Formel 1 - Alonso erklärt: Darum Indy 500 statt Monaco

McLaren-Honda in F1 nicht konkurrenzfähig

Indy 500 statt Monaco GP. So begründet Fernando Alonso seinen Ausflug nach Nordamerika. Plus: Sein Zeitplan bis zum Rennen.
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Motorsport-Magazin.com - "Wenn ich der beste Fahrer der Welt sein will, habe ich nur zwei Optionen: Entweder ich gewinne acht WM-Titel in der Formel 1 und damit einen mehr als Michael (Schumacher). Oder ich gewinne zu unterschiedlichen Zeitpunkten meiner Karriere in verschiedenen Meisterschaften und bin damit jener Fahrer, der in jedem Auto und jeder Rennserie gewinnen kann. Das ist schwierig, aber auch sehr attraktiv. Das ist der Grund für meine Entscheidung."

So begründete Fernando Alonso am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Bahrain seine Entscheidung, Ende Mai am Indy 500 teilzunehmen und dafür sogar den Monaco GP der Formel 1 sausen zu lassen. Sein eigenes Denkmal will sich der Spanier damit errichten, nachdem er erkennen musste, dass es mit McLaren-Honda in absehbarer Zeit wohl nicht mehr zu einem WM-Titel reichen wird. Der Verzicht auf den Lauf in Monte Carlo war aber auch ein klares Statement an seinen Arbeitgeber.

Reaktionen: Alonso pfeift auf Monaco - Indy 500 here we come!: (1:50 Min.)

"Wenn das Auto konkurrenzfähig wäre und wir da vorne mit 43 Punkten oder so mitmischen würden, dann könnte ich mir den Verzicht auf mögliche 25 Punkte natürlich nicht leisten", stellte Alonso klar. Seiner Entscheidung kam die neue Eigentümerstruktur bei McLaren zu Gute, denn unter Ron Dennis wäre ein derartiges Fremdgehen in einer anderen Rennserie wohl kaum möglich gewesen.

Alonso in Indy - ein Gewinn für alle?

"Zak (Brown; neuer Geschäftsführer McLarens) hat größere Visionen als alle Chefs, die ich vor ihm hatte. Er sieht Motorsport anders und denkt McLaren größer als nur in der Formel 1. McLaren hat in der Vergangenheit sowohl das Indy 500 als auch Le Mans gewonnen", so Alonso. Weitere Starts in der IndyCar-Serie schloss er hingegen kategorisch aus. Es gehe ihm in Indianapolis vor allem um den Event-Charakter und darum, bei einem so prestigeträchtigen Rennen endlich dabei zu sein.

Es gibt in Nordamerika einen großen Markt, in dem wir seit vielen Jahren versuchen Fuß zu fassen. Jetzt sind wir dort und zeigen damit unseren Respekt für die IndyCars.
Fernando Alonso

Davon würde letztlich nicht nur er selbst profitieren. "Diese Situation ist für die gesamte Formel 1 gut. Es gibt in Nordamerika einen großen Markt, in dem wir seit vielen Jahren versuchen Fuß zu fassen. Jetzt sind wir dort und zeigen damit unseren Respekt für die IndyCars. Für die wiederum ist es auch gut, dass Formel-1-Fahrer mitfahren. Und letztlich profitiert auch McLaren-Honda, das an ein und dem selben Tag Autos beim Indy 500 und dem Monaco-GP an den Start bringen kann."

Für Alonso war die Entscheidung, bei welchem der beiden Rennen er starten wird, keine schwierige. "Ich habe das in Monaco gewonnen und in der Formel 1 zwei WM-Titel geholt. Ein fünfter, sechster oder siebenter Platz dort verändert mein Leben nicht. Aber nur eine minimale Chance auf den Sieg beim Indy 500 zu haben, ist eine komplett andere Chance", gab er zu.

Alonsos Fahrplan nach Indianapolis

Wie sieht nun Alonsos Fahrplan nach Indianapolis aus? Schließlich saß er bislang noch nie in einem IndyCar oder fuhr je ein Rennen auf einem Oval. "Am kommenden Wochenende bin ich in Alabama um mir das Rennen dort anzusehen und die Teammitglieder kennen zu lernen. Am Montag danach wird mein Sitz angepasst und dann fliege ich nach Russland zur Formel 1."

Richtig los geht es erst in den letzten Wochen vor dem Event: "Nach dem Russland-GP werde ich in Indianapolis im Simulator testen und hoffentlich auch schon das erste Mal im Auto Platz nehmen können. Zu hundert Prozent fix ist das aber noch nicht. Nach dem Spanien-GP fliege ich noch am Sonntag wieder in die USA, weil dort am Montag danach bereits freie Trainings anstehen."

Auf Alonso warten also stressige Wochen und viel Zeit im Flugzeug hoch über dem Atlantik. Am Ende dieser Anstrengungen warten aber vielleicht wieder Ruhm und Ehre auf den zweifachen Weltmeister, der in den vergangenen Monaten dank seines Autos von einer Demütigung zur nächsten eilte.


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