Die Formel 1 hat sich im schönen Magny Cours eingefunden, manche sagen auch "Niemandsland" dazu. In einer Wüste, der Wüste des Ungewissen, befindet sich die "Königsklasse" auch nach dem "Urteil ohne Urteil" - die schuldig gesprochenen Michelin-Teams erhalten erst im Herbst ihre Strafen. Manche sprechen jetzt von der "Formel Willkür", es wird wild diskutiert. Wenn dann Fernando Alonso, Kimi Räikkönen, Michael Schumacher, Jarno Trulli und Tiago Monteiro bei der FIA-Pressekonferenz zu Gast sind, versucht man, die dunkle Formel 1-Politik beiseite zu lassen.
Da fragt man lieber Monteiro, wie er sich nach dem USA-GP gefühlt hat. Natürlich großartig, sagt er, man habe die Umstände seines Podestplatzes "vergessen" und ihn kräftig als "den ersten Portugiesen auf einem Formel 1-Podium" gefeiert. Der neue Jordan EJ15B sei "noch nicht soweit", wird wahrscheinlich erst in Hockenheim eingesetzt, erzählt Tiago. 19 Fahrer haben eine Petition unterschrieben, wonach ein Rennen in Indy zu gefährlich gewesen wäre - Monteiro hat nicht unterzeichnet. Vor allem deshalb, weil er "noch nicht gefragt worden ist", sagt Monteiro.
Für Jarno Trulli ist es ein "gutes Feeling", nach Magny Cours zu kommen. Und Olivier Panis ist als dritter Pilot natürlich wertvoll, ein "erfahrener Pilot", der "einen guten Job abliefern" wird. Dass Toyota bei seiner Indy-Pole "gegambelt" habe, bestreitet Trulli: "Wir wussten ja nicht, was am Sonntag los sein wird."
Sicher war Kimi Räikkönen enttäuscht, weil er in Indy nicht fahren konnte, aber er konnte ja auch nichts tun. Am Ende musste er "auf Leute hören, welche die Entscheidung getroffen haben". Und: "Jedes Rennen, das man nicht fährt, ist keine Hilfe..." Der Circuit in Magny Cours ist "quite nice...". Und: "Wir haben neue Teile und einen neuen Motor für das Rennen."
Fernando Alonso ist auch enttäuscht gewesen, denn: "Mögliche zehn Punkte sind verloren gegangen. Immer wenn wir bei einem GP ankommen, denken wir an die Punkte. Wir müssen Rennen fahren und Punkte sammeln." Alonso denkt auch, dass "wir hier in Magny Cours konkurrenzfähig sein werden".
Wie er sich fühle, wenn er hier in Magny Cours ankomme, unter den derzeit herrschenden Umständen, wird Michael Schumacher gefragt - er antwortet: "Es ist ein nettes Wochenende, daher freue ich mich einfach darauf." Auch er hat die Fahrer-Petition nicht unterschrieben. Erstens habe ihn niemand gefragt - "das ist keine Aktion der Fahrergewerkschaft GPDA" - und zweitens habe man auch "unterschiedliche Meinungen, ich hätte also auch nicht unterschrieben", sagt Schumacher.
From the floor wird Schumacher gefragt, wie konkurrenzfähig Ferrari in Magny Cours sein werde. Er hoffe, der nächste Schritt in der Weiterentwicklung würde Ferrari zurück in die "wirkliche Konkurrenzfähigkeit" bringen, antwortete der Weltmeister.
Noch einmal die Fahrer-Petition: Trulli verweist darauf, dass sie zwar nicht von der GPDA initiiert wurde, aber "wir sind alle bei der GPDA" und diese habe auch die Petition weitergeleitet. Daher: "Jeder hat sie bekommen. Man kann sagen, dass man nicht übereinstimmt. Aber man kann nicht sagen, man habe sie nicht erhalten."
Die Michelin-Fahrer unter den Gästen werden gefragt, ob sie sich Sorgen machen, Michelin könnte nun mehr konservative und zugleich weniger schnelle Reifen bringen, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Nein, nein, winken alle ab. Nur Räikkönen fügt hinzu: "Sie müssen das Michelin fragen."
Michael Schumacher ist unbesorgt, man werde auch im kommenden Jahr in Indy fahren und im Grunde ist in den USA nichts Schlimmes passiert, außer dass eben "eine Reifenfirma ein Problem mit den Reifen" hatte. Was halten die Fahrer davon, dass Michelin das Eintrittsgeld an die Besucher rückerstatten und 20.000 Freitickets auflegen wird? Räikkönen: "Ich habe dazu nichts zu sagen." Alonso findet es "gut", denn die Leute sahen "kein ordentliches Rennen". Trulli und Monteiro sehen es auch "so ähnlich".
Wenn sie sich in den Fan versetzen würden, den Fan, der beim USA-GP vor dem Fernseher saß - wären die Fahrer dann begeistert gewesen? Alonso sagt: "Ja. Die Fans haben verstanden, dass wir am Limit waren. Es war ein Sicherheitsproblem. Und dieser Reifen hat zuvor alle Rennen gewonnen, so schlecht kann er nicht sein. Das war ja ein spezifisches Problem." Monteiro fügt hinzu, dass es auch "zu wenig Information für die Fans" gegeben habe.
Michael Schumacher war ob der Teile, welche aufgebrachte Fans auf die Fahrbahn warfen, nicht "sehr besorgt", es seien "Plastikflaschen" gewesen, auch Bier sei dabei gewesen, das "konnte man riechen", sagt Schumacher. Und warum gerade das USA-Rennen so hohe Einschaltquoten hatte? Schumacher: "Gute Frage. Die könntet ihr Medienleute sicher besser beantworten."

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