Formel 1 - Interview - Wehrlein erklärt Kollision mit Ocon

Starke Aufholjagd in Abu Dhabi

Die Manor-Piloten gerieten in Abu Dhabi aneinander. Pascal Wehrlein schildert, wie es zur Kollision mit Esteban Ocon kam.
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Motorsport-Magazin.com - Was war am Start los, warum bist du zurückgefallen?
Pascal Wehrlein: Mein Start war eigentlich gut, aber ich war in der falschen Position für Kurve zwei und drei. In Kurve eins hat sich Verstappen gedreht und ich musste vom Gas gehen, weil ich innen war und habe einige Plätze verloren. Wir sind aggressiv gestartet mit den Ultrasoft-Reifen und wollten in den ersten Runden Plätze gutmachen und einen frühen Boxenstopp machen. Dann stand ich aber 15 Sekunden an der Box.

Wir haben einfach ein super Setup gefunden und uns nach Brasilien nicht hängen lassen
Pascal Wehrlein

Was war da los?
Pascal Wehrlein: Irgendetwas vorne rechts hat nicht funktioniert und ich bin 15 Sekunden dagestanden. Dann war ich Letzter und meine Pace war unglaublich stark. Ich habe eine Sekunde pro Runde auf die Sauber aufgeholt und dann mit einem Undercut Nasr und Ericsson überholt. Wir sind dann volles Risiko gegangen und wollten im letzten Stint 35 Runden auf den Soft-Reifen fahren, aber das hat leider nicht ganz geklappt und am Ende hatte ich extreme Probleme mit den Reifen. Trotzdem haben wir es geschafft, vor Sauber ins Ziel zu kommen, obwohl ich nach acht Runden schon dachte, das war es mit meinem Rennen, weil ich auf den Vorletzten 15 Sekunden Rückstand hatte.

Würdest du sagen, es war dein stärkstes Rennen?
Pascal Wehrlein: Das stärkste Rennen? Ich glaube nein. Ich glaube, das Ergebnis war nicht schlecht, aber es wäre einiges mehr drin gewesen mit einem guten Start und einem guten Stopp. Beim Überholen macht man seine Reifen extrem kaputt, deswegen hatte ich am Ende keine mehr übrig. Trotzdem war es eines der besten Wochenenden, die wir dieses Jahr hatten, weil diese Strecke mit so vielen Kurven nicht unsere Strecke ist. Wir haben einfach ein super Setup gefunden und uns nach Brasilien nicht hängen lassen.

Du bist mit deinem Teamkollegen Esteban Ocon ein wenig aneinandergeraten. Wie war die Situation aus deiner Sicht?
Pascal Wehrlein: Ich habe versucht zu verteidigen, was natürlich schwierig war, weil er auf frischen Supersofts ankam, während meine Softs schon über 30 Runden alt waren. Wir haben uns berührt, aber am Ende ist nichts passiert.

Gab es eine Ansage vom Team, dass du ihn vorbeilassen sollst wegen der unterschiedlichen Reifen?
Pascal Wehrlein: Nein, wir dürfen frei fahren.

Rosberg hat es geschafft: Formel-1-Champion 2016: (00:46 Min.)

Zukunft weiter ungewiss

Vom Gefühl her war es nicht dein letztes Formel-1-Rennen, oder?
Pascal Wehrlein: Ich weiß es nicht.

Es wird nicht das letzte Rennen meiner Karriere gewesen sein
Pascal Wehrlein

Hattest du in der Startaufstellung Gedanken, es könnte das letzte sein?
Pascal Wehrlein: Nein, denn es wird nicht das letzte Rennen meiner Karriere gewesen sein, deshalb mache ich mir da überhaupt keine Gedanken. Wenn man in der Situation ist wie Felipe [Massa] macht man sich schon Gedanken vor seinem letzten Rennen. Es wird auch nicht das letzte Rennen seiner Karriere gewesen sein, er wird auch noch etwas anders fahren, aber da macht man sich Gedanken, denn sich nach so einer langen und erfolgreichen Karriere aus der Formel 1 zu verabschieden ist etwas anderes - ich mit meinen 22 Jahren habe ja noch viel vor mir.

Was sagst du dazu, dass Lewis Hamilton langsam gefahren ist, um Nico Rosberg aufzuhalten? Hättest du das auch so gemacht oder findest du sowas unfair?
Pascal Wehrlein: Ich weiß es nicht. Ich habe es mir noch nicht in der Wiederholung angesehen, daher kann ich echt nichts dazu sagen.

Viele sagen, Lewis wäre der würdigere Weltmeister, weil Nico am Ende der Saison vier Mal Zweiter wurde. Was meinst du?
Pascal Wehrlein: Daran erinnert sich in ein paar Tagen niemand mehr. Wichtig ist, dass er die Weltmeisterschaft geholt hat. Am Ende zählt nur die Weltmeisterschaft. Das hat er super gemacht dieses Jahr. Am Ende war es knapp, aber in so einer Situation muss man auch die Nerven behalten und im Qualifying abliefern, im Rennen abliefern und das hat er gemacht. Und mehr musste er auch nicht tun, deshalb hat er verdient gewonnen und es freut mich riesig für ihn.


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