GP2 - Interview - Davide Valsecchi

Bereit für die F1

Der neue GP2-Champion Davide Valsecchi reflektiert seine Saison und spricht über seine Zukunft.

Motorsport-Magazin.com - GP2 Champion 2012 - was bedeutet dir dieser Titel?
Davide Valsecchi: Einfach unglaublich. Es ist ein großartiges Gefühl und ich bin überglücklich, denn wir erlebten eine fantastische Saison. Das Auto war überwiegend konkurrenzfähig, ich bin gut gefahren und als es um alles ging, holten wir den Sieg in Monza. Wir waren an diesem Wochenende einer der Besten. Als es darauf ankam, machten ich und DAMS keinen Fehler. Wir holten dieses Jahr vier Siege, zehn Podestplätze und fuhren sechs schnellste Rennrunden. Ich hoffe, dass ich morgen einen guten Job mache und DAMS dafür danken kann, dass sie mir die ganze Saison so ein gutes Auto zur Verfügung gestellt haben. In Hinblick auf die Team-Meisterschaft gilt es Lotus zu schlagen.

Als es darauf ankam, machten ich und DAMS keinen Fehler.
Davide Valsecchi

In der GP2 ist Erfahrung ein entscheidender Faktor. Du besitzt Erfahrung, aber was hat dieses Jahr den Unterschied ausgemacht?
Davide Valsecchi: Man muss schon sagen, dass ich der GP2 - mit Ausnahme von der F1- die besten Piloten der Welt fahren. Der Level ist extrem hoch. Wenn nicht alles perfekt läuft, kann man nicht gewinnen. In der GP2 fahren Teams wie Lotus, DAMS, iSport, Racing Engineering, Addax, Arden - sie alle haben in der Vergangenheit gewonnen. Dieses Jahr konnten DAMS und ich zeigen, dass wir die besten sind. Wir waren zu Beginn der Saison die Besten, in der Saisonmitte hatten wir etwas Pech - ich sah ein wenig zu oft die Stewards - aber am Ende haben wir uns zurückgekämpft.

Du bist sehr stark in die Saison gestartet, während Luiz über die Saison hinweg konstant Punkte geholt hat. Wie hast du den Titelkampf für dich entschieden?
Davide Valsecchi: Ohne starke Gegner wird man kein Held. Ich bin überglücklich der Champion zu sein und ich bin froh so einen starken Gegner wie Razi gehabt zu haben, denn er hat meinen Job richtig schwer gemacht. (lacht) An einem gewissen Punkt der Saison hatten wir Zweifel, ob wir das Rad noch herumdrehen können, aber in Budapest gelang es uns. Wir waren dort einer der Schnellsten, es war ein großartiges Wochenende, obwohl leider auch Razia einen guten Job gemacht hat. Aber ich habe hart weitergearbeitet und wir konnten einen Abstand herausfahren. In Monza haben wir den Sack zugemacht, das letzte Puzzle-Teil soll hier in Singapur erfolgen.

Wenn man gewinnen will, dann muss man mit den Reifen haushalten. So ist es auch in der F1.
Davide Valsecchi

Man sagt, dass du gut auf die Reifen Acht gibst, wodurch deine Reifen bis zum Schluss halten. Welchen Effekt hatte Pirelli auf die Meisterschaft?
Davide Valsecchi: Es hat wirklich Spaß gemacht, ich hatte schnell ein gutes Gefühl für die Reifen. Die Gp2 ist stets eine gute Show: all meine Freunde sehen sich die Rennen an, sie genießen die Rennen selbst wenn ich nicht gewinne oder auf dem Podest stehe. Das bedeutet, dass die Rennen spektakulär sind - du das vor allem wegen den Reifen. Zu Beginn hatten wir einen Vorteil, aber nicht mehr am Ende der Saison, denn jeder hatte die Reifen zu diesem Zeitpunkt verstanden. Wenn man gewinnen will, dann muss man mit den Reifen haushalten. So ist es auch in der F1. Gleichzeitig muss man die Reifen perfekt nutzen für eine schnelle Runde im Qualifying, denn ansonsten steht man nicht ganz vorne und ist nicht in der Lage um den Sieg zu kämpfen.

Du hast den Titel geholt, was passiert jetzt?
Davide Valsecchi: Ich weiß es nicht. In Italien heißt es immer, dass es keinen italienischen Fahrer in der F1 gibt, aber wer hätte diesen Platz vorher verdient? Im Vorjahr waren wir mit Filippi Zweiter, was fantastisch war. Aber es war nur der zweite Platz. Vor zwei Jahren war Pantano und er war ein großartiger Champion, aber er fuhr bereits in der F1 und für ein Comeback war er schon etwas zu alt. Dieses Jahr gibt es einen neuen italienischen Champion. Ich hoffe, ich kriege eine F1-Chance, denn ich verdiene sie. Ich bin bereit und stark genug, aber um ehrlich zu sein kämpfe ich auch gern gegen Razia, Chiltin, Calado, Gutierrez und van der Garde. Aber klar würde ich sofort einen F1-Vertrag unterzeichnen, gleich hier und jetzt und dann nächste Woche nach Japan fliegen (lacht).


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