Formel 1 - Statistik-Check: Das ist der Bahrain-Spezialist

Siege sind nicht alles...

Motorsport-Magazin.com macht wieder den großen Statistik-Check: Wer ist der König von Bahrain? Das Ergebnis ist überraschend.
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Motorsport-Magazin.com - Nach den ersten zwei Rennen der Saison scheint klar: Der WM-Kampf dürfte erstmals wieder zwischen mindestens zwei Teams ausgetragen werden. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel stehen punktgleich an der WM-Spitze. Ein Umstand, der Lewis Hamilton sehr gefällt. "Ich liebe diesen Kampf. Das geht bis zum Saisonende so. Ich hoffe, dass bei uns beiden nichts Mechanisches dazwischenkommt, sondern es ein reiner Kampf der Fähigkeiten wird", sagte Hamilton.

Schlussendlich könnten Nuancen den Ausschlag geben. Dazu zählt auch, welche Strecke dem einzelnen Fahrer liegt. "Ich hoffe sehr auf einen echten Kampf durch mentale Stabilität, durch Fitness, durch den Umgang mit Druck, all diese Dinge. Und auch beizeiten durch eine Lieblingsstrecke", so der Brite. Nun geht es nach Bahrain, es wird also wieder Zeit für den großen Spezialisten-Check. Wem liegt die Wüste besonders?

Geht das Duell Vettel vs. Hamilton auch in Bahrain weiter? - Foto: Sutton

Maßgeblich sind für die Ermittlung des Streckenkönigs erneut die Ergebnisse der aktiven Fahrer aus ihren bisherigen Rennen. Diese werden anhand eines Punkteschlüssels bewertet, der Fahrer mit den meisten Punkten darf sich Bahrain-Spezialist nennen.

Der Punkteschlüssel

  • Sieg - 10 Punkte
  • Podium - 7 Punkte
  • Pole Position - 5 Punkte
  • Schnellste Runde - 3 Punkte

Die Strecke: Bahrain International Circuit in Shanghai: Im Zuge der Asien-Expansion der Königsklasse wurde auch Bahrain zum Ziel der Formel-1-Bosse. Hermann Tilke wurde beauftragt, mitten in der Wüste der Insel eine Strecke zu errichten. 2004 fand das erste Rennen auf dem Kurs statt. Das Layout ist gekennzeichnet durch eine schöne Abwechslung aus schnellen und langsamen Passagen, die Strecke bietet viele Überholmöglichkeiten. Im Jahr 2011 musste der Bahrain GP aus politischen Gründen abgesagt werden. 2014 fand zum ersten Mal ein Nachtrennen in der Wüste statt.

Kategorie 1: Die Siege

Keine halben Sachen für Fernando Alonso. Der Spanier stand insgesamt dreimal auf dem Podium beim Bahrain GP, immer gewann er auch das Rennen. Mit jenen drei Siegen ist er zudem in dieser Kategorie der erfolgreichste Fahrer im Wüstenstaat. Zeitlich liegt das Ganze jedoch schon etwas zurück, 2010 triumphierte er zuletzt. Noch länger warten muss Felipe Massa auf einen Sieg, er gewann die Rennen 2007 und 2008. Ebenfalls zwei Siege fuhren Sebastian Vettel (2012, 2013) und Lewis Hamilton (2014, 2015) ein. Alle noch aktiven Bahrain-Sieger bislang haben also mindestens zweimal gewonnen. Gibt es in diesem Jahr einen Debütanten?

Lobenswerte Erwähnung: Die genannten aktiven Fahrer stehen auch in der Gesamtliste der Bahrain-Siege auf den ersten Plätzen. Nur drei weitere Fahrer, die inzwischen zurückgetreten sind, konnten das Wüstenrennen gewinnen: Michael Schumacher (2204), Jenson Button (2009) und Nico Rosberg, der im letzten Jahr triumphierte.

Die Siege im Überblick

Fahrer Siege Jahre Teams Punkte
Fernando Alonso 3 2005, 2006, 2010 Renault, Ferrari 30
Felipe Massa 2 2007, 2008 Ferrari 20
Sebastian Vettel 2 2012, 2013 Red Bull 20
Lewis Hamilton 2 2014, 2015 Mercedes 20

Kategorie 2: Die Podestplätze

Ein dickes Kuriosum zeigt sich bei den Podestplätzen. Fernando Alonso taucht in der Liste gar nicht auf, weil er außer seinen Siegen nie auf dem Podium stand und die Punkte für die Siege in unserer Rechnung nicht in zwei Kategorien einfließen. Dagegen steht ein anderer Fahrer in diesem Gebiet ganz oben, der kein Rennen gewann: Kimi Räikkönen. Der Finne stand sagenhafte acht Mal auf dem Podest. Oder anders formuliert: Der Iceman blieb in Bahrain nur bei drei Rennen ohne einen Platz unter den besten Drei. Lewis Hamilton kommt abseits seiner zwei Siege auf drei weitere Podestplätze. Stark auch Romain Grosjean: Der Franzose schaffte es bislang zweimal auf das Podium. Sergio Perez fuhr 2014 im Force India auf Rang drei.

