Formula Student - FSG - GFR siegt überlegen

Drama um Montreal und Karlsruhe

Die Formula Student Germany ist vorbei. Bei den Verbrennern siegte GFR mit einer unglaublichen Dominanz, in der FSE ging es eng zu.
von

Motorsport-Magazin.com - Am letzten Tag der Formula Student Germany in Hockenheim stand das Highlight an: Der Endurance. Am kühlsten Tag der Dynamics - wobei es bei 29 Grad schwer fällt, von kühl zu sprechen - stand der Ausdauerwettbewerb über 22 Kilometer inklusive Fahrerwechsel bevor. Bereits am Vortag wurde beim Auto-X bereits die Running-Order ausgefahren. Weil bei der FSG 2013 der Endurance allerdings nicht mehr getrennt gefahren wurde, sondern Boliden der FSC (Formula Student Combustion) und FSE (Formula Student Electric) sich die Strecke teilten, war die Start-Reihenfolge etwas überraschend.

Ganz so heiß war es am Sonntag nicht mehr - Foto: FSG - Kroeger

Nachdem Topfavorit ETH Zürich am Samstag im Auto-X mit großen Problemen zu kämpfen hatte, mussten sie ihren 'julier' schon am Vormittag auf die Strecke schicken. Das ist insofern ärgerlich, weil der Rennwagen des AMZ Racing Teams zu den schnellsten Fahrzeugen überhaupt gehört, sich die Strecke aber mit deutlich langsameren Fahrzeugen teilen musste. Glück im Unglück: Die langsameren Boliden fielen größtenteils frühzeitig aus und für Zürich war der Weg frei. So konnten sie schon in den frühen Morgenstunden eine fabelhafte Endurance-Zeit in den Asphalt brennen, die erst ganz am Ende des Tages von Delft unterboten werden konnte. Die schnellste Runde in der FSE durften aber die Eidgenossen für sich beanspruchen.

Beim Endurance der FSE zeigte sich aber eine Zweiklassengesellschaft: Nach Delft und Zürich kam ersteinmal lange nichts. Gut zwei Minuten länger brauchte Hannover als Drittplatzierter im FSE-Endurance für die 22 Kilometer. Enttäuschend schnitt der KIT13e vom Karlsruher Institut für Technologie ab. Der Bolide schaffte es als einziger Elektro-Renner unter die Top-5 des Auto-X und durfte somit mit vier Verbrennern beim Endurance-Showdown starten. Beim Showdown enttäuschte der KIT13e aber und konnte die Pace des Vortages nicht annähernd gehen. Mehr als drei Minuten fehlten am Ende auf die Spitzengruppe.

Wir sind sicher gegangen, dass wir durchkommen, deshalb waren wir langsamer.
Carol Schäfer, KA RaceIng

Probleme gab es am KIT13e aber nicht. "Wir sind sicher gegangen, dass wir durchkommen, deshalb waren wir langsamer", erklärte ein Teammitglied gegenüber Motorsport-Magazin.com. Im Nachhinein etwas zu sicher: In der Gesamtwertung der FSE fehlten KA RaceIng als Dritter etwa 85 Punkte auf Sieger Delft, rund 75 auf Zürich. Aufgrund der langsamen Endurance-Zeit fehlten in dieser Disziplin alleine gut 150 Punkte. Ärgerlich für Zürich: Ohne die großen Probleme beim Auto-X hätten sie einen erneuten Sieg der TU Delft bei der Formula Student Germany in der FSE verhindern können. Weniger als zehn Punkte fehlten in der Endabrechnung, alleine beim Auto-X verloren sie 85 Punkte auf den späteren Gesamtsieger.

Auffällig war in der FSE wieder einmal die hohe Ausfallquote. Von 40 gestarteten Teams erreichten nur zwölf das Ziel. Innerhalb der zwölf Finisher war die Streuung groß. Schanzer Racing der Hochschule Ingolstadt, die den Endurance als zwölfter beendeten, hatten fast zehn Minuten Rückstand auf die Spitze, die insgesamt rund 23 Minuten benötigte. Eine starke Gesamtleistung in der FSE zeigte Zwickau. Das Team verpasste das Podium nur knapp und belegte in der Endabrechnung Rang vier vor der TU Dresden. Enttäuschend verlief der Wettbewerb für das E-Team von TU Fast aus München, sie erreichten nur den elften Rang.

