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Formel 1 - Pirelli untersucht Vettels Test-Crash

Aquaplaning oder zu viel Drehmoment?

Sebastian Vettel flog beim Reifentest-Auftakt in Fiorano ab und zerstörte dabei den Ferrari-Testträger. Pirelli untersucht den Unfall.
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Pirelli erklärt die neuen Formel 1-Reifen: (10:18 Min.)

Unfreiwillig sorgte Sebastian Vettel vergangene Woche für die erste große Ferrari-Schlagzeile des neuen Jahres. Beim Test-Auftakt für die Pirelli-Regenreifen in Fiorano schlug Vettel mit dem umgebauten Ferrari SF15-T in die Mauer ein und beschädigte den Boliden dabei so stark, dass Pirelli den Test beenden musste.

Im Interview mit Motorsport-Magazin.com relativierte Pirellis Einsatzleiter Mario Isola den Unfall. "Das war ein normaler Unfall bei einem Test. Das kann im Freien Training, im Rennen oder eben beim Test passieren. Es war nichts komisches, das Problem war nur, dass das Auto in die Mauer gefahren ist und beschädigt war."

"Leider konnten wir den Test dann nicht weiterführen. Man kann aber auch einen Motorschaden haben, dann muss man den Test ebenfalls stoppen", so Isola. Obwohl der Einschlag nicht besonders heftig war, konnte das Programm nicht fortgeführt werden. Vettel fuhr den ersten von zwei Testtagen, hätte am zweiten Tag an Ferrari-Ersatzmann Antonio Giovinazzi übergeben sollen.

Die sogenannten Mule-Cars wurden von Red Bull, Ferrari und Mercedes auf Basis der 2015er Boliden so umgerüstet, dass einerseits breite Reifen aufgezogen werden können, andererseits höhere Fliehkräfte erreicht werden, um die 2017er Reifen entwickeln zu können. Weil es sich um Prototypen handelt, ist das Ersatzteillager nicht besonders gut gefüllt.

Über den Grund für Vettels Abflug konnte Isola noch nichts verraten. "Wir untersuchen es noch. Erst hat er Grip verloren, dann das Auto und dann ist er eingeschlagen. Ich weiß nicht, ob es an Aquaplaning oder einfach an durchdrehenden Reifen wegen zu wenig Grip lag, aber das untersuchen wir."

In der Vergangenheit wurde Pirelli immer wieder von den Fahrern hart dafür kritisiert, dass die Vollregenreifen nicht genügend Wasser verdrängen und Aquaplaning viel zu schnell eintritt. Weil die Reifen 2017 25 Prozent breiter sind, droht das Problem schlimmer zu werden. Pirelli hat deshalb bei der Entwicklung der neuen Regenreifen den Fokus darauf gelegt, das Aufschwimmen zu verhindern.

Pirelli: Froh, Vettel zu haben

Generell schätzt man bei Pirelli die Dienste von Sebastian Vettel aber sehr: "Er ist ein Top-Fahrer, er ist viermaliger Weltmeister, seine Fähigkeiten stehen nicht zur Diskussion. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit ihm testen können. Wir bekommen viel nützliches Feedback."

"Er verlangt viel, aber es ist besser, einen Fahrer zu haben, der etwas verlangt, als einen Fahrer, den es nicht interessiert. Es stimmt aber: Wenn er etwas findet, das er mag, dann zeigt er auch, dass er es mag. Aber das ist bei anderen Fahrern auch der Fall", so Isola.


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