Formel 1 - Toto Wolff gesteht: Wehrlein hatte Halswirbelbruch

Mehrere Wochen im Korsett

Nun ist es raus: Toto Wolff gibt zu, dass sich Pascal Wehrlein beim Unfall beim Race of Champions doch heftiger verletzt hat, als zunächst zugegeben.
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Motorsport-Magazin.com - Viele Gerüchte rankten sich um Pascal Wehrleins Fehlen bei den ersten zwei Formel-1-Rennen der Saison 2017, nun macht Mercedes Motorsportchef Toto Wolff reinen Tisch. "Es ist an der Zeit zu sagen, was Sache ist und Pascal in Schutz zu nehmen", beginnt er im Interview mit RTL vielsagen. "Pascal hat sich bei dem Unfall Wirbel im Halsbereich gestaucht und gebrochen. Er hatte Glück, dass es nicht zu einer weitreichenderen Verletzung gekommen ist."

Wie schlimm es wirklich um den Mercedes-Junior stand, lassen die folgenden Aussagen von Wolff erahnen: "Er konnte sich viele Wochen kaum bewegen und hat sie im Korsett verbracht." Bislang hieß es, Wehrlein habe sich bei seinem Unfall beim Race of Champions in Miami keine ernsteren Rückenverletzungen zugezogen, lediglich der Trainingsrückstand hätte ihn dazu veranlasst, die ersten beiden Rennen auszusetzen.

Fraglich ist, warum Sauber, Mercedes und Wehrlein selbst nicht gleich mit der wahren Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen sind. Wehrlein betonte, nachdem er die erste Testwoche in Barcelona ebenfalls aussetzen musste, dass ihn der Unfall nur geringfügig im Training zurückgeworfen hätte und die Verletzung nicht weiter dramatisch sei. Außerdem sei es eine Rücken-, keine Nackenverletzung, so Wehrlein.

Entscheidung fiel in Absprache mit Mercedes und Sauber

Nachdem sich der DTM-Champion von 2015 in der zweiten Testwoche jeden Tag mit Teamkollege Marcus Ericsson abgewechselt hatte, wurde er von den FIA-Ärzten für den Saisonstart in Australien für fit erklärt. Nach den ersten beiden Trainings in Melbourne entschied sich Wehrlein allerdings dazu, nicht am Rennen teilzunehmen.

Wehrlein traf mit dem Helm die Barriere - Foto: Youtube/Race of Champions

"Die Entscheidung, die er am Freitag in Melbourne getroffen hat, zu sagen, dass er die Grand-Prix-Distanz nicht schaffen würde, weil es ihm einfach an Kraft fehlt, war eine sehr weise Entscheidung", lobt Wolff. "Sie fiel in Absprache mit Monisha (Kaltenborn) und mir und wir haben das akzeptiert und respektiert."

Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi sprang für Wehrlein ein und zeigte vor allem in Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit eine starke Vorstellung. Den China GP sagte Wehrlein in der Woche vor dem Rennen ab, erneut wird er durch den Italiener vertreten.

Wolff erklärt die erneute Absage: "Pascal hätte auf Druck hierherkommen können und wäre auch den GP gefahren, aber dann hätte er den Jetlag mitgenommen und wäre dann nach Bahrain gekommen. Das wäre keine optimale Vorbereitung gewesen. Insofern haben wir entschieden, zehn Tage lang ein ordentliches Training zu machen und ihn zurück in die Form zu bringen, die er haben muss, um dieses Auto ordentlich zu bewegen. Dann kommt er in Bahrain mit aller Kraft zurück."

Trotz Verletzung: Job-Garantie für Wehrlein

Um sein Stammcockpit bei Sauber muss Wehrlein aber laut Wolff nicht bangen: "Die Formel 1 erzeugt auf und abseits der Strecke immer wieder Kontroversen, natürlich könnte man da auch hier ableiten, dass es ein politischer Kampf ist. Fakt ist, wir kommen mit Ferrari auf und abseits der Strecke super aus und würden uns wegen Nachwuchsfahrern niemals in die Haare kriegen. Monisha und Sauber stehen voll hinter Pascal."

Monisha Kaltenborn stellt sich demonstrativ vor Pascal Wehrlein - Foto: Sutton

Auch Kaltenborn stärkte ihrem Piloten in China im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken, allerdings wollte die Sauber Teamchefin am Donnerstag in Shanghai noch nicht so richtig raus mit der Sprache und kritisierte die Spekulationen in den Medien: "Ich muss diese Leute leider enttäuschen, aber die Geschichte ist eigentlich ziemlich klar. Es ist manchen dort draußen vielleicht nur nicht spannend genug, um es zu verkaufen."

Pascal Wehrlein war beim Race of Champions in Miami im Rennen gegen Felipe Massa bei der Zielüberfahrt mit dem dreirädigen Polaris Slingshot in die Streckenbegrenzung gekommen und überschlug sich anschließend. Beim Überschlag landete Wehrlein mit dem Kopf auf der Tecpro-Barriere. Seinen Start bei der Nationenwertung am nächsten Tag an der Seite von Sebastian Vettel musste Wehrlein absagen.


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