Formel 1 - Team für Team: Der große Australien-Check

Ferrari mit Strategie zum Erfolg

Ferrari-Sieg, Mercedes-Ernüchterung, Red Bulls Probleme und Co.: Motorsport-Magazin.com nimmt jedes Team beim Australien Grand Prix genau unter die Lupe.
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Ferrari: Vettel pusht zum Sieg

Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Sebastian Vettel P2 P1 1:26.638 1 1
Kimi Räikkönen P4 P4 1:26.538 1 3

  • Statistik: 43. Sieg für Vettel
  • Besonderheiten: Sieglose Serie nach 553 Tagen gebrochen
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Kimi Räikkönen: "Im ersten Stint hatte ich Probleme mit dem Ultrasoft-Reifen"
  • Sebastian Vettel: "Verstappen hat uns in die Karten gespielt"

Sebastian Vettel konnte beim Australien GP glänzen. Nach erfolgreichen Testfahrten gelang es dem Heppenheimer die Leistung des neuen Ferrari-Boliden auch umzusetzen. In der Qualifikation schaffte er es, eine silberene Startreihe eins zu verhindern. Im Rennen schob er sich auch noch an Lewis Hamilton vorbei und fuhr kontrolliert zum Sieg. Kimi Räikkönen konnte die Pace seines Teamkollegen das ganze Wochenende nicht mitgehen und wurde nur Vierter.

Mercedes: Hamilton kämpft mit dem Gummi

Hamilton konnte die Pole nicht in einen Sieg ummünzen - Foto: Sutton
Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Lewis Hamilton P1 P2 1:27.033 1 2
Valtteri Bottas P3 P3 1:26.593 1 1

  • Statistik: 1. siegloses Rennen seit Malaysia 2016
  • Besonderheiten: Bottas direkt hinter Hamilton
  • Techn. Probleme: Beide Mercedes mit Ultrasoft-Problemen
  • Strafen: -
  • Lewis Hamilton: "Ich kämpfte von Anfang an mit dem Grip."
  • Valtteri Bottas: "Dies ist ein guter Anfang für meine Zeit bei Mercedes."

Beim Großen Preis von Australien 2017 leistete sich Mercedes den ersten größeren Patzer. Bis zur Qualifikation lief alles gut, dann sprengte Sebastian Vettel die silberne Startreihe eins. Von der Pole konnte Hamilton die Führung verteidigen, doch durch einen zu frühen Boxenstopp verlor das Team den Sieg. Valtteri Bottas hatte als Dritter nur 1,2 Sekunden Rückstand auf Hamilton, der allerdings deutlich Gas rausnahm.

Red Bull: Desaster für Ricciardo

Ricciardos Red Bull auf dem Abschleppkran - Foto: Sutton
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Max Verstappen P5 P5 1:26.964 1 2
Daniel Ricciardo Box - 1:29.447 0 4

  • Statistik: 1. Ausfall für Ricciardo seit Spa 2015
  • Besonderheiten: Ricciardo Pechvogel des Wochenendes
  • Techn. Probleme: Getriebe- und Benzindruckproblem bei Ricciardo
  • Strafen: -
  • Max Verstappen: "Es ist gut zu sehen, dass wir nicht weit von Ferrari und Mercedes weg sind."
  • Daniel Ricciardo: "Es war nicht das Wochenende, das ich mir in meiner Heimat gewünscht habe."

Für Lokalmatador Daniel Ricciardo war das Wochenende beim Saisonauftakt in Australien eine Katastrophe. Erst schmiss er das Auto in der Qualifikation weg, dann kämpfte er im Rennen mit technischen Problemen und musste frühzeitig aufgeben. Das Rennen von Max Verstappen war nicht so einsam, wie er es erwartete. Gegen Ende konnte er noch Kimi Räikkönen attackieren, musste dann aber rausnehmen, weil die Telemetrie seiner Bremsen unklare Daten lieferte.

