Formel 1 - Tennis-Profi Alonso: Galgenhumor nach FP1-Ende

Zak Brown verspottet Honda

Nächster Nackenschlag für Fernando Alonso, ausgerechnet beim Heimspiel. Der McLaren-Pilot versucht sich an anderen Sportarten, Zak Brown verspottet Honda.
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Motorsport-Magazin.com - Kein Rennstart in Bahrain für Stoffel Vandoorne, unvollendete Einführungsrunde in Sochi für Fernando Alonso - das muss doch jetzt reichen, oder? Offenbar nicht, denn die Power Unit von Honda hatte mit dem Spanier noch etwas Besonderes vor. Im ersten Training gab sie bereits nach 400 Metern den Geist auf. Ein Loch im Motor ließ Öl und Kühlflüssigkeit auslaufen. Für Alonso war das erste Training also ganz schnell wieder vorbei.

Für den McLaren-Piloten war es aber offenbar nur die logische Schließung des Kreises. "Es ist ja keine wirkliche Überraschung. Meine letzte komplette Runde in einem Formel-1-Auto bin ich in Russland am Samstag gefahren. Denn am Sonntag konnte ich ja nicht mal die Einführungsrunde beenden. Und hier konnten wir die Outlap nicht beenden", nahm er es mit Galgenhumor. "Wir haben ja erwartet, dass wir diese Probleme zu diesem Zeitpunkt haben. Es ist schade, gerade hier vor meinem Heimpublikum", so Alonso.

Fernando Alonsos Bolide gab im ersten Training anch wenigen Metern den Geist auf - Foto: Sutton
Ich glaube, unsere Zuverlässigkeit kann nicht schlechter werden, denn wir haben gar keine Zuverlässigkeit.
Zak Brown

McLaren-Boss Zak Brown beschrieb den erneuten Defekt schon mit blankem Hohn. "Ich glaube, unsere Zuverlässigkeit kann nicht schlechter werden, denn wir haben gar keine Zuverlässigkeit", sagte Brown. Seine Gefühlslage beschränkte sich nach dem Anblick des gestrandeten Boliden auf drei Worte. "Traurigkeit, Enttäuschung und auch eine Art Unglaube", erklärte der Amerikaner.

Traurigkeit war bei Alonso aber nicht auszumachen. Stattdessen sorgte er für Gelächter, als er den Rest des Trainings nicht mehr in der Box verbrachte, sondern auf einem nahegelegenen Tennisplatz seine Fähigkeiten mit dem Schläger ausprobierte. Die Frustration beiseite schieben? Mitnichten, wie Alonso klarstellte. Es sei ihm schlicht um Training gegangen.

"Es war meine Entscheidung, weil ich in diesen Wochen wenig Zeit zum Training habe. Ich reise viel, bin viel im Flugzeug unterwegs und so weiter", führt er aus. "Und wenn ich dann zwei Stunden frei habe, trainiere ich lieber, statt auf dem Sofa zu sitzen und fernzusehen", lieferte der 35-Jährige eine plausible Erklärung. Die öffentliche Wirksamkeit wird ihm aber wohl nicht unrecht gekommen sein. Zak Brown könnte es zumindest verstehen. "Fernando kann alles tun, was er will, um seine Frustration abzubauen", stellte er auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com klar.

Ich habe das Gefühl, dass wir dieses Mal einen guten Samstag und Sonntag haben.
Fernando Alonso

Alonso aber versicherte, dass es keine Frustration gab. Schließlich sei erst Freitag gewesen. Besser so, als wieder am Sonntag. "Wir haben dieses Jahr noch kein Rennen beendet. Bislang hatten wir freitags und samstags gute Tage, aber sonntags haben wir das Rennen nicht beendet. Ich habe das Gefühl, dass wir dieses Mal einen guten Samstag und Sonntag haben", blickt er voraus.

Vandoorne-Performance sorgt für Zuversicht

Stoffel Vandoorne fuhr den ganzen Tag problembefreit - Foto: Sutton

Im zweiten Training lief es ja auch bereits besser, Alonso konnte immerhin einen Long Run fahren, der ihn auch optimistisch stimmte. "Ich bin sicher, dass wir - wenn wir alles zusammenbekommen - morgen in einer konkurrenzfähigen Position sind. Hoffentlich können wir nahe an das Q3 kommen und am Sonntag in die Nähe der Punkte", setzt sich Alonso gleich optimistische Ziele. Hoffnung machte die Performance von Stoffel Vandoorne, der den gesamten Tag ohne Probleme überstand. Zudem konnte er sich mit Platz 13 zwischen beide Force Indias schieben.

Doch niemand kann seriös sagen, ob es am Samstag oder Sonntag nicht wieder zu Problemen bei McLaren kommt. Fürchtet Alonso um seinen guten Ruf, wenn er stets nur mit Negativschlagzeilen in Verbindung gebracht wird? Die Antwort: Nein. Vielmehr sieht er es als Hondas Problem an. "Es ist nicht meine Karriere, nicht meine Leistung, nicht mein Image. Es ist ihre Karriere, ihre Leistung, ihr Image. Ich versuche, das Team zu unterstützen und so schnell zu fahren, wie ich kann. Aber das Problem fühlt sich für mich nicht so an, als wäre es meines, sondern eher ihres", so Alonso.


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