Formel 1 - Monaco: Die ewige Jagd nach dem Rundenrekord

Historische Zeiten im Fürstentum

Sebastian Vettel hat einen neuen Rundenrekord in Monaco aufgestellt. Grund genug, den Rundenzeiten im Wandel der Zeit auf den Grund zu gehen.
von

Motorsport-Magazin.com - Der Große Preis von Monaco ist eines der absoluten Traditionsrennen im F1-Kalender. Seit 1950 fährt die Königsklasse im Fürstentum, seit 1955 ununterbrochen. Da hat es fast schon historische Ausmaße, was sich an diesem Trainings-Donnerstag zutrug. Sebastian Vettel stellte in 1:12.720 Minuten einen neuen Streckenrekord auf - so schnell wie der Ferrari-Pilot umrundete noch nie ein Fahrer den Circuit de Monaco.

Das ist insofern bemerkenswert, da sich das Streckenlayout an der Cote d'Azur über die Jahrzehnte nur geringfügig verändert hat. Hier und da eine neue Schikane, dazu der sukzessive verlängerte Tunnel, das war es aber auch schon. Motorsport-Magazin.com nimmt unter die Lupe, wie sich die Rundenzeiten im Laufe der Zeit verändert haben.

Streckenversion Länge [m] Rennen Bestzeit Fahrer
1950 3180 1 1:50.2 Fangio / 1950
1955 - 1971 3145 17 1:22.2 Stewart / 1971
1972 3145 1 1:21.4 Fittipaldi / 1972
1973 - 1975 3278 3 1:26.3 Lauda / 1974
1976 - 1985 3312 10 1:20.205 Alboreto / 1985
1986 - 1996 3328 11 1:18.580 Schumacher / 1994
1997 3366 1 1:18.216 Frentzen / 1997
1998 - 1999 3367 2 1:19.798 Häkkinen / 1998
2000 - 2002 3370 3 1:16.676 Montoya / 2002
2003 - 2014 3340 12 1:13.532 Räikkönen / 2006
2015 - 2017 3337 2 1:12.720 Vettel / 2017

Die Formel 1 wird immer schneller

In den Urzeiten der Formel 1 war der Circuit de Monaco etwas kürzer als gegenwärtig. Erst in den 70er-Jahren kam die Schwimmbadschikane hinzu, und auch der Zielabschnitt hatte zunächst eine andere Form. Dennoch lagen die Zeiten damals deutlich über jenen, die in der Neuzeit der Formel 1 erzielt wurden und werden.

Der Circuit de Monaco 1968 - Foto: Sutton

1950 lautete Juan Manuel Fangios Bestzeit 1:50.2 - im Rennen blieb der Argentinier unter einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h. In den 70er und 80er-Jahren pendelten sich die Zeiten dann rund um 1:20 ein, ehe Michael Schumacher 1994 vorerst einen neuen Rundenrekord aufstellte und 1:18.580 anschrieb.

Die nächste markante Steigerung gab es nach der Jahrtausendwende, als Juan Pablo Montoya auf der nunmehr 3,370 Kilometer langen Strecke eine Zeit von 1:16.676 in den Asphalt brannte. Danach wurde die Strecke im letzten Sektor um ein paar Meter verkürzt und die Formel 1 noch schneller. Das mündete 2006 in einem neuen Rundenrekord von Kimi Räikkönen - 1:13.532.

Auch Michael Schumacher hielt den Rundenrekord - Foto: Sutton

2015 kam es zur bis dato letzten Änderung des Streckenlayouts. Der Kurs wurde wegen der Versetzung von Leitplanken im Schwimmbad-Bereich weitere drei Meter kürzer und misst die bis heute gültigen 3,337 Kilometer. 2016 stellte Daniel Ricciardo im Qualifying in 1:13.622 einen neuen Rundenrekord auf, der 2017 im zweiten Training von Sebastian Vettel deutlich unterboten wurde.

Der Ferrari-Pilot brachte es auf die bereits eingangs erwähnten 1:12.720, womit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein dürfte, es wartet ja noch das Qualifying am Samstag.

Neues Reglement sorgt für neuen Rekord

Sebastian Vettel ist der neue Rekordhalter - Foto: Sutton

Doch warum hat die Formel 1 von 2016 auf 2017 so einen großen Zeitsprung gemacht? Das liegt natürlich am neuen Reglement mit mehr Anpressdruck und breiteren Reifen. "Du hast viel mehr Grip mit den Autos, das macht viel mehr Spaß und ist gut zu fahren. In Kurven kannst du jetzt aggressiver angreifen", erklärt Felipe Massa gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Es macht definitiv Spaß, mit diesem Downforce zu fahren."

Carlos Sainz ergänzt: "Es ist schneller, es sieht vielleicht nicht viel aus, nur eine Sekunde, aber eine Sekunde in Monaco ist viel. Alles ist so viel schneller im Vergleich zu letztem Jahr. Wir sind im zweiten Training und der Streckenrekord wurde bereits um über eine Sekunde unterboten."


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter