Die GP2-Saison ist vor rund einer Woche in Monza zu Ende gegangen. Dort ist es allerdings nicht so optimal gelaufen. Was war los?
Andreas Zuber: Im Qualifying war es das Übliche. Wir haben mit dem Setup ein paar Probleme gehabt, deswegen waren der Gimmi Bruni und ich eigentlich weiter hinten als gedacht. Zusätzlich gab es dann noch ein Missverständnis wegen einer gelben Flagge, weswegen ich auf den 18. Platz zurückversetzt wurde. Im Rennen habe ich dann aber eine super erste Runde gehabt und war schon Elfter. Hinter mir haben Negrao und Viso um ihren Platz gekämpft, wobei sich Negrao dann verbremst hat und mir in der Parabolika hinten reingefahren ist. Ich konnte nichts dafür, bin aber leider schon in der ersten Runde ausgeschieden. Deswegen musste ich dann im zweiten Rennen von der letzten Position starten - besser gesagt, sollte ich von der letzten Position starten. Da ist dann aber der Motor nich angesprungen und die Software hat verrückt gespielt. Deswegen mussten wir drei Boxenstopps machen und hatten Probleme mit den Gängen. Die sind immer rausgesprungen, weil sich die Kupplung immer elektronische eingeschalten hat und wir wussten nicht warum. Am Ende bin ich dann mit vier Runden Rückstand ins Ziel gekommen.

Dein Saison-Highlight war der Sieg in Istanbul, nehme ich einmal an.
Andreas Zuber: Das war schon das Highlight. Das war mein größter Erfolg bislang.

Istanbul war das Highlight bislang, Foto: Sutton
Istanbul war das Highlight bislang, Foto: Sutton

Und was waren so die anderen Highlights bis jetzt?
Andreas Zuber: Voriges Jahr habe ich in Estoril vor Robert Kubica die World Series gewonnen, dann war mein erster Sieg in der deutschen Formel Renault. Das war natürlich auch schön, weil es mein erster Sieg in einem Formel-Rennen war.

Was waren in diesem Jahr neben Istanbul noch Höhepunkte?
Andreas Zuber: Der fünfte Platz in Monaco hat mich ziemlich gefreut, aber sonst hatten wir eigentlich mehr Probleme als Highlights.

Und was war der schlimmste Moment in dieser Saison?
Andreas Zuber: Das war, als mir in Silverstone der Feuerlöscher losgegangen ist. Fünf Runden vor Schluss war ich Fünfter und da hat es mir in der Kurve Copse bei 220 km/h auf einmal ins Gesicht gespritzt. Da siehst du gar nichts, das war also schon eine ziemliche Schrecksekunde.

Kommen wir zur nächstjährigen Saison. Du wirst noch ein Jahr in der GP2 fahren?
Andreas Zuber: Genau, zu 99 Prozent werde ich noch einmal in der GP2 fahren. Dabei würde ich meine Leistungen gerne stabilisieren. Natürlich hängt das auch vom Team ab, bei dem ich fahren werde. ART und iSport wären natürlich meine beiden Wunschteams, aber die sind natürlich hart umkämpft. Da sind so viele Fahrer und riesige Konzerne die da hinein wollen. Da gibt es Fahrer von Toyota oder Red Bull und da hast du als Außenstehender recht wenig Chancen, dass du da hineinkommst. Das fängt schon bei der Summe an Sponsorgeld an, die die anderen mitbringen. Ich versuche aber natürlich, dass ich dort trotzdem ein Cockpit ergattere, ansonsten fahr ich noch einmal beim Trident Racing Team, bei dem ich auch überzeugt bin, dass es nächstes Jahr einen besseren Job machen wird.

Du wirst dir ja auch bessere Chancen ausrechnen, da du im kommenden Jahr mehr Erfahrung hast?
Andreas Zuber: Das sicher. Ich kenne dann die Strecken schon, denn das Problem war, dass man da nur eine halbe Stunde Zeit hat. Da fahrst du vier oder fünf Runden und wenn es dann nicht passt, dann bist du aufgeschmissen.

Was willst du nächstes Jahr in der Meisterschaft dann erreichen?
Andreas Zuber: Mein Ziel ist es in der Meisterschaft unter die ersten fünf zu kommen.

Wie würdest du die GP2 allgemein als Rennserie einstufen?
Andreas Zuber: Die GP2 ist nach der Formel 1 das Highlight. Die besten Fahrer aller Nachwuchsserien treffen sich dort. Das ist wie eine Junioren-Weltmeisterschaft. Wer da unter die ersten fünf in der Meisterschaft kommt hat einen Platz in der Formel 1 verdient.

Nun heißt es ja häufig in der Formel 1 wird die Technik fast schon wichtiger als der Fahrer. In der GP2 ist das Material ja vereinheitlicht. Worauf kommt es da an?
Andreas Zuber: Die Autos sind natürlich alle gleich und deswegen ist die Vorbereitung und das Setup sehr wichtig. Im Falle von ART und iSport sieht man, dass die das einfach am besten machen und deswegen gewinnen sie auch oft und sind meistens vorne dabei und bringen konstante Leistungen. Wir haben in der Hinsicht auch einen guten Job gemacht, aber uns ab und zu mit dem Setup einfach verrannt. Deswegen ist es bei uns auch mehr auf und ab gegangen.

Im Moment sind die Träume rot, Foto: Sutton
Im Moment sind die Träume rot, Foto: Sutton

Du hast ja schon öfter betont, dass nach der GP2 die Formel 1 kommen soll. Wenn du es dir aussuchen könntest, was wäre dort dein Traum-Team?
Andreas Zuber: Natürlich Ferrari, weil die zurzeit die Schnellsten sind. Ich bin jetzt aber nicht ein Fan von irgendwem, egal ob Ferrari, Renault oder Red Bull, sondern ich schaue immer auf das schnellste Auto. Denn ich will irgendwann Weltmeister werden und nicht hinten herumgurken nur weil mir das Auto gefällt.

Du willst aber nicht um jeden Preis in die Formel 1. Wenn du dafür bezahlen müsstest, willst du nicht gehen.
Andreas Zuber: Das tue ich sicher nicht. Das Geld hab ich nicht und deswegen kann ich das nicht. Für mich ist es ausgeschlossen, dass ich ein Geld mitbringe. Alleine schon aus dem Grund, weil es dann kein Sport mehr ist. Wenn ich keinen Platz in der Formel 1 bekomme, dann gehe ich sicher in die Champ Car Serie.

Eine Alternative zur Formel 1 hast du schon parat. Was wäre aber deine Alternative zum Rennfahren, wenn du jetzt aufhören müsstest?
Andreas Zuber: Dann würde ich sicher Bootshändler werden und meinem Vater weiterhelfen.