Formula Student - Die F1-Ingenieure der Zukunft

Innovativste Form des Motorsports

Es gibt viele Nachwuchsserien für Piloten auf dem Weg in die Formel 1. Auch Ingenieure müssen ihr Handwerk erlernen - das können sie in der Formula Student.
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Motorsport-Magazin.com - Formel BMW, GP2, Renault World Series - die Liste der Nachwuchs-Formel-Serien lässt sich fast beliebig lang fortsetzen. Überall geht es darum, die Piloten möglichst gut auf den nächsten Schritt vorzubereiten, doch wo erlernen die Ingenieure der Zukunft ihr Handwerk. Die Antwort: in der Formula Student. Ob Mercedes oder Lotus - in nahezu jedem Rennstall befinden sich bereits Ingenieure, die ihre Anfänge in der Formula Stundet gemacht haben.

Die Formula Student Germany findet in Hockenheim statt - Foto: Kröger

Auch Mercedes Chefrenningenieur Andrew Shovlin war in seiner Studienzeit an der Leeds University im Formula Student Team tätig. Unmittelbar nach Beendigung seines Studiums schaffte er den Sprung in die Formel 1. Immer mehr Formel-1-Ingenieure lassen sich in den Boxen der Formula Student Events blicken. "Um die neuesten Innovationen zu sehen und das alte Team zu besuchen", verriet ein Marussia-Techniker Motorsport-Magazin.com.

Bereits 1981 wurden in Amerika die ersten Formula Student Wettbewerbe ausgetragen. Erst gegen Ende der 90er-Jahre eroberte die Serie der Nachwuchs-Ingenieure Europa. Seitdem finden jährlich zahlreiche Events auf großen Rennstrecken wie Silverstone oder Hockenheim statt. Bei diesen Events geht es nicht nur darum, das schnellste Auto zu haben.

Statische Disziplinen: bei den so genannten Statics müssen Design und Kosten gegenüber erfahrenen Ingenieuren aus unterschiedlichsten Bereichen gerechtfertigt werden.

Dynamische Disziplinen: bei den Dynamics - so werden die dynamischen Disziplinen genannt - kommen die Petrolheads voll auf ihre Kosten. Bei Beschleunigungsrennen und Endurance-Wettbewerben messen sich Ingenieure und Fahrer auf der Streck miteinander.

Zudem gibt es eine Rennserie, bei der die Konstruktion von Formel-Fahrzeugen im Mittelpunkt steht. Weltweit entwickeln Studenten von über 500 Universitäten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und immerhin knapp 100 Hochschulen bauen elektrisch betriebene Formel-Boliden. Dabei ist das technische Reglement nur soweit eingeschränkt, dass Sicherheit und Chancengleichheit gegeben sind. Die Regelmacher lassen aber noch ausreichend Spielraum für Innovationen und verschiedene Fahrzeugkonzepte.

Es gibt nur noch zwei innovative Formen von Motorsport - die eine ist die Formel 1, die andere die Formula Student.
Ross Brawn

So gleicht bei den verschiedenen Events kaum ein Auto dem anderen. Bei den Verbrennern müssen 4-Takt Ottomotoren bis 610 Kubikzentimeter Hubraum gefahren werden, die zusätzlich - je nach Treibstoff - mit einem 19 bzw. 20 Millimeter-Luftmengenbegrenzer gedrosselt werden. Daraus ergibt sich eine Leistung von etwa 100 PS, die es bei den Spitzenteams mit deutlich unter 200 Kilogramm Fahrzeuggewicht aufnehmen müssen. Turboaufladung, Zylinder- oder Drehzahl, das bleibt alles den Studenten überlassen. Meist wird auf bestehende Aggregate von Motorrädern zurückgegriffen, doch einige Teams entwickeln derzeit in Kooperation mit großen Firmen einen eigenen Motor für die Formula Student.

Wesentlich mehr als beim Triebwerk machen sich unterschiedliche Konzepte von außen sichtbar. Aeropaket oder nicht, 10 Zoll oder 13 Zoll-Reifen, Pull- oder Puschrods - der Kreativität der Konstrukteure sind deutlich weniger Grenzen gesetzt als in anderen Rennserien. Mercedes AMG Teamchef Ross Brawn geht sogar einen Schritt weiter: "Es gibt nur noch zwei innovative Formen von Motorsport - die eine ist die Formel 1, die andere die Formula Student." Motorsport-Magazin.com geht daher in den folgenden Monaten genauer auf die Formula Student ein und stellt die ambitioniertesten deutschen Teams vor.

Einblicke in die Welt der Formula Student: (36:00 Min.)

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