Formel 1 - F1 zeigt Solidarität mit verletztem Billy Monger

#BillyWhizz bewegt die Welt

18.000 Spender, versteigerte Rennoveralls: Die Anteilnahme am Schicksal von Billy Monger ist überwältigend. Billy bedankt sich via Facebook.
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Motorsport-Magazin.com - Die Anteilnahme am schweren Schicksal des jungen Rennfahrers Billy Monger ist weiter ungebrochen. Die Spendenwelle für den 17-Jährigen, dem in Folge eines Unfalls in Donington beide Unterschenkel amputiert werden musste, reißt nicht ab. Auf der Crowdfunding-Plattform JustGiving kamen inzwischen 905.000 Euro zusammen, mit denen Mongers Familie die Therapien und Behandlungen bezahlen kann. Mehr als 18.000 Spenden gingen bislang ein.

Auch die Formel 1 zeigt Solidarität für Billy, der nach seiner Operation aus dem Koma erwacht ist und sich bereits in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet hat. So fährt McLaren an diesem Wochenende in Russland mit #BillyWhizz-Aufklebern - Mongers Twitter-Name - auf dem Auto. Vermutlich werden weitere Teams nachziehen.

Absolute Tragödie

Vor wenigen Tagen sagte McLaren-Boss Zak Brown dem Daily Star: "Das ist eine absolute Tragödie. Ich kenne ihn nicht persönlich. Aber ich habe den Unfall gesehen und war einfach sprachlos. Es ist toll zu sehen, wie sehr sich die Motorsport-Gemeinschaft für ihn einsetzt. Das kann jedem von uns passieren." McLaren sicherte größtmögliche Unterstützung zu und möchte Billy auch zu einem Formel-1-Rennen einladen.

Williams versteigert aktuell zugunsten von Monger einen Rennoverall von Felipe Massa sowie Rennschuhe von Lance Stroll. Rennfahrer aus aller Welt haben bereits für Billy gespendet, darunter Jenson Button und Max Verstappen mit jeweils umgerechnet 18.000 Euro.

McLaren fährt in Sochi mit #BillyWhizz Aufklebern auf dem Auto - Foto: Sutton

Nachricht von Billy

Monger war nach seinem Unfall und mehreren Operationen in ein künstliches Koma versetzt worden, aus dem er vier Tage später aufgeweckt wurde. Mit einer sehr emotionalen Nachricht bedankte er sich für die Hilfe. Bei Facebook schrieb Billy: "Ein riesengroßes Dankeschön an euch alle! Eure lieben Worte haben mir und meiner Familie die Kraft gegeben, um die letzte Woche zu überstehen. Die Liebe und Großzügigkeit unserer Motorsport-Familie, Fans und jedem Unterstützer ist toll und inspirierend."

Monger bedankte sich weiter bei den Streckenposten, den Ärzten, der Flugambulanz und Bergungs-Crew in Donington. Nach dem Unfall, bei dem Monger mit dem Formel-4-Auto von Patrik Pasma kollidert war, benötigten die Helfer fast zwei Stunden, um ihn aus dem völlig zerstörten Auto zu bergen. Anschließend wurde er per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Der ebenfalls verunfallte Pasma konnte die Klinik nach einem Tag verlassen.

Monger: "Was soll ich sagen: Ohne euch wäre ich heute nicht hier! Ich werde euch für immer dankbar sein, dass ihr mein Leben gerettet habt. Der eine wahre Held dieser Tragödie ist meine Schwester Bonny. Sie hat mir den Willen gegeben, weiterzukämpfen. Ein Wert, den ich weiter hochhalten werde. Jetzt... und für den Rest meines Lebens."

Welle der Solidarität für den verletzten Billy Monger - Foto: Just Giving

Vettel: Es ist tragisch

In Sochi am Rande des Formel-1-Wochenendes war die Anteilnahme im Fahrerlager weiter groß. Viele Fahrer hatten zum Spenden aufgerufen und Monger somit unterstützt. "Es ist tragisch, was passiert ist", sagte Sebastian Vettel. "Ich glaube, man vergisst manchmal, dass Dinge passieren können - weil Gott sei Dank nicht so viel passiert. Aber trotzdem ist das Risiko immer da. Zunächst mal müssen wir die Daumen drücken, dass es bergauf geht. Dann muss man schauen, ob man irgendwas hätte besser machen können, um es zu verstehen und daraus zu lernen."

Unfall wird untersucht

Inzwischen hat die Motor Sports Association (MSA) in Großbritannien zusammen mit der FIA eine Untersuchung des Unfalls eingeleitet. "Solange die Untersuchung nicht abgeschlossen ist, können keine weiteren Aussagen zu Details des Vorfalls abgegeben werden", heißt es in der Mitteilung der MSA. "Die Gedanken aller bei der MSA sind in dieser schwierigen Zeit bei Billy und seiner Familie. Die überwältigende Unterstützung, die er seitens der Motorsportgemeinde erhalten hat, ist unglaublich."


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