Sa, 18.10.2008

Formel 1 - Kolumne - Nick Heidfeld

Viele Punkte im Visier

Nick musste nach dem Qualifying eine Situation mit David Coulthard klarstellen. Ansonsten ist er zufrieden.
Viele Punkte im Visier
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Ich war ja gestern schon recht weit mit der Abstimmung, und das war gut so. Heute Morgen im dritten Training wollte ich noch Feintuning betreiben, aber aufgrund eines mechanischen Problems kam ich nicht dazu. Ich konnte zwar fahren und war sogar Schnellster, aber ich konnte nicht die Arbeit erledigen, die ich mir vorgenommen hatte.

In Q1 hat mich David Coulthard auf seiner Outlap vor der letzten Kurve im Spiegel gesehen und plötzlich beschleunigt, sodass wir zusammen durch die letzte Kurve mussten. Ich wollte, wie alle anderen auch, die schneller werdende Strecke ausnutzen und meine Rundenzeit weiter verbessern, um auf keinen Fall wieder wie in Fuji in Q1 hängenzubleiben. Als ich dann Ende der Runde gemerkt habe, dass ich keine Verbesserung hinbekomme, bin ich schnellstmöglich zur Box gefahren, um David nicht unnötig aufzuhalten. Das hätte er sinnvollerweise auch tun können, denn nach den ersten beiden Sektoren war er schon acht Zehntelsekunden langsamer als auf seiner zuvor gefahrenen Bestzeit. Im letzten Sektor war er in meinem Windschatten sogar schneller als auf seiner schnellsten Runde.

Ich hatte ein sehr gutes Qualifying. Platz sieben war das Maximale, was ich rausholen konnte, insofern bin ich zufrieden. In den letzten fünf Qualifyings war ich, bereinigt vom Spritgewicht, vier Mal schneller als Robert. Das zeigt, dass sich die aufsteigende Tendenz bei mir fortsetzt. Ich gehe davon aus, dass ich von Platz sechs starte, weil Mark Webber den Motor wechseln muss.

Es tut mir Leid, wie das Qualifying heute für Robert gelaufen ist. Das tut mir auch für unsere Mannschaft Leid. Er hat hier schon die ganze Zeit Schwierigkeiten mit Balance, und mit dieser Startposition sinken seine Titelchancen natürlich. Aber in diesem Jahr sind schon so viele ungewöhnliche Dinge in den Rennen passiert, man darf einfach nie aufgeben. Wir wollen morgen so viele Punkte wie möglich holen! Gegen die Autos vor mir kann ich im Normalfall nicht viel ausrichten. Die beiden Mclaren und die zwei Ferrari sind einfach deutlich schneller, aber mit Fernando Alonso kann ich hoffentlich kämpfen.

Euer Nick Heidfeld
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Nick Heidfeld
Nick Heidfeld

Nick gehört mittlerweile schon zu den erfahrenen Hasen. In der Saison 2000 stieg er bei Prost in die F1 ein. Danach fuhr er für Sauber, Jordan, Williams und BMW Sauber. Dort will er sich den ganz großen Traum erfüllen: GP-Siege und den WM-Titel.