Formel 1 - Papa Hamilton tönt: Lewis killt Karrieren

Lewis' Liste der Zerstörung

Anthony Hamilton tönt: Mein Sohn ist ein Karriere-Killer! Wie viele Karrieren hat Lewis tatsächlich auf dem Gewissen? Motorsport-Magazin.com macht den Check.
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Motorsport-Magazin.com - Mit den Hunden im Schnee spielen, am Strand joggen, die eine oder andere Fashion Show besuchen - Lewis Hamilton präsentiert sich in der Winterpause harmlos. Doch wenn es wieder losgeht in der Formel 1, sieht die Sache anders aus. Nach der verpassten Titelverteidigung brennt der Mercedes-Star darauf, die WM-Krone zurückzuerobern. Sein neuer Teamkollege Valtteri Bottas kann sich schon mal warm anziehen - zumindest, wenn es nach Hamiltons Vater geht.

"Lewis killt Fahrer", lautete die etwas schroff formulierte Ansage von Anthony Hamilton. Lewis' Vater machte im Interview mit Newsweek kein Geheimnis daraus, was für eine Mammutaufgabe jeden Fahrer erwartet, der es mit dem dreifachen Weltmeister aufnehmen will. "Meine persönliche Meinung", holte Hamilton Senior aus. "Jeder, der gegen Lewis antritt, sollte einen guten Karriereplan haben. Denn das ist ein Karriere-Killer."

Hamilton sorgt für Kopfweh

Auf der Rennstrecke sei Lewis wie ein Söldner, meinte Anthony Hamilton. Und an einem guten Tag sei er gar unbesiegbar. Diese psychologische Komponente mache es anderen Fahrern schwierig, sich mit ihm zu messen. "Er geht dir unter die Haut", beschrieb Hamiltons Vater und früherer Manager. "Denn er ist schnell wie Hölle. Du findest nicht heraus, wie er ein Auto entwickelt, woher er diesen Speed hat, wie er Kurven nimmt und wie sein Weg aussieht - so etwas bereitet dir Kopfschmerzen."

Nach all diesen Kampfansagen aus dem Hause Hamilton - glaubt der Vater überhaupt, dass Bottas eine Chance gegen seinen Sprössling hat? Der Finne fährt 2017 auf Bewährung, sein Vertrag bei den Silberpfeilen ist zunächst auf ein Jahr dotiert. Anthony Hamilton blickte voraus: "Es wird interessant mit Valtteri, weil er noch nicht gegen die anderen Jungs an der Spitze gefahren ist. Es wird spannend sein zu sehen, wie er damit zurechtkommt. Er kommt da ganz plötzlich mitten rein."

Hamilton Senior glaubte ebenfalls, dass Lewis noch nicht das Maximum seiner Möglichkeiten erreicht habe. Sein sportlicher Höhepunkt in der F1 stehe noch bevor. Also alles andere als ein Spaziergang für Bottas, der mit Maldonado und Massa bislang eher angenehme Fahrer als Teamkollegen hatte. Anthony Hamilton: "Jeder, der es mit Lewis aufnimmt, muss seine Karriere korrekt geplant haben. Denn es könnte deiner Karriere ein Ende setzen, wenn du gegen Lewis antrittst."

Check: Wirklich ein Karriere-Killer?

Markige Worte also von Vater Hamilton. Grund genug für Motorsport-Magazin.com für einen Hamilton-Karrierekiller-Check: Wie ist es den ehemaligen Teamkollegen des Briten seit seinem Einstieg in den Formelsport ergangen?

2002 - Hamiltons Formel-Debüt

In der britischen Formel Renault 2.0 fuhr Hamilton an der Seite von Patrick Long, EJ Viso und Matt Griffin. Hamilton beendete die Saison als bestplatzierter Manor Motorsport-Pilot auf dem dritten Platz.

Patrick Long: Beendete seine Formel-Karriere nach 2002, stieg auf die Langstrecke um.
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EJ Viso: Nahm zunächst einen ähnlichen Karriereweg wie Hamilton bis in die GP2, blieb aber ohne große Erfolge. Trainingseinsatz für Spyker 2006 als einziges F1-Highlight. Ging später zu den IndyCars.
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Matt Griffin: Fuhr 2002 seine zweite und letzte Saison im Formelsport, ging in den GT-Bereich. Dort achtbare Erfolge.
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Hamilton hatte schon 2002 den Killer-Blick gut drauf - Foto: Sutton

2003 - Hamiltons erster Titelsieg

Hamilton gewann die Formel Renault 2.0 überlegen mit 10 Siegen. Seine ständigen Teamkollegen in dieser Saison waren Sergio Jimenez (Platz 11) und Matthew Wilson (Platz 18).

