Formula Student - Die verschiedenen Disziplinen -Teil 1

Variatio delectat - Abwechslung macht Freude

Bei der Formula Student kommt es nicht nur darauf an, das schnellste Auto zu haben. Motorsport-Magazin.com stellt die verschiedenen Disziplinen vor.
von

Motorsport-Magazin.com - Die Macher des Formula Student Regelwerks mögen große Cicero-Fans gewesen sein. Frei nach seinem Grundsatz variatio delectat - Abwechslung macht Freude - schufen sie ein Event mit vielen verschiedenen Disziplinen. Dabei kommt es nicht nur auf die Leistungen an, die von den Piloten auf der Strecke oder den Ingenieuren in den Boxenanlagen erbracht werden. Die Zusammensetzung aus unterschiedlichen Bereichen soll sicherstellen, dass auch kleinere Teams mit geringem Budget, Chancen auf eine gute Gesamtplatzierungen haben.

Zwar unterscheiden sich die einzelnen Events, die inzwischen überall auf der Welt ausgetragen werden in Details, das Grundkonzept jedoch ist sehr ähnlich. Exemplarisch stellt Motorsport-Magazin.com die Disziplinaufteilung der Formula Student Germany vor. Mit drei statischen Disziplinen, den sogenannten Statics und fünf dynamischen Disziplinen, den Dynamics, gibt es zwei große Blöcke.

Statische Disziplinen

Bevor die Boliden zum ersten Wettkampf antreten dürfen, müssen sich die Teams den Statics stellen. Dabei geht es vorrangig darum, die Konstruktion richtig verstanden zu haben und ein finanziell schlüssiges Konzept entwickelt zu haben. Die Leistung der Studenten wird von einer hochkarätigen Jury aus verschiedenen Bereichen des Ingenieurwesens - darunter auch zahlreiche Formel-1-erfahrene Ingenieure - bewertet. Die Wettbewerbsteilnehmer müssen Präsentationen vorbereiten und auf kritische Fragen der Jury antworten. Insgesamt sind 325 Punkte zu vergeben.

Die Jury berät sich - Foto: FSG Kroeger

Design-Präsentation: Zunächst müssen die Teams die Einzelheiten ihrer Konstruktionen in einer Präsentation veranschaulichen und besondere Highlights ihres Fahrzeugs hervorheben. Anschließend stellt die Jury detaillierte Fragen. Dabei müssen die Konstrukteure rechtfertigen, weshalb bestimmte Bauteile auf diese Art und Weise zur Anwendung kommen. Technisch einfachere Konstruktionen können auch mit einem Minderaufwand an Kosten gerechtfertigt werden. Zu vergebende Punkte: 150 Punkte

Kosten- und Herstellungspräsentation: Nicht jedes Rennteam kann in finanzieller Hinsicht aus dem Vollen schöpfen. Sogar in der Formel 1 ist Kostenreduktion seit vielen Jahren ein präsentes Thema, können längst nicht alle Teams mit einem Budget á la Red Bull aufwarten. Um die Ingenieure schon früh auf kosteneffizientes Arbeiten einzustellen, muss im sogenannten Cost-Report jedes am Auto verbaute Teil - angefangen bei der selbstsichernden M4-Kontermutter - aufgelistet sein. Auch der Zusammenbau der einzelnen Teile muss eingerechnet werden, schließlich kostet in der Industrie jeder Handgriff wertvolle Zeit und somit Geld. Zu vergebende Punkte: 100 Punkte

Business-Präsentation: Zehn Minuten lang müssen die Studenten über perfekte Marketingstrategien referieren und die Jury davon überzeugen, dass ihr in Kleinserie gebautes Formula-Student-Auto den Anforderungen von nicht-professionellen Rennfahrern entspricht und profitabel produziert werden könnte. Zu vergebende Punkte: 75 Punkte


Facebook
Mehr Motorsport
Wir suchen Mitarbeiter
x