Lobenswerte Erwähnung: Mit zwei Podestplätzen reiht sich Jarno Trulli recht weit oben ein. Der Italiener schaffte 2005 und 2009 jeweils mit Toyota den Sprung auf das 'Stockerl'. Einen kompletten Medaillensatz staubte Nico Rosberg ab, der neben seinem Sieg einmal Zweiter und einmal Dritter wurde.

Die Podestplätze im Überblick

Fahrer Podien Jahre Teams Punkte
Kimi Räikkönen 8 2005, 2006, 2007, 2008, 2012, 2013, 2015, 2016 McLaren, Ferrari, Lotus-Renault 56
Lewis Hamilton 3 2007, 2010, 2016 McLaren, Mercedes 21
Romain Grosjean 2 2012, 2013 Lotus-Renault 14
Felipe Massa 1 2010 Ferrari 7
Sebastian Vettel 1 2009 Red Bull 7
Sergio Perez 1 2014 Force India 7

Kategorie 3: Die Pole Positions

Einen echten Dominator der Bahrain-Qualifyings sucht man in den Statistikbüchern vergebens. Zwei Poles sind die Höchstzahl, von den aktiven Fahrern schafften diese Marke Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Je einmal vom besten Startplatz nahmen Fernando Alonso und Felipe Massa das Rennen auf.

Lobenswerte Erwähnung: Bahrain war offensichtlich Trulli-Land, zumindest ein wenig. Denn unter die acht unterschiedlichen Polesetter, die es beim Bahrain GP bislang gab, mischte sich auch der Italiener. Eine Pole steht für Trulli zu Buche. Rekordhalter übrigens mit Vettel und Hamilton zusammen sind Michael Schumacher und Nico Rosberg, die ebenfalls auf je zwei Pole Positions kommen.

Die Pole Positions im Überblick

Fahrer Poles Jahre Teams Punkte
Sebastian Vettel 2 2010, 2012 Red Bull 10
Lewis Hamilton 2 2015, 2016 Mercedes 10
Fernando Alonso 1 2005 Renault 5
Felipe Massa 1 2007 Ferrari 5

Kategorie 4: Die schnellsten Rennrunden

Auch bei den schnellsten Rennrunden findet sich ein kompaktes Bild, keiner der aktiven Fahrer schaffte mehr als zwei Stück. Diese gehen auf das Konto von Sebastian Vettel. Mit Felipe Massa, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen gibt es nur drei weitere Fahrer, die die schnellste Zeit am Sonntag setzten.

Lobenswerte Erwähnung: Tatsächlich gibt es aber doch einen Fahrer, der es bislang in drei Bahrain-Rennen schaffte, die schnellste Runde zu setzen: Nico Rosberg. Der amtierende Weltmeister könnte also nur von Sebastian Vettel eingeholt werden, ansonsten bleibt ihm in dieser Liste erst einmal der Platz an der Sonne. Eine Überraschung in der Liste ist Pedro de la Rosa. Er fuhr 2005 im McLaren die schnellste Runde des Rennens.

Die schnellsten Rennrunden im Überblick

Fahrer Schnellste Runden Jahre Teams Punkte
Sebastian Vettel 2 2012, 2013 Red Bull 6
Felipe Massa 1 2007 Ferrari 3
Fernando Alonso 1 2010 Ferrari 3
Kimi Räikkönen 1 2015 Ferrari 3

Ergebnis: Der Shanghai-Spezialist

So, grob überschlagen, wen tippen Sie auf Platz eins? Es ist tatsächlich Kimi Räikkönen! Kein Sieg, keine Pole, aber mit satten acht Podestplätzen darf sich der Finne in unserer Statistik Bahrain-Spezialist nennen. Zumal ihm diese mit drei unterschiedlichen Teams gelangen. Lewis Hamilton, der in Australien und China unser Spezialist war, kommt dieses Mal nur auf Platz zwei mit acht Zählern Rückstand. Der dritte Platz geht an Sebastian Vettel, dem im Vergleich zu Hamilton die Konstanz fehlt. Diese fehlt auch Fernando Alonso komplett. Drei Siege, aber sonst kaum nennenswerte Resultate bringen ihm nur den vierten Platz in unserer Rangliste.

Lobenswerte Erwähnung: Wie bislang, so wäre Nico Rosberg auch in Bahrain ein Kandidat für die Liste. Zumal der zurückgetretene Weltmeister ja in Bahrain 2006 gleich im ersten Rennen seine erste schnellste Rennrunde fuhr. Insgesamt zeichnet sich Bahrain trotz der jungen Geschichte des Rennens durch eine Vielfalt an Fahrern aus, die für Akzente sorgen konnten.

Das Ergebnis im Überblick

Platzierung Fahrer Siege Podien Poles Schnellste Runden Rennen gesamt Punkte gesamt
1. Kimi Räikkönen - 8 - 1 11 59
2. Lewis Hamilton 2 3 2 - 9 51
3. Sebastian Vettel 2 1 2 2 8 43
4. Fernando Alonso 3 - 1 1 11 38
5. Felipe Massa 2 1 1 1 12 35
6. Romain Grosjean - 2 - - 5 14
7. Sergio Perez - 1 - - 5 7

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