Formel 1 - McLaren ratlos: 79 Runden ohne Probleme?

Eine MGU-H hält zwei Runden, die andere zwei Tage

Nach desaströsen Tagen in Bahrain funktionierte der Honda-Antrieb im McLaren am letzten Testtag. Doch die Techniker rätseln: Warum funktioniert es jetzt?
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Motorsport-Magazin.com - McLaren erlebte in der Wüste von Bahrain einen wahren Albtraum: Am Rennwochenende ging einmal mehr erstaunlich wenig, Stoffel Vandoorne konnte erst gar nicht starten, Fernando Alonso musste wegen technischer Probleme aufgeben. Der erste Testtag nach dem GP glich einem Deaster: Simulator-Pilot Oliver Turvey schaffte in neun Stunden gerademal 17 Runden.

Umso mehr staunten die Beobachter, als Stoffel Vandoorne am zweiten und letzten Testtag auf dem Bahrain International Circuit plötzlich Runde um Runde drehen konnte. 81 Runden sind für Honda fast rekordverdächtig. "Im letzten Jahr hatten wir schon bessere Tag, aber es war auf jeden Fall der beste Testtag in dieser Saison", sagte McLaren Teamchef Eric Boullier zu Motorsport-Magazin.com.

Noch immer will die Honda Power Unit nicht funktionieren - Foto: Honda

Nicht nur die Rundenanzahl war erfreulich, auch die Pace, die Vandoorne mit dem MCL32 gehen konnte. Mit 1:32,108 Minuten setzte sich der Belgier auf Rang vier, nur acht Zehntelsekunden hinter dem Tagesschnellsten Valtteri Bottas. "Wir haben heute aggressivere Einstellungen probiert und die haben funktioniert", erklärt Boullier. Beim Topspeed landete Vandoorne mit 314,8 Stundenkilometern im Mittelfeld der Testsession.

Doch ganz glücklich war McLaren Teamchef Eric Boullier ob des Mini-Erfolgs nicht: "Es ist schwer zu verstehen, was da gerade passiert." Das ganze Wochenende über war die MGU-H das Sorgenkind an der Honda Power Unit. Auch am ersten Testtag sorgte eine defekte MGU-H für den Zeitverlust. "Danach haben wir den Motor gewechselt und sind noch 15 Runden gefahren. Heute Morgen sind wir Installationsrunden gefahren und haben nichts am Auto gefunden. Wir sind auch danach wieder ohne Probleme gefahren", rätselt Boullier.

Honda soll nun untersuchen, warum es zwischen eigentlich identischen Teilen so große Unterschiede gibt. McLaren fuhr alle Tage in Bahrain mit der gleichen Spezifikation. Lediglich bei den Nebenaggregaten gab es kleinere Änderungen, um Vibrationen zu minimieren und die Zuverlässigkeit zu verbessern. "Wir finden aktuell den Ursprung des Problems nicht", gesteht Boullier. "Manche MGU-Hs halten zwei Runden, manche zwei Tage." Eine vage Vermutung hat der Franzose: "Es ist ein wenig kälter geworden, vielleicht helfen diese fünf oder sechs Grad. Es ist komisch..."

Trotz aller Probleme ist McLaren noch immer fest von Hondas Weg überzeugt: "Das Design unseres Motors, das Layout ist dieses Jahr anders. Wir haben erstmal einen Schritt rückwärts gemacht, wir wissen aber, dass wir so mehr Potential mit diesem Layout haben. Man muss für diesen Weg einen Preis zahlen. Manchmal muss man einen Schritt rückwärtsgehen, um zwei nach vorne zu kommen."


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