Lewis Hamilton war gelöst und entspannt, als er sich nach dem letzten Saisonrennen der GP2 den Fragen der Journalisten stellte. Kein Wunder, schließlich hatte er ein Rennen hinter sich, bei dem er nicht mehr darauf achten musste, nur ja nicht auszufallen oder zu viel Boden auf Nelson Piquet Jr. zu verlieren. Den Titel hatte er ja schon seit Samstag sicher.

Wie es sich für solche Anlässe gehört, bedankte sich Hamilton als erstes einmal brav bei seiner Familie: "Ich sollte diese Gelegenheit nutzen, um meiner Familie zu danken. Sie waren vom ersten Tag dabei, waren bei allen Rennen und ohne ihre Unterstützung wäre ich nicht hier."

Danach durfte aber zur Sache gegangen und wirklich wichtige Fragen gestellt werden. So wollte ein Kollege wissen, worauf Hamilton zu Beginn der Saison gehofft hatte. Der Brite antwortete: "Ich bin in die Saison gegangen und hab auf die Top Drei gehofft. Ich wusste aber, ich hatte ein gutes Team und ein gutes Auto, also war ich mir sicher, dass ich in die Top Drei kommen würde, wenn ich nur hart genug arbeitete."

Nachdem man fragetechnisch also schon in die Saison gestartet war, erzählte der Brite auch gleich in dieser Richtung weiter. "Nach dem ersten Rennen kamen einige gute Zielankünfte, wir hatten aber auch an vielem zu arbeiten. Die Starts waren über die meisten Teile der Saison schrecklich. Der Start heute war einer der besten seit langem."

Dann folgte die Frage, die eigentlich bei solchen Anlässen nie fehlen darf, die dieses Mal aber anders beantwortet wurde als normal. Ein Journalist wollte wissen, welches denn der schönste Sieg gewesen wäre. Hamilton sagte: "Es war kein Sieg, es war ein zweiter Platz - der in der Türkei. Alles was ich in diesem Rennen tun musste, war direkt hinter Nelson zu bleiben und viele Punkte zu holen. Nachdem das Auto auf Platz 20 zurückgefallen war, hätten viele Leute geglaubt, die Welt stürzt ein. Ich blieb aber positiv und wusste, ich hatte das passende Auto. Also hab ich gepusht und wurde Zweiter und das fühlte sich wie ein Sieg an."

Für seinen Rivalen Nelson Piquet Jr. hatte Hamilton viel Lob übrig, er wusste aber auch, warum es am Ende dann für ihn und nicht für Piquet zum Titel gereicht hat. "Piquet ist großartig gefahren. Er hatte zu Beginn etwas Pech als es ein wenig rauf und runter ging. Aber so ist das eben. Wir waren über die ganze Saison recht konstant." Den Druck, den er durch Piquet bekam, empfand Hamilton weniger als Last denn als Test. " Ja, es war viel Druck, aber das ist etwas, womit ein Fahrer an der Spitze umgehen können muss. Der Druck war da und ich musste beweisen, dass ich es wert bin, ein Champion zu sein", sagte der Brite.

Blieb nur noch zu klären, wo es für den frisch gekrönten Meister als nächstes hingehen soll. Wobei die Antwort auf diese Frage recht vorhersehbar war, schließlich fährt die GP2 nicht umsonst im Rahmenprogramm der Formel 1. Hamilton sagte deswegen auch: "Als nächstes? Wir müssen warten und schauen, aber mein Ziel ist die Formel 1.