Formel 1 - Vettel zu Mercedes: Würde das passen?

Rosberg befeuert Spekulationen

Nico Rosberg glaubt: Sebastian Vettel wäre eine sinnvolle Lösung bei Mercedes. Passt der Ferrari-Star wirklich zu den Silberpfeilen? Unser Pro und Contra.
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Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas war nicht die spannendste Lösung von Mercedes als Nachfolger von Nico Rosberg. Der Finne fährt 2017 quasi auf Bewährung, sein Vertrag ist höchstwahrscheinlich auf ein Jahr befristet. Um dann Platz zu machen für einen Superstar? Nun befeuerte Rosberg selbst die Spekulationen, dass Sebastian Vettel für die Silberpfeile eine Option ab 2018 sein könnte. "Sein Vertrag endet dieses Jahr", sagte der Weltmeister auf Nachfrage der italienischen Repubblica. "Für Mercedes wäre das eine sinnvolle Lösung, die sie mit Sicherheit besprechen werden."

Auf einer Pressekonferenz zu den Laureus-Awards am Montagmittag fügte Rosberg an: "Es macht auf jeden Fall Sinn für Sebastian, sich den Platz bei Mercedes 2018 anzuschauen - und für Mercedes, einen Blick auf Vettel zu werfen. Das ist so offensichtlich. Er ist einer der besten Fahrer da draußen und hat noch keinen Vertrag für 2018. Sie sollten die Möglichkeiten in Betracht ziehen. Mal schauen, was passiert. Aber es könnte gut passen."

Vettel zu Mercedes? Vettel gegen Hamilton? Für viele Fans das Traum-Duell schlechthin in der Formel 1. Die Redaktion von Motorsport-Magazin.com fragt sich: Würde Sebastian Vettel zu Mercedes passen?

Pro: Vettels konsequenter Weg

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton im stärksten Team der Formel 1: Der feuchte Traum zahlloser Fans. Zwei absolute Alphatiere, die sich im Zweifel mehr an den Kopf werfen würden als Kappen. Ja, Vettel und Hamilton im Mercedes wären das Nonplusultra des Motorsports!

Ein Silberpfeil namens Seb - das klingt nach der legitimen Nachfolge von Schumachers deutscher Ära in der Königsklasse. Vettels Wechsel zu Ferrari war mutig, der Wechsel zu Mercedes wäre verständlich. Sauerkraut statt Spaghetti, bitte. Ein viermaliger Champion verdient ein weltmeisterliches Auto.

Eines, mit dem er wie bei Red Bull konkurrenzlos von Sieg zu Sieg spaziert? Von wegen! Mit Hamilton hätte Vettel den härtesten Teamkollegen überhaupt an der Seite. DAS wäre mal eine echte Herausforderung und würde auch die ewige Frage beantworten: wer ist denn nun der wahre Champion?

Mercedes kommt gar nicht drum herum, für Vettels Verpflichtung viel Geld in die Hand zu nehmen. Das wird Toto Wolff spätestens bewusst, wenn Hamilton den Notnagel namens Bottas bügelt. Das hält die Formel 1 nicht länger als ein Jahr aus.

Wäre Vettels Abgang von Ferrari ein Eingeständnis mangelnder Fähigkeiten, ein Team im Schumi-Stil auf die Beine zu bringen? Scusi, aber mitnichten. Damals waren die Umstände anders. Nicht Vettel hat versagt, sondern Maranello. Bei Mercedes wüsste Seb, was er bekommt. Und dem silbernen Weg seines Helden würde er ebenfalls folgen - nur mit viel besseren Erfolgsaussichten.

Contra: Kein Platz für zwei Stars

Sebastian Vettel im Silberpfeil: Das liest sich auf den ersten Blick wie ein traumhaftes Gespann - ist es aber nicht. Mercedes will keinen etablierten Superstar, der mit Nummer-1-Ansprüchen oder Star-Allüren ins Team kommt. Bei einem viermaligen Weltmeister hätten sie es allerdings genau mit einem solchen zu tun.

Toto Wolff will um jeden Preis einen Krieg innerhalb des Teams vermeiden. Doch Vettel ist ein absoluter Platzhirsch, der sich keinesfalls Hamilton unterwerfen wird. Eine teaminterne Rivalität zwischen dem explosiven Vettel und dem extrovertierten Briten könnte das gesamte Team spalten - und sich kontraproduktiv auf die Resultate auswirken.

Abgesehen davon: welches Bild würde es Mercedes vermitteln, wenn Vettel unverrichteter Dinge in Maranello hinschmeißt und nach Stuttgart flieht? Als er Ende 2014 nach einer Pleitensaison Red Bull verließ, machte ihm nach vier gewonnen WM-Titeln niemand einen Vorwurf.

Wenn Vettel Ferrari allerdings ohne Erfolgsgeschichte verlassen sollte, dürfte dies dem neuen Arbeitgeber gewaltig zu denken geben. Was könnte Mercedes von ihm erwarten, wenn mal nicht alles wie am Schnürchen läuft?

Und dann ist da auch noch das liebe Geld. Für einen Superstar wie Vettel würde Mercedes - im Vergleich zu Bottas oder auch dem eigenen Nachwuchs in Form von Wehrlein oder Ocon - eine gewaltige Summe hinblättern müssen. Weshalb sollten die Silbernen so viel Geld in die Hand nehmen, wenn sie schon einen WM-Anwärter in ihren Reihen haben?


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