Formel 1 - Spanien GP: Statistiken, Formcheck, Ausblick

Die große Vorschau Team für Team

Europa-Auftakt für die Formel 1 in Barcelona. Die Teams reisen mit unterschiedlichen Gefühlen und Zielen nach Spanien. Wir haben die Vorschau.
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Motorsport-Magazin.com - Zweiter Saisonstart in der Formel 1! Zumindest genießt der Europa-Auftakt diesen Ruf, da die Teams nun mit ersten großen Updates aufwarten. Einige Teams erhoffen sich nach schwachen ersten Rennen einen echten Neustart, andere wiederum wollen die Form der ersten Wochenenden auch mit nach Spanien nehmen. Motorsport-Magazin.com blickt vor dem Spanien GP auf alle Teams.

Mercedes in Spanien: Fragezeichen beseitigen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Mercedes 2 4 1 5 132 656
Lewis Hamilton 1 2 3 5 79 391
Valtteri Bottas 0 0 0 0 32 0

  • Probleme: Ferrari immer noch faktisch schneller
  • Zielsetzung: Dominanz wiedererlangen
  • Wolff: "Ich habe das Gefühl, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden."

Mercedes konnte die weiße Weste in Russland bewahren, das schnellste Auto hatte man aber nicht. Ferrari war das ganze Wochenende über schneller, der Weg zum Sieg wurde durch einen starken Start von Valtteri Bottas geebnet. Zum Problem für Mercedes könnte in Spanien die Reifenwahl werden. Die Ultrasofts, mit denen Mercedes in Russland und Bahrain besonders gut zurechtkam, sind nicht dabei. Auf den härteren Mischungen tat man sich bislang schwer. Interessant dürfte auch der Blick auf das teaminterne Duell werden. Lewis Hamilton steht nach seinem schwachen Wochenende in Sochi ein wenig unter Zugzwang.

Form-Check: Das Duell gegen Ferrari ist weiterhin kaum vorhersehbar.

Valtteri Bottas fuhr in Sochi zu seinem ersten Sieg - Foto: Sutton

Ferrari in Spanien: Position verteidigen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Ferrari 12 13 14 37 409 4001
Sebastian Vettel 1 0 1 4 107 209
Kimi Räikkönen 2 2 1 5 91 636

  • Probleme: Die Starts sind nicht konstant genug
  • Zielsetzung: Spitzenposition verteidigen
  • Vettel: "Wir haben ein starkes Auto und einen starken Motor. Wir müssen uns nicht verstecken."

Gemischte Gefühle bei Ferrari nach dem Rennen in Russland. Die Dominanz, die man über zwei Tage ausstrahlte, konnte man am Sonntag nicht in den logischen Sieg ummünzen. Knackpunkt war der Start, der Sebastian Vettel nicht gut genug gelang. Die Aufholjagd am Ende kam zu spät. Die eigene Stärke hat man zwar gezeigt, den Sieg sicherte sich aber Mercedes. Eine verpasste Chance, die später noch wehtun kann. In Barcelona soll die Form konserviert werden. Die härteren Reifen könnten der Scuderia entgegenkommen, die Wintertests vor zwei Monaten waren eine Ferrari-Show. Klappt es dann auch mit dem Sieg?

Form-Check: Ferrari ist schnell, der Killerinstinkt aber muss gewahrt werden.

Ferrari war in Sochi schneller, aber musste sich dennoch im Rennen geschlagen geben - Foto: Sutton

Red Bull in Spanien: Alle Hoffnungen liegen auf dem Update

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Red Bull 3 2 1 6 198 777
Daniel Ricciardo 0 0 0 1 34 140
Max Verstappen 1 0 0 1 25 140

  • Probleme: Das B-Auto ist eine Unbekannte
  • Zielsetzung: Anschluss an die Spitze herstellen
  • Ricciardo: "Ich hoffe, das Update lässt uns mit Mercedes und Ferrari kämpfen."

Sochi war der negative Höhepunkt einer bislang verkorksten Saison für Red Bull. Der Abstand nach hinten war deutlich geringer als nach vorne, die WM hat man offiziell schon abgeschrieben. Immerhin einzelne Rennen will man noch gewinnen. Den ersten Schritt dorthin soll das Update schaffen, das in Barcelona zum Einsatz kommt. Ein echtes B-Auto soll die gravierenden Probleme zumindest auf Chassis-Seite beheben. Die Power Unit bleibt aber als Malus bestehen. Möglicherweise kann Red Bull näher herankommen, den Anschluss an die Spitze komplett zu schaffen wäre jedoch eine dicke Überraschung.