Global Formula Racing is back

In der FSC war weniger der Gesamtsieg von Global Formula Racing eine Überraschung, als vielmehr die Überlegenheit, mit der die Amerikaner den Wettbewerb dominierten. Im bereinigten Klassement des Auto-X war das Team der Oregon State University zwar schon an der Spitze, doch der Vorsprung fiel mit einer guten halben Sekunde auf TU Fast noch moderat aus. Beim Endurance war dem Dominator der vergangenen Jahre aber kein Kraut gewachsen. Runde um Runde wurden die US-Amerikaner schneller, konnten sogar die schnellste Rundenzeit von Zürich, die bis zum finalen Showdown Bestand hatte, mehrmals unterbieten.

GFR durfte sich über den nächsten Gesamtsieg freuen - Foto: FSG - Kroeger

Im Schnitt fuhr GFR zwei Sekunden schneller als der Zweitplatzierte, das Rennteam Uni Stuttgart. "In vielen Kurven haben die einfach nicht gebremst", beschreibt Bernd Edelmann vom Rennteam die Dominanz von GFR. Doch die Stuttgarter freuten sich dennoch über einen klasse Endurance. "Bei uns lief der Endurance nahezu perfekt und wir waren zweitschnellster Verbrenner. Nur das Bodensee Racing Team war aufgrund ihrer verpassten Starting-Order mit uns auf der Strecke und hielt uns zweimal auf." Weil in diesem Jahr, wie bereits erwähnt, E-Autos und Verbrenner gleichzeitig auf die Strecke gingen, verpasste das Rennteam die Top-5 knapp und durfte nicht am Showdown teilnehmen, weil sich das E-Auto der Karlsruhe unter die Verbrenner-Konkurrenz schob.

In vielen Kurven haben die einfach nicht gebremst.
Bernd Edelmann, Stuttgart

Ebenfalls stark am Sonntag: Der Rennstall Esslingen. Weil sie über die 22-Kilometer-Distanz nur zwei Cones umschmissen, konnten sie TU Fast in dieser Disziplin hinter sich lassen. Die Münchener schmissen insgesamt zehn Hütchen und erhielten dafür zwanzig Strafsekunden, was sie letztlich auf Rang vier spülte. Gemeinsam mit den beiden Karlsruher Boliden, München und GFR durfte auch Göteborg Chalmers am Top-5-Showdown teilnehmen. Mit einer guten Leistung reihten sie sich direkt hinter München und vor den HAWKS aus Hamburg ein.

Drama um Karlsruhe und Montreal

Wie Stuttgart und Hamburg scheiterte auch ETS Montreal knapp am Einzug in die Top-5 und gingen somit schon etwas früher auf die Strecke. Die Zeiten der Kanadier waren dabei äußerst vielversprechend, bis zu diesem Zeitpunkt waren sie klar schnellster Verbrenner. Doch in Runde 19 stand der Bolide plötzlich und erreichte das Ziel nicht. Ebenso bitter verlief der Endurance für der Verbrenner-Team des KIT. Als Mitfavorit auf den Gesamtsieg gestartet, mussten sie alle Hoffnungen früh begraben. In der zweiten Runde qualmte es plötzlich aus dem vorderen linken Rad, ein offenes Bremslüftungsventil beendete schließlich die Träume der Karlsruher.

Mehr als Best of the Rest ist für uns gegen GFR nicht drinnen.
Bernd Edelmann, Stuttgart

Für große Aufregung sorgte der Bolide von Rochester, der zunächst rauchend auf der Strecke stehen blieb, dann aber weiter weiterfahren konnte. Als er zum Fahrerwechsel die Box ansteuerte, ging der Bolide plötzlich in Flammen auf. Eine ein-Meter-hohe Stichflamme wurde sofort von den Marshalls gelöscht, der Fahrer konnte das Auto unverletzt verlassen. Später verlor der Wagen von Hatfield die Endplatte des Frontflügels, die sich spektakulär verabschiedete.

