISATTI Campos Racing 1:48.750 21
22 Bruce JOUANNY Super Nova International 1:48.863 20
23 Jose Maria LOPEZ BCN Competicion 1:50.419 9
24 Roldan RODRIGUEZ Piquet Sports 1:50.535 18
25 Adrian ZAUGG Arden International 1:52.594 9
26 Luca FILIPPI Arden International 1:53.714 9