Form-Check: Alle Hoffnungen Red Bulls liegen auf dem Update.

In Sochi musste Red Bull eher mit Williams kämpfen - Foto: Sutton

Force India in Spanien: Auf den Spuren von 2016

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Force India 0 0 0 0 22 0
Sergio Perez 0 0 0 0 12 0
Esteban Ocon - - - - - -

  • Probleme: Keine
  • Zielsetzung: Form konservieren
  • Mallya: "Wir nutzen unsere Chancen und agieren intelligent."

Force India ist wieder dort angekommen, wo man Ende 2016 stand: auf Platz vier bei den Konstrukteuren. Mit beeindruckender Konstanz fuhren sowohl Sergio Perez, als auch Esteban Ocon bislang in jedem Rennen in die Punkte. Dabei ist man nicht unbedingt schneller als Williams, Renault und Co., weiß es aber, die Rennen äußerst intelligent zu bestreiten und keine Fehler zu machen. In Russland bedeuteten 14 Punkte sogar mehr Ausbeute, als Red Bull gelang. In Spanien tat man sich in den letzten Jahren etwas schwer, doch ist ihnen in der aktuellen Verfassung auch dort einiges zuzutrauen.

Form-Check: Force India ist das konstanteste Team im Mittelfeld.

Die Pink Panther von Force India liefern konstant ab - Foto: Sutton

Williams in Spanien: Force India schlagen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Williams 7 6 6 13 207 1943
Felipe Massa 1 1 2 3 63 261
Lance Stroll - - - - - -

  • Probleme: Keine Nennenswerten
  • Zielsetzung: Platz vier zurückerobern
  • Lowe: "Die Strecke ist ein herausfordernder Test für die Performance des Autos."

Williams musste Platz vier in der Konstrukteurs WM in Sochi an Force India abtreten. Nur zwei Punkte gab es für Felipe Massa. In Barcelona soll die Rückkehr an die Spitze des Mittelfeldes erfolgen. Historisch gehört Williams zu den stärksten Teams in Spanien, doch an diesem Wochenende wird sich zeigen, wie stark das Chassis tatsächlich ist. Helfen bei der Ausbeute würde auch endlich ein zählbares Resultat von Lance Stroll, der in Russland immerhin erstmals 2017 die Zielflagge sah.

Form-Check: Williams muss um den Status als bestes Mittelfeld-Team bangen.

Lance Stroll sah in Sochi zum ersten Mal die Zielflagge - Foto: Sutton

Renault in Spanien: Den Sonntag verbessern

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Renault 1 1 1 5 61 305
Nico Hülkenberg 0 0 0 0 2 0
Jolyon Palmer 0 0 0 0 0 0

  • Probleme: Schnell im Qualifying, zu langsam auf die Distanz
  • Zielsetzung:
  • Hülkenberg: "Das Auto verbessert sich in jedem Rennen und wir können liefern."

Vier Punkte holte Renault in Sochi und sammelte damit den eigenen Bestwert in dieser Saison bislang. Dennoch sind die eigenen Ansprüche noch höher. Das Problem der Franzosen ist jedoch die Beschränkung auf ein Fahrzeug, zumindest, wenn man die bisherigen Leistungen von Jolyon Palmer betrachtet. Gegen Force India, die konstant mit beiden Autos punkten, hat Renault einen deutlichen Nachteil. Nico Hülkenberg muss die Kastanien allein aus dem Feuer holen, was mit einem reifenfressenden Boliden umso schwerer ist.

Form-Check: Stück für Stück geht es bei Renault bergauf.

Nico Hülkenberg ist Renaults einziges Eisen im Feuer - Foto: Sutton

Toro Rosso in Spanien: Dem Strudel entkommen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Toro Rosso 0 0 1 0 13 0
Carlos Sainz 0 0 0 0 10 0
Daniil Kvyat 0 0 1 0 2 0

  • Probleme: Konkurrenz droht zu enteilen
  • Zielsetzung: Anschluss halten
  • Sainz: "Das Wochenende ist stressiger als normal, aber alles läuft mit einem Lächeln im Gesicht ab."

