Formel 1 - Massas spezielle Beziehung zu Istanbul

Etwas zwischen ihm und der Rennstrecke

Felipe Massa musste nach seinem Sieg betonen, dass er eine besondere Beziehung zur Strecke in Istanbul hat. Doch einfach hatte er es trotzdem nicht.
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Motorsport-Magazin.com - Noch lange will sich Felipe Massa an das vergangene Wochenende in der Türkei erinnern. Immerhin feierte er dort seinen dritten Sieg in Folge in Istanbul und meinte dazu: "Das sagt, es ist etwas Spezielles zwischen dir und der Rennstrecke." Massa musste den allgemeinen Eindruck bestätigen, dass er sich in Istanbul immer sehr wohl fühlt, dass er dort stark sein kann und immer zu den Schnellsten gehören kann. "Ich habe aber auch zwei Mal in Bahrain gewonnen, ich habe in Barcelona und Brasilien gewonnen und ich will auch auf anderen Strecken gewinnen. Sicher hatte ich am vergangenen Wochenende ein tolles Auto und ich denke, das Team hat einen tollen Job gemacht - so wie ich", erklärte er auf der Website von Ferrari.

Ehrlich gesagt fühle ich mich im Qualifying generell wohl
Felipe Massa

Was ihm auf dem Weg zum Sieg half, war ganz klar das Qualifying, das erkannte auch Massa. Er bezeichnete seine Runde zur Pole Position am Samstag zwar nicht als beste des Jahres - da lag Bahrain in seiner Gunst vorne - doch sie half. "In Bahrain hatte ich eine fantastische Qualifying-Runde, da ich dort mit einem sehr schweren Auto die zweitbeste Zeit fuhr und ich hatte auch in Malaysia eine großartige Runde, als ich dort Pole holte. Ehrlich gesagt fühle ich mich im Qualifying generell wohl", sagte er und wollte die Türkei deswegen lediglich als eine weitere gute Leistung im Zeittraining einreihen.

Im Rennen selbst war der Kampf mit Lewis Hamilton dann das bestimmende Thema für Massa, auch wenn er ihn nicht so intensiv erlebte, wie es vielleicht von Außen den Eindruck machte. "Früh im Rennen hat mir das Team gesagt, dass er weniger Benzin als ich hat, was anhand seines kurzen Stopps klar zu erkennen war. Er holte schnell auf, das war aber deswegen so, weil er vielleicht für zehn Runden weniger Sprit hatte als ich, was ungefähr eine Sekunde pro Runde ausmacht", berichtete der Brasilianer. Da der Speed von Hamilton Ferrari deswegen nicht unerwartet traf und Massa bei gleicher Benzinmenge wie Hamilton ähnlich schnell war, machte sich das Team keine Sorgen. Zudem rechnete man fest damit, dass der Brite einmal öfter stoppen würde.

Der Kampf mit Lewis Hamilton war nicht so hart wie es aussah - Foto: Sutton

"Aber auch wenn wir wussten, dass er leichter war und früher stoppen würde und wahrscheinlich noch einmal zusätzlich, hieß das nicht, dass ich ihn einfach vorbeilassen würde. Ich wollte aber auch nicht mein Rennen zerstören, indem ich nur darauf achtete, vor ihm zu bleiben. Als er also schnell neben mir war, weil er meinen Windschatten hatte, konnte er ganz normal an mir vorbei", beschrieb Massa das Überholmanöver Hamiltons. Damit hatte er aber auch gerechnet, weswegen er danach einfach konzentriert blieb und nach Hamiltons Stopp den Vorsprung wieder auszubauen versuchte. Zwar kam der Brite dann wieder heran, da er aber die gleichen Reifen aufgezogen hatte wie davor, war Ferrari klar, dass er drei Stopps machen musste, um innerhalb der Regeln zu agieren.

"Zu diesem Zeitpunkt war es für Lewis mit dem Sieg vorbei", betonte Massa. Im Ziel freute er sich dann darüber, dass neben seiner Frau auch Vater und Mutter anwesend waren und er mit ihnen feiern konnte. "Eine amüsante Geschichte, die mir einige Freunde erzählt haben, war, dass die TV-Kameras oft auf meine Eltern in der Ferrari-Box gingen und das hat ihnen nicht so gefallen, da sie lieber das Rennen ansehen. OK, aber bitte versteht, dass es nicht meine Entscheidung ist, was der TV-Produzent zeigt", scherzte er.

Es ist wahr, dass ich den Rennsport liebe und solange das der Fall ist, werde ich damit weitermachen, egal ob ich 27 oder 37 bin
Felipe Massa

Neben seiner eigenen Siegesfeier hatte Massa auch Spaß bei den Feierlichkeiten zu Rubens Barrichellos Startkrekord in der Formel 1. "Will ich den Rekord brechen?", fragte er sich, "es sieht wie eine große Herausforderung aus. Es ist wahr, dass ich den Rennsport liebe und solange das der Fall ist, werde ich damit weitermachen, egal ob ich 27 oder 37 bin. Solange ich als Fahrer konkurrenzfähig bin, werde ich fahren", meinte er. Sollten ihm allerdings jemals Zweifel kommen, ob er noch stark genug ist, dann wolle er aufhören, betonte er und glaubte, dass er nicht lange genug dabei sein wird, um Barrichellos Rekord zu schlagen. "Außerdem sind heutzutage so viele junge Fahrer in der Formel 1, dass ich denke, sie werden es recht leicht haben, diesen Rekord zu erreichen, ohne überhaupt sehr alt zu sein."


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