Williams: Gemischte Gefühle in Grove

Stoll schied bei seinem ersten Rennen aus - Foto: Sutton
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Felipe Massa P7 P6 1:28.045 1 2
Lance Stroll P20 - 1:29.389 3 4

  • Statistik: Bestes Williams-Ergebnis seit Malaysia 2016
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: Bremsprobleme bei Stroll
  • Strafen: 25.000 Euro wegen ungemeldetem Getriebewechsel (zur Bewährung)
  • Lance Stroll: "Heute hatten wir ein gutes Rennen und die Pace war gut"
  • Felipe Massa: "Ich wusste, dass es wichtig war, Grosjean nach dem Start zu überholen"

Das Rennen von Felipe Massa in Australien war beinahe ereignislos. Nach einem Start von Platz sieben profitierte er früh vom Ausfall von Romain Grosjean und fuhr den sechsten Platz ungefährdet ins Ziel. Lance Stroll hatte weniger Glück. Nach einem sehr frühen Boxenstopp in Runde fünf wegen eines Bremsplatten bekam er zusätzlich im Verlauf des Rennens Bremsprobleme. Zuvor sorgte der Rookie im 3. Training mit einem Unfall für Aufsehen. Weil Williams den Getriebewechsel nicht korrekt meldete, stehen 25.000 Euro Strafe im Wiederholungsfall aus.

Force India: Starkes Rennen zum Auftakt

Ocon holte seinen ersten F1-WM-Punkt - Foto: Sutton
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Sergio Perez P10 P7 1:28.336 1 2
Esteban Ocon P13 P10 1:28.475 1 2

  • Statistik: 1. WM-Punkt für Ocon
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Sergio Perez: "Ich denke nicht, dass wir etwas besser hätten machen können"
  • Esteban Ocon: "Meinen ersten Punkt zu holen ist toll, nachdem ich ein ziemlich hartes Wochenende hatte"

Das beste Team, zumindest von der Anzahl der gewonnenen Plätze im Rennen, ist Force India. In Melbourne verbesserten sich beide Piloten um je drei Positionen. Dadurch sammelte Esteban Ocon in seinem ersten Rennen für Force India bereits seinen ersten WM-Zähler. Sergio Perez fuhr ebenfalls ein sehr starkes Rennen und hielt sogar die beiden Toro-Rosso-Piloten hinter sich.

Toro Rosso: Punkte für beide Piloten

Beide STR-Piloten fuhren in Australien in die Punkte - Foto: Sutton
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Carlos Sainz Jr. P8 P8 1:27.677 1 3
Daniil Kvyat P9 P9 1:26.711 2 3

  • Statistik: 1. Mal Punkte für beide Fahrer seit Silverstone 2016
  • Besonderheiten: Zwei verschiedene Strategien
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Carlos Sainz Jr.: "Wir wussten nicht, was wir erwarten sollten, daher ist es ein gutes Ergebnis."
  • Daniil Kvyat: "Es ist schade, dass ich einen zusätzlichen Stopp einlegen musste."

Für die beiden Toro-Rosso-Piloten begann die Saison 2017 erfolgreich. Nach einer guten Qualifikation konnten sie ihre Startpositionen halten und sammelten für die Plätze acht und neun wichtige Weltmeisterschaftspunkte. Dabei gingen sie das Rennen auf unterschiedliche Weise an. Während Carlos Sainz Jr. einen Stopp bevorzugte, wechselte Daniil Kvyat zweimal die Reifen einem Rennen, das klar auf eine Einstopp-Strategie hindeutete.

Renault: Knapp am Punkt vorbei

Hülkenberg blieb bis zum Rennende im Kampf um den letzten Punkt - Foto: Sutton
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Nico Hülkenberg P12 P11 1:28.486 2 2
Jolyon Palmer P18 - 1:32.195 1 -

  • Statistik: Sechstes Rennen ohne Punkte in Folge
  • Besonderheiten: Renault-Renndebüt für Hülkenberg
  • Techn. Probleme: blockierende Bremsen bei Palmer
  • Strafen: -
  • Jolyon Palmer: "Ich hatte eine gute Pace, aber dann blockierten meine Bremsen."
  • Nico Hülkenberg: "Meine erste Runde war nicht gut und ich verlor eine Position an Alonso."

Für die beiden Renault-Piloten hätte das Wochenende in Melbourne kaum unterschiedlicher verlaufen können. Während Jolyon Palmer beinahe jeden erdenklichen technischen Defekt erlitt und am gesamten Wochenende nur 44 Runden komplettierte, lief es bei Nico Hülkenberg deutlich besser. Gegen Rennende schnupperte er sogar an den Punkterängen. Durch einen zweiten Stopp war er schnell genug um ins DRS-Fenster gegen Esteban Ocon zu fahren, aber einen Weg vorbei fand er nicht.