Toro Rosso droht ein wenig den Anschluss an das vordere Mittelfeld zu verlieren. Force India, Renault und Williams waren zuletzt schneller. Nun geht es aber auf eine Strecke, auf der die Italiener im vergangenen Jahr glänzen konnten. Ohnehin ist der Kurs in Barcelona anders, weil "normaler", als in Bahrain und Sochi. Gegen die aufstrebende Konkurrenz muss Toro Rosso aber nun wieder liefern und den starken Eindruck der ersten beiden Rennen bestätigen. Zumindest Haas scheint man jedoch im Griff zu haben.

Form-Check: Toro Rosso droht abgehängt zu werden.

Toro Rosso droht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren - Foto: Sutton

Haas in Spanien: Anschluss halten

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Haas 0 0 0 0 0 0
Romain Grosjean 0 0 1 0 20 0
Kevin Magnussen 0 0 0 0 0 0

  • Probleme: Bremsen und vieles andere
  • Zielsetzung: Chancen nutzen
  • Steiner: "Zwischen Platz acht und 16 kann man überall landen."

Bei Haas lief in Sochi gar nichts nach Plan. Verpatztes Qualifying vor allem von Romain Grosjean, im Rennen blieben die Amerikaner ohne Punkte. Dazu die Diskussionen um den richtigen Bremsenhersteller. In Barcelona wird Haas wieder auf Brembo setzen, weil die Alternative von Carbon Industri Probleme bei der Kühlung verursachte. Ohnehin scheint der Haas-Bolide viel Potenzial zu haben, die Ausbeute aber ist schlicht zu gering. Die Hauptaufgabe für Haas liegt darin, das Bremsproblem zu lösen, um in der Folge brauchbare Abstimmungsarbeit vornehmen zu können. Dann sind auch wieder gute Ergebnisse möglich.

Form-Check: Haas hat Potenzial, es gelingt jedoch nicht, dieses zu nutzen.

Für Haas war das Wochenende in Russland ein Reinfall - Foto: Sutton

Sauber in Spanien: Die Hoffnung lebt

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Sauber 0 0 1 0 26 9
Pascal Wehrlein 0 0 0 0 0 0
Marcus Ericsson 0 0 0 0 0 0

  • Probleme: Auto nicht konkurrenzfähig
  • Zielsetzung: Punkte irgendwie anvisieren
  • Wehrlein: "Ich bin mir sicher, dass wir mit unseren neuen Aero-Teilen einen Fortschritt erzielen können."

Sauber war in Sochi weit weg davon, aus eigener Kraft in die Punkte fahren zu können. Dies dürfte sich auch in Barcelona nicht ändern. Zwar bringen auch die Schweizer neue Teile, doch ob diese alleine den Anschluss an die Teams vor ihnen herstellen können, ist fraglich. Stattdessen muss Sauber auch weiterhin darauf hoffen, dass ihnen der Rennverlauf entgegenkommt und sie selbst Fehler vermeiden. Mehr ist nicht machbar.

Form-Check: Sauber hat unter normalen Bedingungen keine Chance auf Punkte.

Die beiden Sauber-Piloten kämpfen eher untereinander als gegen andere - Foto: Sutton

McLaren in Spanien: Alonsos Indy-Vorspiel

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
McLaren 8 8 7 27 260,5 2295
Fernando Alonso 2 1 0 7 120 692
Stoffel Vandoorne - - - - - -

  • Probleme: Immer noch dieselben
  • Zielsetzung: Immer noch dieselbe
  • Alonso: "Nach einigen schwierigen Rennen für uns wissen wir nicht, was wir von diesem Wochenende erwarten können."

Fernando Alonso fährt in Barcelona das letzte Rennen vor seinem Indy-Ausflug. Falls er es denn überhaupt in Angriff nehmen kann und nicht wie in Sochi schon vor dem Start liegen bleibt. Gleich nach dem Rennen geht es zum Flieger, am Montag steht bereits das erste Training auf dem amerikanischen Oval an. Sportlich spricht wenig bis nichts dafür, dass McLaren in Barcelona eine Überraschung gelingt. Die oberste Prämisse lautet, anzukommen. Stoffel Vandoorne gelang das in Sochi immerhin.

Form-Check: McLaren sucht weiter einen Hauch Zuverlässigkeit.

Zum letzten Mal vor seinem Indy-Trip fährt Fernando Alonso in der Formel 1 - Foto: Sutton

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