Formel 1 - Kolumne - Massedämpfer

Die Lehren des 10. WM-Laufs

Die F1-Welt bangte mit und um Felipe Massa. Als klar war, dass es ihm besser geht, lernte sie aber auch viel über Fahrschulen, Aufschriebe und Fahndungen.
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Die Lehre auf zwei Rädern

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Formel-1-Rennfahrer die Lust am Motorradfahren entdeckt. Nick Heidfeld fährt schon lange auf zwei Rädern durch die Gegend, am Nürburgring durfte er es erstmals auf einer Rennstrecke und mit einem Rennmotorrad von BMW machen. War der Umstieg auf das Superbike schwierig? "BMW Superbike Pilot Troy Corser hat es nicht als extrem schwierig eingestuft", berichtete Nick. "Er hat mich gefragt: Fährst du Motorrad? Ich bejahte. Dann meinte er: Gut, hier, fahr." Etwas mehr Hilfe erhielt Heidfeld von Corsers Teamkollegen Ruben Xaus. "Er hat mir mehr etwas mehr erklärt." Aber nur etwas.

Die Lehre von der Fahrschule

Man spricht immer von der Balance - die suchen wir noch, sie läuft im Fahrerlager herum.
Sebastian Vettel

Mit 19 Jahren wurde Jaime Alguersuari der jüngste F1-Pilot der Geschichte. Aufgrund des Testverbots durfte er vor seinem Debüt allerdings keine Testfahrten absolvieren, er ging mit nicht mehr als zwei Geradeausfahrten in einem F1-Auto in sein erstes Rennwochenende. Einigen Fahrern gefiel das gar nicht und sie sagten das auch offen. Als Mitglied der Red Bull Familie hätte er wenigstens drei Kollegen auf seiner Seite haben müssen. Mark Webber wahr offen und ehrlich wie immer: "Die Formel 1 sollte keine Fahrschule sein." Was die Red Bull Presseabteilung wohl davon hielt?

Die Lehre vom Aufschrieb

Mark Webber war in der Donnerstagspressekonferenz zu noch mehr Scherzen aufgelegt. Mittendrin wollte auch er eine Frage stellen, und zwar an Rallye Finnland Starter Kimi Räikkönen. "Ich würde gerne wissen, wer Deinen Aufschrieb macht? Das muss ein mutiger Kerl sein, oder?" Der Finne ist bekannt dafür, präzise und ehrlich zu antworten, so auch diesmal: "Yeah, er hat das früher für Tommi Mäkinen gemacht. Er sollte damit klarkommen. Er hat bislang überlebt, also sollte es okay sein." Na dann auf den Schotter!

Die Lehre vom Zeitsprung

Verkehrte Welt am Hungaroring: Lewis Hamilton gewinnt, Kimi Räikkönen auf dem Podium - alles scheint wie vor einem Jahr zu sein. Ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum? Ein Zeitsprung? H.G. Wells Zeitmaschine im F1-Remake? Verdächtig, dass ausgerechnet bei der Zeitmessung der Computer ausfiel... Welche Morlocks haben da wohl an der Uhr gedreht? Unser Motorsport-Magazin.com Satire-News-Video zum Ungarn GP gibt Antwort.

Die Lehre von der Fahndung

Detektiv Vettel läutete am Hungaroring eine Großfahndung ein: "Generell war alles in Ordnung, alle vier Räder hängen noch dran", verriet er nach dem Freien Training. "Aber es hat nicht gepasst. Man spricht immer von der Balance - die suchen wir noch, sie läuft im Fahrerlager herum." Bis zum Qualifying fand er sie, im Rennen wurde sie gleich zu Beginn gewaltsam vertrieben.

Die Lehre vom Streit

Die Formel 1 machte einen Zeitsprung. - Foto: Sutton

Irgendwie haben wir uns alle an die vielen Meetings, die Regeldiskussionen und den Streit zwischen FIA und FOTA gewöhnt. So ein gepflegter Brief im besten Anwaltsenglisch und die mehrseitige Antwort ist schon etwas Feines am späten Mittwochabend. Aber was macht die FOTA eigentlich, wenn das Concorde Agreement abgesegnet und die Kostensenkungsmaßnahmen verabschiedet sind? "Vielleicht treffen wir uns mal zum Dinner oder auf ein Bier", scherzte Mario Theissen. Aber keine Angst: Dieser Streit dauerte jetzt mehrere Jahre, davor gab es auch schon mal einen, der nächste kommt also bestimmt. "Ja, damit sollte man dann bald anfangen."

Die Lehre vom Knopf

Bei den letzten Rennen entwickelte Sebastian Vettel eine gewisse Phobie vor Knöpfen, vor allem jenen, die in den Autos von McLaren und Ferrari stecken und ein gewisses KERS aktivieren können. "Wir haben auch einen Knopf im Auto", mahnte er jetzt. "Aber wenn wir ihn drücken, dann passiert nichts." Verdammte Einheitselektronik.

Die Lehre vom Spaß

Ein bisschen Spaß muss sein. Selbst bei McLaren Mercedes, das in der Vergangenheit eher dafür bekannt war, zum Lachen in den Keller zu gehen - vielleicht ist der Motorhome-Palast deswegen nicht unterkellert. Neuerdings wird dort laute Musik gespielt, zuletzt am Sonntagabend - während der Interviews mit dem Teamchef! Das hätte es früher sicher nicht gegeben. Aber heute ist eben alles anders, wie Martin Whitmarsh auf die harte Tour lernen musste: "Wir haben in diesem Jahr gelernt, dass es keinen Spaß macht, Rennen zu fahren, wenn man nicht gewinnen kann." Auch McLaren braucht also Spaß.


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