Sauber: Keine Chance auf Punkte

Sauber hatte in Melbourne keine Punktechancen - Foto: Sutton
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Antonio Giovinazzi P16 P12 1:29.052 1 2
Marcus Ericsson P14 - 1:32.052 0 -

  • Statistik: Start zum 25. Jahr für Sauber in der Formel 1
  • Besonderheiten: Giovinazzi ersetzt Wehrlein
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Antonio Giovinazzi: "Mein Ziel in meinem Debüt-Rennen war es, in erster Linie Erfahrungen und Kilometer zu sammeln."
  • Marcus Ericsson: "Leider bekam ich in Kurve 3 von hinten einen Schlag, der an der rechten Seite meines Autos sowie am Unterboden zu vielen Beschädigungen führte."

Der Start in die Jubiläumssaison verlief für Sauber alles andere als geplant. Nachdem Pascal Wehrlein am Freitagabend kurzfristig bekanntgab, sich nicht fit genug zu fühlen, wurde Antonio Giovinazzi als Ersatz einberufen. Nach einer überraschend guten Qualifikation war im Rennen allerdings für die beiden Sauber-Piloten nicht viel zu holen. Zum zweiten Mal in Folge startete Sauber ohne WM-Zähler in die Saison.

McLaren: Alonso mit ärgerlichem Ausfall

Alonso lag wenige Runden vor Schluss in den Punkten - Foto: Sutton
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Stoffel Vandoorne P18 P13 1:29.440 1 3
Fernando Alonso P12 - 1:30.077 2 1

  • Statistik: 3. Saisonauftakt ohne Punkte
  • Besonderheiten: Neustart des Autos von Vandoorne beim Boxenstopp
  • Techn. Probleme: Aufhängungsprobleme bei Alonso
  • Strafen: -
  • Stoffel Vandoorne: "Ich hatte kein Display und musste viel umstellen, um das Auto ins Ziel zu bringen"
  • Fernando Alonso: "Ich hatte möglicherweise eines meiner besten Rennen"

Nach einem verkorksten Wintertest schien es für McLaren in Australien bergauf zu gehen. Besonders ein starker Fernando Alonso zeigte, was mit dem Auto möglich ist. Von Startplatz zwölf lag er lange auf einem Punkterang. Dann sorgten Aufhängungsprobleme kurz vor Rennende für das vorzeitige Aus beim Spanier. Teamkollege Vandoorne blieb chancenlos, auch, weil er zwischenzeitlich einmal zum Neustart des Autos an die Box kommen musste.

Haas F1: Totalausfall bei Haas

Grosjean musste sein AUto früh abstellen - Foto: Sutton
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Romain Grosjean P6 - 1:30.183 0 -
Kevin Magnussen P17 - 1:27.568 2 4

  • Statistik: 1. Doppelausfall seit Malaysia 2016
  • Besonderheiten: Bester Startplatz in der Team-Karriere
  • Techn. Probleme: Wasserleck bei Grosjean, Aufhängung bei Magnussen
  • Strafen: -
  • Romain Grosjean: "Ich habe plötzlich viel Leistung verloren"
  • Kevin Magnussen: "Wir haben das Rennen als lange Testsession genutzt"

Das Wochenende begann, zumindest für Romain Grosjean, vielversprechend. In der Qualifikation sicherte der Franzose mit dem sechsten Startplatz das beste Qualifikationsergebnis für das Team. Nutzen konnte er die Startposition nicht. Nach nur 13 Runden musste er seinen Haas-Boliden abstellen. Kevin Magnussen kam das ganze Wochenende nicht so gut zurecht wie Grosjean und nutzte das Rennen nach einem Unfall in der ersten Runde eher als Test.

Rundenprotokolle der Fahrer und Teams

Esteban Ocon hat an seinem ersten Rennwochenende in Force-India-Diensten die meisten Runden absolviert. Mit 148 Umläufen hielt sich der Franzose an der Spitzenposition im Kampf um das Fleißkärtchen. Schlusslicht Jolyon Palmer schaffte es an allen drei Tagen nicht einmal die Freitagsleistung von Pascal Wehrlein einzuholen. Durch die drittmeisten Runden durch Sergio Perez liegt Force India auch in der Teamwertung ganz vorn.


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