Formel 1 - Ecclestone: Keine Gräuel gegen Liberty Media

The American way

Knapp zwei Monate nach seinem unsanften Rauswurf äußert sich Bernie Ecclestone dazu. Er zeigt Verständnis für das Vorgehen von Liberty Media.
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Motorsport-Magazin.com - Die Winterpause hatte es in sich. Zuerst trat Nico Rosberg als amtierender Weltmeister kurz nach seinem Titelgewinn Ende 2016 zurück, gab es zu Jahresbeginn die nächste große Überraschung. Liberty Media setzte nach der endgültigen F1-Übernahme Bernie Ecclestone vor die Tür. Eine faustdicke Überraschung und ein riesiger Schock für den Briten und sein Umfeld. Mit etwas Abstand hege der ehemalige Zampano allerdings keine Gräuel gegen Chase Carey und Co., wie er kürzlich gegenüber Sky Sports betonte.

Ich weiß, wie die Welt funktioniert
Bernie Ecclestone

Zielstrebig, ehrgeizig und kompromisslos - so führte Ecclestone die Königsklasse über Dekaden. Als tougher Geschäftsmann kennt er die Mechanismen der Wirtschaft wie kaum anderer. Entsprechend gut kann er mittlerweile damit leben, dass ihn Liberty abgesetzt hat, er letztlich nicht aus freien Stücken abdanken konnte. Fallengelassen fühle sich Ecclestone keinesfalls. "Nein, keinesfalls. Ich weiß, wie die Welt funktioniert", sagte er.

Ecclestone: Hätte es anders gemacht

Sie haben das Auto gekauft, also wollen sie es auch fahren.
Bernie Ecclestone

Dennoch ist sich der 86-Jährige sicher, die Sachen anders angepackt zu haben. "Ich hätte sie darum gebeten, eine Zeitlang mit ihnen zusammenzuarbeiten, ein Jahr abzuwarten", so Ecclestone. Dann hätte man schauen können, ob die Zusammenarbeit fruchtbar gewesen wäre oder nicht. "Aber andere Leute führen ihre Unternehmen auf andere Art und Weise. Ich glaube, das ist die Art und Weise, wie amerikanische Unternehmen arbeiten. Aber wenn wir die Sache einmal vernünftig betrachten: Sie haben das Auto gekauft, also wollen sie es auch fahren."

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Die Entscheidung von Chase Carey und Liberty Media, Ecclestone vor die Tür zu setzen, wurde auf breiter Ebene begrüßt. Nico Rosberg beispielsweise twitterte: "Bernie, mega Job! Aber ein Wechsel war überfällig. Mr. Carey, ich wünsche Ihnen alles Gute, um den Sport wieder großartig zu machen." Helmut Marko äußerte sich gegenüber den Salzburger Nachrichten respektvoll gegenüber dem Briten und seiner Karriere, fügte aber an: "Der Sport muss offener werden. Die Formel 1 braucht wieder Aha-Erlebnisse."

Ecclestone: Habe nichts falsch gemacht

Dass er in den vergangenen Jahren irgendetwas falsch gemacht haben könnte, sieht Ecclestone indes nicht. "Ich glaube, die Leute haben da etwas verwechselt", so der Brite. "Sie und Chase haben behauptet, ich hätte in den letzten drei Jahren keinen sonderlich guten Job gemacht. Ich denke jedoch, ich hätte es, die CVC denken, ich hätte es und ich habe es geschafft, ein Einkommen von 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr zu erwirtschaften. Das hat den Aktienwert der Leute ein gutes Stück gesteigert. Hätte ich einen lausigen Job abgeliefert, hätten sie ihre Aktien günstiger kaufen können."

Fest steht, dass Ecclestone kommende Saison auch als Gast an mindestens der Hälfte der Rennen anwesend sein wird. Zudem soll er im Auftrag von Chase Carey in Brasilien einen neuen Vertrag aushandeln. Denn wie der CEO von Liberty Media betonte: "Sein Rat wird für uns von unschätzbaren Wert sein."


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