Global Formula Racing war nicht nur das schnellste Team beim Endurance, sondern auch das effizienteste. Für die 22-Kilometer benötigte der Rennwagen nur 2,69 Liter und sicherte sich somit 100 Punkte in der Efficiency-Wertung. Das beste mit E85 gestartete Team war Stuttgart, die für die Gesamtdistanz 4,90 Liter benötigten, damit allerdings schon 22 Punkte auf den Spitzenreiter verlor.

Bei den Statics konnte das Rennteams erstmals in der Geschichte den Cost-Report gewinnen. "Das war eine riesen Überraschung", freute sich Bernd Edelmann über den Erfolg. "An dieser Stelle möchte ich Dragan Ninkovic erwähnen, der er ein absoluter Perfektionist ist und in monatelanger Arbeit den Cost-Report akribisch vorbereitet hat." Überraschend sicherte sich die Universität Manipal aus Indien den zweiten Rang beim Cost-Report, die TU Graz kam auf Rang drei.

Feuer sorgte für Aufregung - Foto: FSG Grams

Beim Businessplan konnte setzte sich GFR vor Rochester und Göteborg Chalmers durch, auf den weiteren Rängen folgten Seattle University Washington und Aaachen. Im Designfinale, das so hochklassig wie nie zuvor war, gewann Karlsruhe vor Montreal ETS.

In der Gesamtwertung der FSC spielte sich die überragende Verfassung von GFR bei den Dynamics wieder. Mit 905 von 1000 Punkten holten sie einen überragenden Sieg. Stuttgart landete mit 825 Punkten dahinter. "Mehr als Best of the Rest ist für uns gegen GFR nicht drinnen", musste Edelmann feststellen. Hinter Stuttgart sortierte sich der Rennstall aus Esslingen ein, Göteborg Chalmers folgte auf Rang vier. TU Fast war als Fünfter nur drittbestes deutsches Team. HAWKS Racing beendete die FSC auf Gesamtrang acht, im Stadtderby setzte sich joanneum racing graz als Zwölfter knapp vor der TU durch, die 13. wurde.

In den nächsten Tagen finden Sie auf Motorsport-Magazin.com weitere Bildergalerien mit den lustigen und heißesten Fotos der FSG und weitere Videos.

Die Ergebnisse der FSC

Gesamtwertung:
1. Oregan State University, Startnummer 11
2. Universität Stuttgart, Startnummer 1
3. UAS Esslingen, Startnummer 94

Best Overall Dynamic: Oregan State University, Startnummer 11

Skid Pad Winner: University of Akron, Startnummer 50

Acceleration Winner: UAS Regensburg, Startnummer 46

Autocross Winner: Oregan State University, Startnummer 11

Endurance Winner: Oregan State University, Startnummer 11

Business Plan Presentation: Oregan State University, Startnummer 11

Cost Analysis Award: Universität Stuttgart, Startnummer 1

Engineering Design Award: KIT Karlsruhe, Startnummer 30

Sportsmanship Award: TU Bialystok, Startnummer 34

Die Ergebnisse der FSE

Gesamtwertung:
1. TU Delft, Startnummer E1
2. ETH Zürich, Startnummer E33
3. KIT Karlsruhe, Startnummer E121

Skid Pad Winner: TU Darmstadt, Startnummer E101

Acceleration Winner: TU Delft, Startnummer E1

Autocross Winner: KIT Karlsruhe, Startnummer E121

Endurance Winner: TU Delft, Startnummer E1

Business Plan Presentation: UAS Zwickau, Startnummer E96

Cost Analysis: UPC Barcelona, Startnummer E54

Engineering Design Award: ETH Zürich, Startnummer E33


Weitere Inhalte:

Facebook
Mehr Motorsport
Wir suchen Mitarbeiter
x