Vor einem Jahr verpatzte Michael Schumacher das erste Qualifying auf chinesischem Boden und musste nach einem Dreher von ganz hinten starten. Der Grand Prix verlief dann ähnlich katastrophal: Ein Dreher, ein Reifenschaden und eine Kollision sorgten für ein Grand Prix zum Vergessen.

Ein Jahr danach machte Michael Schumacher wieder einen Fehler im Qualifying. Diesmal allerdings keinen allzu schwerwiegenden. "Ich machte auf meiner Runde einen kleinen Fehler in Turn 2, aber das kostete mich nicht zu viel Zeit", gestand er ein. "Bestenfalls hätte ich vor Juan Pablo stehen können. Aber das wäre kein großer Vorteil gewesen, da er im Rennen ohnehin schneller als ich sein wird."

Das ist die harte Realität der roten Saison zum Vergessen 2005. Neben der harten Realität herrscht bei Ferrari demnach auch die Bescheidenheit vor: "Mein erster Eindruck von meiner Runde war, dass sie nicht sehr gut gewesen ist. Mit der eigentlichen Rundenzeit kann ich aber zufrieden sein!, beurteilte der Ex-Champion seine Runde. "Es hätte schlimmer kommen können und angesichts unserer Strategie scheinen wir in einer guten Position zu sein. Ich erwarte nicht schneller als die vor mir startenden Fahrer zu sein, aber wir können damit rechnen um Punkte und die Ränge vier bis sechs zu kämpfen."

Aus Sicht von Technikboss Ross Brawn qualifizierte man sich auf alle Fälle "wie erwartet": "Der heutige Tag verlief ziemlich gut." Besonders aus Sicht von Bridgestone. Bei den Japanern machte Hisao Suganuma gutes "Potenzial für das Rennen" aus. "Ferrari scheint in einer guten Form zu sein."

Mit Reifenproblemen rechnet der Technikchef der Japaner nicht. "Die Abnutzung kann hier sehr hoch sein, aber momentan sieht alles sehr gut aus und wir erwarten keine Probleme mit der Hitzebeständigkeit unserer Reifen."

Eine besondere Zielsetzung besitzen die Italiener vor dem Saisonfinale allerdings nicht mehr: "Wir haben keine Ziele mehr in den beiden WM-Wertungen und werden deshalb einfach unser Bestes geben, um die Saison auf eine anständige Art und Weise zu beenden."

Mit der Saison endet die Zusammenarbeit mit Rubens Barrichello, der bei seinem letzten Rennen am Steuer eines Ferrari natürlich noch einmal "alles geben" möchte.