Formel 1 - Sochi: Red Bull um Welten hinter der Spitze

Dritte Kraft - nicht mehr, nicht weniger

Red Bull ist in Russland wie erwartet chancenlos gegen Ferrari und Mercedes. Wenigstens den Status als dritte Kraft will man nun verteidigen.
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Motorsport-Magazin.com - Red Bull beschloss den ersten Trainingstag in Sochi ziemlich genau da, wo es zu erwarten war. Hinter den beiden Top-Teams Ferrari und Mercedes belegten Max Verstappen und Daniel Ricciardo die Plätze fünf und sechs. Verstappen fehlten dabei satte sieben Zehntel auf den viertplatzierten Lewis Hamilton, ebenso groß war der Vorsprung des jungen Niederländers auf Felipe Massa, der hinter beiden Red Bulls landete. Auf die Spitze fehlten gar 1,4 Sekunden.

Damit setzt sich der Trend der ersten Rennen fort, dass Red Bull weit weg von eigener Siegfähigkeit ist. Das Sochi Autodrom mit seiner Charakteristik kommt den Bullen zudem gar nicht gelegen. "Die Strecke kommt uns nicht entgegen. Wir haben nicht ganz so viel Power und wenn man auf den Geraden nicht schnell ist und zusätzlich auch den Abtrieb nicht hat, macht es das schwieriger", erklärte Verstappen.

Chancenlos in allen Belangen

Da sind zum einen die langen Geraden, die enorm viel Motorleistung verlangen. Besonders die lange Start/Ziel-Gerade ragt hier hervor. In der offiziellen Topspeed-Messung bewegten sich Verstappen und Ricciardo im Mittelfeld, auf den Bestwert fehlten zehn km/h. Doch auch in den Kurven sticht der Red Bull weiterhin nicht hervor. Allein im engen Schlusssektor verloren beide jeweils sechs Zehntelsekunden auf die Bestzeit.

Wir haben auf den Ultrasofts nicht so viel Zeit wie die anderen gefunden.
Daniel Ricciardo

Zumindest auf der supersoften Reifenmischung, der mittleren der drei in Russland zur Verfügung stehenden, hatte Daniel Ricciardo aber dennoch ein gutes Gefühl. "Auf Supersoft war es gut, da waren wir ziemlich zufrieden mit dem Auto. Wir haben dann auf den Ultrasofts aber nicht so viel Zeit wie die anderen gefunden. Das ist ein Reifen, mit dem wir noch ein bisschen zurechtkommen müssen", erklärt der Australier den großen Rückstand im Endergebnis.

In Russland steht das letzte Rennwochenende an, bevor Red Bull in Barcelona eine überarbeitete Version des Boliden bringt. Bis dahin heißt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. "An diesem Wochenende wussten wir, was auf uns zukommt. Wir versuchen jetzt unser Bestes mit dem Paket, erwarten aber nichts Großes. Wir wollen hier unseren Job machen und hoffen, dass wir in ein paar Wochen für mehr kämpfen können", erklärte Ricciardo.

Verstappen mit vorzeitigem Ende

Max Verstappen musste seinen Boliden abstellen - Foto: Sutton

Während für das Qualifying die dritte Startreihe wohl das Maximum sein wird, ist das Rennen noch einmal etwas Anderes. Gerade Mercedes kämpfte bislang stets mit der Performance am Rennsonntag. Doch wirklich viele Daten konnte Red Bull in Sochi in diesem Bereich nicht sammeln. Daniel Ricciardos Long Run konnte nur mit viel Wohlwollen als "long" bezeichnet werden. Und Max Verstappen rollte kurz nach Beginn seiner Rennsimulation aus.

"Das Problem war der Benzindruck", erklärte Verstappen seinen vorzeitigen Feierabend. "Das ist natürlich schade, wir konnten deshalb keinen wirklichen Long Run machen. Aber so ist es halt. Wir schauen uns die Daten an und was wir für morgen verbessern können", so der 19-Jährige.


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