Sergio Jimenez: Seine Formel-Karriere war schon 2007 beendet nach kurzem Gastspiel in der GP2. Suchte sein Heil in der Blancpain und brasilianischen Stockcar Series.
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Matthew Wilson: Fuhr nur 2003 im Formelsport, wechselte anschließend in die WRC - zum Team seines Vaters Malcolm Wilson. Fuhr bis 2014, machte dann Schluss.
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2003 begann Hamiltons Hunger auf Titel im Formelsport - Foto: Sutton

2004/2005 - Hamilton räumt in der Formel 3 ab

2004 beendete Hamilton sein Rookie-Jahr in der Formel 3 Euro Serie mit Manor auf dem fünften Platz, Teamkollege Charles Zwolsman ging nur bei wenigen Rennen an den Start. In Hamiltons Meisterjahr 2005 fuhr er bei ASM Formule zusammen mit Adrian Sutil und Maximilian Götz.

Charles Zwolsman: Der Niederländer fuhr nach dem Jahr mit Hamilton nur noch drei weitere Jahre im Motorsport. Nach einem Start in Le Mans 2009 für Kolles war endgültig Feierabend.
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Adrian Sutil: 2005 Vizemeister hinter Hamilton, schaffte es ebenfalls in die Formel 1. Nach Jahren mit Spyker und Force India war 2014 nach einem Jahr mit Sauber erst mal Schluss.

Maximilian Götz: Das einstige Formel-Supertalent (Vettel in der Formel BMW geschlagen) konnte aus finanziellen Gründen nach 2005 nur noch sporadisch im Formelsport weitermachen. Fand später sein Glück im GT-Sport und kurzzeitig in der DTM.
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Hamilton 2005 zusammen mit Adrian Sutil und Loic Duval - Foto: Sutton

2006 - GP2-Meister im ersten Anlauf

Hamilton war auch in der GP2 nicht aufzuhalten. 2006 holte er mit ART auf Anhieb die Meisterschaft. Teamkollege Alexandre Premat wurde immerhin Gesamtdritter.

Alexandre Premat: Der Franzose wandte sich nach 2006 gleich aus dem Formelsport ab und wechselte zu Audi. In Le Mans und seinen vier DTM-Jahren konnte er keine großen Erfolge verbuchen.
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2006 schnappte sich Hamilton im ersten Anlauf den GP2-Titel - Foto: Sutton

2007 - 2012: Wirbel bei McLaren

In fünf Jahren bei McLaren teilte sich Hamilton die Garage mit Fernando Alonso, Heikki Kovalainen und Jenson Button. Nur Hamilton gelang mit den Chrompfeilen ein Titelgewinn.

Fernando Alonso: Mit dem jungen Hamilton kam der zweifache Weltmeister überhaupt nicht klar. Es entwickelte sich ein schmutziges Teamduell, aus dem Hamilton als Sieger hervorging. Und Alonso holte bis dato keinen Titel mehr.
WM-TRAUM GEKILLT

Heikki Kovalainen: Der Finne hatte 2008 kaum eine Chance gegen Hamilton - und 2009 noch weniger. Musste auch deshalb gehen und verbrachte den Rest seiner F1-Zeit bei schwachen Teams.
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Jenson Button: In drei gemeinsamen Jahren gewann er das Teamduell gegen Hamilton einmal. Während Lewis zu Mercedes wechselte und weiter Geschichte schrieb, hatte Button in den folgenden Jahren nie wieder eine reale Chance auf den zweiten WM-Titel.
WM-TRAUM GEKILLT

Hamiltons erstes Opfer in der Formel 1: Fernando Alonso - Foto: Sutton

2013 - 2016: Ewiges Duell mit Rosberg

Hamilton setzte sich dreimal gegen Nico Rosberg durch. Der verabschiedete sich schließlich mit dem WM-Titel 2016 vorzeitig aus dem Motorsport - auch wegen des extrem intensiven Duells mit Hamilton, das ihm alles abverlangte.
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